Mexiko-Stadt und Berlin: Zwei neue Ausstellungen im Schloss Biesdorf
Pressemitteilung vom 18.09.2026
Das Schloss Biesdorf eröffnet am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, zwei neue Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Der Ausstellungsort befindet sich in der Straße Alt-Biesdorf 55 in Berlin. Im Obergeschoss ist die Gruppenausstellung „Overwrite! On behalf of things, species and voices that disappear. Mexiko-Stadt und Berlin in Resonanz“ zu sehen. Zeitgleich präsentiert die Künstlerin Ellen Kobe im Erdgeschoss ihre Einzelschau „True Stories / Narratives of Absence“. Beide Ausstellungen laufen bis zum 14. Februar 2027.
Zur Eröffnung ab 18:00 Uhr ist die Performance „Lesen in Rotation“ des Künstlers Victor del Oral zu sehen. Die von Susanne Britz und Arturo Hernández Alcázar kuratierte Ausstellung „Overwrite!“ führt Arbeiten von Kunstschaffenden aus Mexiko-Stadt und Berlin zusammen. Sie reflektieren Prozesse des sozialen und ökologischen Wandels und suchen nach neuen Handlungsräumen. Ergänzt wird die Werkauswahl durch Exponate aus dem Museum Utopie und Alltag / Kunstarchiv Beeskow. Beteiligt sind Eckhard Böttger, Susanne Britz, Manfred Butzmann, Angelica Chio, Sandra Contreras, Anselmo Fox, Nathalie Grenzhaeuser, Arturo Hernández Alcázar, Günter Horn, Klaus-Dieter Kerwitz, Sophie Natuschke, Victor del Oral, Charlotte E. Pauly, Gert Pötzschig, Michael Rohrbeck, Joachim Scholz, Anita Stöhr Weber, Mario de Vega und Michael Zschocher. Die Ausstellung entstand mit Unterstützung des Kulturinstituts von Mexiko in Deutschland.
Das Konzept des Überschreibens verhandelt die Ausstellung als ambivalente Praxis zwischen Tilgung, Transformation und Neuanfang. Thematischer Ausgangspunkt ist die wechselvolle Geschichte des Austauschs zwischen Mexiko-Stadt und Berlin – vom Exil deutscher Intellektueller während der NS-Diktatur bis zu rechten Resonanzen in Mexiko. Auch der Ausstellungsort selbst fließt in den Diskurs ein: Als ehemaliger Wohnsitz der Familie Siemens verweist Schloss Biesdorf auf historische Spannungsfelder zwischen technologischem Fortschritt, kolonialer Expansion und heutiger Ressourcenzerstörung.
Im Erdgeschoss widmet sich Ellen Kobe in „True Stories / Narratives of Absence“ dem Verhältnis von realen Ereignissen, Fiktion und historischen Leerstellen. In drei Räumen zeigt die Künstlerin jüngere Arbeiten, die untersuchen, wie Geschichte sich in Abwesenheiten manifestiert. Zu den gezeigten Werken gehört die Videoarbeit „Abend über Potsdam“ (2022) in Anlehnung an Lotte Laserstein sowie die fiktive Romanlesung „Putin in unserer Straße“ (2025). Mit „Stauffenbergs Tasche“ (2025) inszeniert Kobe ein Podiumsgespräch über einen nie existierenden Film, während die Installation „Aufbahrung“ (2025) Kriegstote des Ersten Weltkriegs und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine benennt. Die autofiktionale Inszenierung „Hätte klappen können“ (2026) vervollständigt den Werkzyklus.
Das Begleitprogramm zu Kobes Ausstellung umfasst am 5. November 2026 (18:00 Uhr) ein Werkstattgespräch mit dem Regisseur Andres Veiel. Am 21. November 2026 (16:00 Uhr) folgt das Film-Screening „Gudehus“ über den deutsch-deutschen Umbruch. Den Abschluss des Rahmenprogramms bildet am 16. Januar 2027 (16:00 Uhr) die Flügel-Performance „Bach und Mozart sind immer für mich da“.
Beide Projekte werden durch den Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und den Fonds Ausstellungsvergütung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.
Die Ausstellungen sind am Wochenende und von Montag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag von 12 bis 21 Uhr. Dienstags bleibt das Haus geschlossen.
Kontakt
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
Pressestelle