Die kommunale Kultur in Marzahn-Hellersdorf 2020

Pressemitteilung vom 15.02.2021

Der Fachbereich Kultur in Marzahn-Hellersdorf hat ein außergewöhnlich schwieriges Jahr erfolgreich gemeistert und wagt einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.

Das Jahr 2020 war fast durchgängig durch die Corona-Krise geprägt und ein Jahr im Ausnahmezustand. Nichts Gewohntes und Bewährtes konnte unverändert fortbestehen, alles musste sich unter den unvorhersehbaren Ausnahmebedingungen der Viruskrise bewähren, die jeden Menschen und alle Bereiche der Gesellschaft massiv betraf und weiterhin betrifft.
Im Rückblick lässt sich für die kommunale Kultur in Marzahn-Hellersdorf festhalten, dass dieses außergewöhnlich schwierige Jahr 2020 den Umständen entsprechend gut gemeistert werden konnte und alle Akteure sich einen grundlegend optimistischen Blick in die Zukunft bewahrt haben.
Dies ist im Besonderen dem unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten – der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Standortleitungen, Trägerinstitutionen und vielen mehr – zu verdanken, die auf kürzeste Sicht, ohne Planungssicherheit Tag für Tag für die Belange der Kultur aktiv waren. Noch sind nicht alle wirtschaftlichen und sozialen Folgen des anhaltenden Ausnahmezustands absehbar, aber rückblickend hat der Kulturbereich unter widrigsten Bedingungen noch viel für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk erreichen können.

Angebote
Obwohl der Fachbereich Kultur in Marzahn-Hellersdorf die bezirklichen Kultureinrichtungen aufgrund der Pandemie von März bis Mai und noch einmal vom November bis zum Jahresende 2020 schließen musste, und in dieser Zeit keine Kulturangebote vor Ort unterbreitet werden konnten, wurden trotz Corona immer noch fast 25.000 Stunden Kultur im Bezirk angeboten. Hinzu kamen viele kurzfristig entwickelte Onlineangebote, wie Tutorials zu Kursen der Jugendkunstschule oder Ausstellungsrundgänge. Wo große Fenster es ermöglichten, lud die Kultur zum Schaufensterbummel – jeden Tag.

Besuche
Bei den Besuchszahlen gab es eine überraschende Entwicklung. Insgesamt besuchten im Jahr 2020 trotz monatelanger Schließung immer noch mehr als 135.000 Menschen die kommunalen Kultureinrichtungen im Bezirk. Mit etwas mehr als 50 Prozent fiel der Besucherinnen- und Besucherrückgang geringer aus als erwartet. Seinen Platz als Publikumsliebling im Bezirk behauptete dabei mit rund 68.000 Besucherinnen und Besuchern weiter das Schloss Biesdorf. Mittlerweile haben rund 250.000 Menschen das Schloss seit der Übernahme in die kommunale Betriebsverantwortung besucht.

Standorte
Unabhängig von der Coronapandemie und planmäßig wechselten zwei nicht ausreichend personell und finanziell im Fachbereich Kultur ausgestattete Häuser – das Kunsthaus Flora und der Standort der ehemaligen Jugendkunstschule derArt im Kummerower Ring – zum Januar 2021 zum Fachbereich Volkshochschule. Da deren Hauptgebäude saniert werden soll, kann sie die neuen Räume gut nutzen. Zum Jahreswechsel 2020/21 konnte zudem die Jugendkunstschule in das neu sanierte Kulturforum umziehen.

Corona-Zeichen
Seit Mitte Dezember setzt der Fachbereich Kultur ein leuchtendes Zeichen für die Kultur in Marzahn-Hellersdorf. In den Kulturhäusern des Bezirkes wird bis zu ihrer Wiedereröffnung die bundesweit etablierte Symbolik der roten Beleuchtung aufgenommen und die Kulturorte Tag für Tag ab Einbruch der Dunkelheit einen gut sichtbaren Innenraum in rotes Licht tauchen. Im Sommer 2020 waren bei der Aktion „Night of light“ Tausende Kulturgebäude rot beleuchtet. „Die für die gesamte Kultur immer bedrohlicher und existentieller werdende Pandemielage mit den kräftezehrenden langen Schließzeiten und den Angebotsausfällen macht es dringend notwendig, wieder ein deutliches Zeichen der Solidarität mit und innerhalb der Kultur sowie für den Erhalt und die Bedeutung der Kultur im Bezirk zu setzen.“ begründet Kulturfachbereichsleiter Jan Frontzek die Aktion. „Diese Lichtzeichen werden in der Dunkelheit leuchten und die Kultureinrichtungen über die dunkle Jahreszeit trotz Schließung gut sichtbar markieren und sie so bei den Menschen in guter Erinnerung halten.“

„Draußenstadt“ (BESD-Programm) in Marzahn-Hellersdorf
Für den Fachbereich Kultur und die dazugehörige Jugendkunstschule zusammen wurden für 2020 und 2021 Mittel in Höhe von jeweils 35.000 Euro im Rahmen der Initiative „Draußenstadt“ von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa bereitgestellt. Ziel ist es, die pandemiebedingten wirtschaftlichen Verluste der freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler abzufedern, ihnen zu ermöglichen, Projekte im Stadtraum öffentlich sichtbar und erlebbar zu machen. Auf die bezirkliche Ausschreibung Ende September haben sich Vereine, Solokünstlerinnen und Solokünstler, Kulturwirtschaft und Einrichtungen beworben. Die eingereichten Anträge sind inhaltlich breit gefächert: das Spektrum reicht von Musik, Theater, Bildender Kunst, Literatur über performative Kunst und Lichtinstallationen. Kriterien für die Projektauswahl waren unter anderem Professionalität der Anträge, Stärkung von Verdienstmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler, eine Vielzahl von Genres, Diversität der Akteure und Akteuerinnen, Realisierbarkeit der Projekte im öffentlichen Raum sowie Stärkung der Nutzung freier Flächen, bevorzugt unter freiem Himmel. Unter anderem wird die Wuhle „neugestaltet“, am Ahrensfelder Berg getrommelt und Theater gespielt. Es gibt eine Lichtinstallation, ein Kartenspiel in Hellersdorf Nord und „Martins Kulturexpedition“. Das BESD-Programm unterstützt in Marzahn-Hellersdorf somit in dieser schwierigen Zeit die Kulturakteurinnen und -akteure.

Modernisierung
Mit Mitteln aus dem BENE-Förderprogramm für nachhaltige Entwicklung wird im Förderschwerpunkt “Energieeffizienz und erneuerbare Energie in öffentlichen Einrichtungen” eine Ausstellungsfläche von ca. 1.300 qm im Ausstellungszentrum Pyramide und im Bezirksmuseum von den veralteten und energieintensiven Beleuchtungssystemen aus den 1990er Jahren auf energiesparende, klimafreundliche und langlebige LED-Beleuchtung umgestellt. Der Fachbereich Kultur ist froh, dass dieser 2020 gestellte Antrag bewilligt wurde und bis zum Sommer 2020 umgesetzt werden soll. Dafür wurden neue auf die Bedürfnisse der einzelnen Häuser abgestimmte Beleuchtungskonzepte entwickelt. Die neue nachhaltige Beleuchtungssituation wird sich auch qualitativ erheblich verbessern: punktgenauer, gleichmäßiger, mit einheitlicher Lichtfarbe. Zudem ist die neue Technik wesentlich bedienungsfreundlicher und langlebiger sowie wartungsärmer. Neben einer erheblichen Energieeinsparung und Kostensenkung sowie einer signifikanten Verringerung des CO2-Ausstoßes, werden sich auch die Instandhaltungskosten minimieren und durch die höhere Lebensdauer und die Verringerung von Neuanschaffung von Ersatzlampen sinkt der Ressourcenverbrauch maßgeblich. Eine Dezimierung der Klimabelastung geht so in den beteiligten Häusern mit einer gleichzeitig deutlichen Professionalisierung der Beleuchtungssituation einher.

Aus der Perspektive der einzelnen Kultureinrichtungen stellen sich die Jahre 2020 und 2021 folgendermaßen dar:

KUNST: offen
Trotz pandemiebedingter Unsicherheiten in der Planung wurde 2020 der Tag der Offenen Tür der bezirklichen Ateliers, Werkstätten und Galerien mit 28 teilnehmenden Kulturorten durchgeführt. Bei herrlichem Wetter kamen viele Besucher und sorgten für eine wunderbare Stimmung überall im Bezirk. Auch 2021 soll „KUNST: offen“ nach Möglichkeit wieder stattfinden. Dafür ist Sonntag, der 13. Juni 2021, geplant.

Kulturforum Hellersdorf
Zwischen 2003 und 2018 wurde die bezirkliche Kultureinrichtung vom Kulturring e.V genutzt. Das Gebäude wurde anschließend bis zum Jahresende 2020 durch den Bezirk mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost umfassend saniert. Nach der Übergabe an den Fachbereich Kultur ist das Kulturforum nun als kommunales Kulturhaus der Hauptstandort der Jugendkunstschule Marzahn-Hellersdorf. An Abenden und Wochenenden soll es bald auch wieder Raum für Nutzerinnen und Nutzer aller Altersgruppen aus dem Kiez, dem Bezirk und der Region für Veranstaltungen in den Sparten bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater und Literatur bieten. Fundierte Vorschläge für Kooperationsprojekte mit dem Fachbereich Kultur können dem Fachbereich jederzeit unterbreitet werden.
Zudem soll zukünftig das seit Jahren im Bezirk aktive Kinderopernhaus der Staatsoper Unter den Linden in einer gemeinsamen Kooperation der Fachbereiche Musik und Kultur des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf im Kulturforum eine Bleibe finden. Das Kinderopernhaus bietet in sechs Berliner Bezirken Grundschulkindern unabhängig von Herkunft und Bildungshintergrund die Möglichkeit, Musiktheaterwerke zu gestalten und vor Publikum aufzuführen. Es wurde 2020 mit dem Opus Klassik – einer der bedeutendsten Auszeichnungen für klassische Musik – in der Kategorie Nachwuchsförderung ausgezeichnet.

Schloss Biesdorf
Die kommunale Galerie im Schloss Biesdorf zeigte im Jahr 2020 die Ausstellungen „Sehnsucht nach dem Jetzt“, „Ronald Paris, Bilder vom Sein – Arbeiten aus sechs Jahrzehnten“, „Christine Fenzl, Land in Sonne“, „city – (un)limited“, „B1 – Eine Straße durch Berlin“ im Rahmen des EMOP und „Berlin by Bus / Bangkok by Bus“. Zu allen Ausstellungen erschienen Kataloge.
Die Ausstellungen „Sehnsucht nach dem Jetzt“ und „City(un)limeted“ konnten auf Grund des Lockdowns nur zeitlich eingeschränkt besucht werden, die Ausstellung „Berlin by Bus / Bangkok by Bus“ konnte leider erst gar nicht eröffnet werden. Zu diesen beiden Ausstellungen gab es dafür ein umfangreiches virtuelles Angebot, wie zum Beispiel digitale Gesprächsrunden, Ausstellungsrundgänge, Videoessays und verschiedene Online-Vermittlungsangebote.
Die Ausstellungsplanung im Schloss Biesdorf musste pandemiebedingt für 2021 geändert werden. Das Jahr sollte ursprünglich mit einer umfangreichen Ausstellung mit Kunstwerken aus dem Kunstarchiv Beeskow und zeitgenössischen Arbeiten eröffnet werden. Die Eröffnung dieser wichtigen Ausstellung unter dem Titel „Zeitumstellung“ ist bis auf Weiteres verschoben, der Ausstellungszeitraum wurde bis zum 21. August 2021 verlängert. Zur Ausstellung wird es wieder virtuelle Angebote und einen umfangreichen Katalog geben. Dies gilt auch für die darauffolgenden Ausstellungen „Werterauschen“ – eine internationale Gruppenausstellung zum Wertbegriff und die Personalausstellung des spanischen Künstlers Gustavo. Weitere geplante Ausstellungen mussten in die Zeit ab 2022 verschoben werden.
Personell wird sich der Standort ebenfalls weiterentwickeln. Die Stellenausschreibungen für eine Verwaltungs- und Veranstaltungsleitung und eine Bürosachbearbeitung sind bereits in 2020 erfolgt und sollen in der ersten Jahreshälfte 2021 erfolgreich abgeschlossen werden.

Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf
Die im Sommer 2020 im Haus 1 des Bezirksmuseums eröffnete Ausstellung „StadtRandLage. Ein Marzahn-Hellersdorfer ABC“, Teil eines großen Kooperationsprojektes des Stadtmuseums Berlin und der Berliner Regionalmuseen zum 100. Jahrestag der Gründung Groß-Berlins, wird voraussichtlich bis zum Sommer 2021 verlängert. Im Rahmen dieses stadtweiten Kooperationsprojektes beteiligte sich das Bezirksmuseum zusätzlich mit fünfzehn Fotoserien am Onlineportal „1000 x Berlin“.
In Erwartung einer Museumswiedereröffnung in 2021 wurde im Haus 2 des Bezirksmuseums die Ausstellung „Ingeborg Meyer-Rey. Porträt einer Künstlerin“ aufgebaut. Die Malerin und Grafikerin lebte und arbeitete von 1945 bis zu ihrem Tod 2001 in Mahlsdorf und wurde vor allem durch ihre Kinderbuchillustrationen und den von ihr geschaffenen Bären „Bummi“ bekannt. Ab Sommer 2021 soll im Haus 1 eine umfangreiche Sonderausstellung über Leben und Werk des Komponisten Kurt Schwaen folgen, der ebenfalls über viele Jahrzehnte in Mahlsdorf lebte.
Zur Unterstützung der Museumsarbeit wird im Jahr 2021 im Bezirksmuseum ein wissenschaftliches Volontariat eingerichtet. Mit dieser Maßnahme der Personalgewinnung und -entwicklung wird die Arbeit des Museums weiter professionalisiert.

Ausstellungszentrum Pyramide
Im Ausstellungszentrum Pyramide wurde die Frühjahrsausstellung der Kunstwerkstätten Marzahn-Hellersdorf wegen des ersten Lockdowns in den Sommer hinein verlängert. Das geplante große integrative Projekt „Eleusis in Hellersdorf“ musste auf 2022 verschoben werden. Die Ausstellung „INTERAKTIONEN“ der Künstler*innen der JKS konnte wenigsten einen Monat vor Ort geöffnet sein – die begleitend angebotenen Workshops wurden trotz strengster Hygienevorgaben gut besucht. Die gesamte Ausstellung wurde gefilmt und ist im Internet weiterhin zu sehen. Die „pyramidale“ fand wie geplant im September statt und war in allen Angeboten ausgebucht. Das in diesem Rahmen uraufgeführte Projekt „SoundArt“ ist ebenfalls auf der Website dokumentiert.
Schwerpunkte für das Jahr 2021 in der Pyramide sind die Themen Jugend, Umwelt und Zukunft.
Die Präsentation des internationalen Jugend-Foto-Projektes „changing planet“ ist die erste Ausstellung des Jahres und soll planmäßig am 25.02.2021 im Internet beginnen. Begleitend sind Workshops für junge Menschen geplant. Im Sommer folgt das ökotopische Kunstfestival „Wuhlenale“. Das Festival für Neue Musik und interdisziplinäre Kunstaktionen „pyramidale“ feiert an drei Tagen im September 2021 sein 20jähriges Bestehen mit einem besonderen Programm in Zusammenarbeit mit den JSO der Musikschule, dem ORWO-Haus und internationalen Künstlerinnen und Künstlern.
Mit Mitteln aus dem Förderprogramm.

Jugendkunstschule Marzahn-Hellersdorf
Die Jugendkunstschule ist seit 2021 Hauptnutzerin im Kulturforum Hellersdorf und arbeitet dort in bewährter Qualität als Teil eines kommunalen Netzwerkes mit Partnerinnen und Parntern aus den Bereichen Schule, Kultur und Jugendfreizeit. Sie bietet in der Schulzeit, am Nachmittag und während der Ferien Angebote der ästhetischen und künstlerischen Bildung für Kinder und Jugendliche. Trotz der bedauerlichen Absage vieler Präsenzveranstaltungen der Jugendkunstschule konnte ein kulturelles Angebot in Form von 24 Video-Tutorials kurzfristig entwickelt werden. Ebenfalls entstand ein Foto-Rundgang durch den alten Standort Kummerower Ring 44. Der enge Kontakt zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde in den Pandemiezeiten von den Mitarbeitern der Jugendkunstschule überwiegend telefonisch aufrechterhalten.
Für das Jahr 2021 plant die Jugendkunstschule eine Eröffnungsveranstaltung für den neuen Standort im Kulturforum Hellersdorf, sobald es die Pandemielage wieder zulässt. Eine digitale Führung durch den neuen Standort ist in Planung. Zukünftig sollen im Saal des Kulturforums auch regelmäßig Ausstellungen gezeigt werden. Für die Veranstaltungen in Kooperation mit Dritten an den Abenden und Wochenenden wird voraussichtlich im dritten Quartal 2021 ein öffentlicher Prozess der Ideensammlung für interessierte Akteure stattfinden.

NKI im Projektraum Galerie M
Im Jahr 2020 hat es die Neue Kunstinitiative Marzahn im Projektraum Galerie M trotz Corona geschafft, fünf Ausstellungen zu realisieren: „CopyCat“, „Kitsch und Glamour“, „Upcycling“, „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und „Kontinuum Moderne“. Hinzu kam im November 2020 das Kooperations-Projekt „Werte, Winter, Wunderwelt“ zusammen mit der degewo in der Marzahner Promenade. Trotz schwieriger Pandemiebedingungen wurden die Ausstellungen gut besucht. Die Schließungsphasen hat den Projektraum schwer getroffen, doch konnten ersatzweise viele der Projekte teilweise im Außenbereich umgesetzt werden.
Für das Jahr 2021 sind folgende Ausstellungen geplant:
1. „Kontinuum Moderne“- ein Projekt von der NKI und dem Bulgarischen Kulturinstitut, Berlin wird in das neue Jahr verlängert
2. „Weißes Rauschen“ – eine Ausstellung mit Arbeiten von der NKI und Gastkünstler*innen
3.„KONSUM– Die Maske der Gewohnheit“ NKI in Zusammenarbeit mit ORWO Haus – Workshops und Ausstellung und anderes mehr.

KulturGut
Im KulturGut konnten 2020 alle geplanten Veranstaltungen, außer den Märkten und dem beliebten traditionellen Adventssingen auf dem Dorfanger – wenn auch oft in stark abgewandelter Form und mit deutlich reduzierter Gästezahl – stattfinden. Das war finanziell und emotional besonders für die Künstlerinnen und Künstler wichtig. Der personelle und zeitliche Aufwand, um diese Angebote unter Coronabedingungen weiterführen zu können, hat sich für den Träger fast verdoppelt. Veranstaltungspläne mussten regelmäßig angepasst und organisatorisch aufwendige Anmelde- und Anwesenheitsdokumentationen geleistet werden. Die beliebten Kursangebote konnten seit März 2020 häufig nicht mehr stattfinden, da die Abstandsregeln in den Räumen das nicht ermöglichten. Der Verein hat deshalb durch fehlende Kurs- und Standgebühren und den fehlenden Gewinn aus der Bewirtung circa 15.000 Euro Fehlfinanzierung zu verzeichnen. Die Kosten für die Instandhaltung des stark sanierungsbedürftigen Standortes sind gleichzeitig gestiegen. Der Fachbereich Kultur hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekturbüro Borgelt+Jost und den aktuellen Standortleitungen ein Konzept für die weitere Entwicklung des kommunalen Kulturstandortes KulturGut zu einem zentralen Standort für regionale Geschichte und Kulturgeschichte entwickelt und sich auf dieser Grundlage für die Förderung aus dem Programm „Soziale Infrastrukturmaßnahmen in sozial benachteiligten Quartieren“ im Rahmen der ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere beworben. Mit diesen Mitteln und bezirklichen Investitionsmitteln soll in den kommenden Jahren das KulturGut in Alt-Marzahn 23 langfristig durch ein tragfähiges Nutzungskonzept wieder bedarfsgerecht als wichtiger Kulturstandort im Bezirk entwickelt und in die Kulturentwicklungsplanungen des Bezirks als Standort für regionale Geschichte und Kulturgeschichte eingebunden werden. Damit soll für die Bewohnerschaft in dieser Bezirksregion ein hochwertiges kulturelles, geschichtliches und handwerkliches Bildungs- und Austausch-Angebot gebündelt werden, das nachhaltige Möglichkeiten für die ressortübergreifende Zusammenarbeit der Bereiche Bildung, Weiterbildung und Kultur sowie Soziales erzeugt.
Für 2021 bleibt die Hoffnung, ab April / Mai auf der Außenbühne im Hof des KulturGuts die erfolgreichen Veranstaltungsreihen wieder aufnehmen zu können. Für Sonntag den 30. Mai 2021 ist beispielsweise ein Konzert der “Right now band” und den “Dixie Brothers” geplant. Sobald es die Pandemielage erlaubt, sollen auch wieder die Tanzveranstaltungen für Senioren, die Jazzreihe, die Kindertheatertage, die Schulprojekte, Kurse und Konzert stattfinden. Optimistisch hat sich das KulturGut für die bezirklichen Veranstaltungen “Kunst offen” und den “Tag des Nachbarn” sowie für den “Langen Tag der Stadtnatur” angemeldet. Die Ausstellung “Papierkram” mit Grafiken von Monika Feist wartet auf ihre Eröffnung und ab Oktober 2021 ist eine Ausstellung mit dem Fotografen und Maler Peter Leske geplant. Ob und wie Großveranstaltungen und Märkte stattfinden können, bleibt abzuwarten, aber das Team des KulturGuts ist vorbereitet. Der enge Kontakt zu allen Künstlerinnen Und Künstlern, Kursleiterinnen, -leitern und weiteren Akteuren wird vom KulturGut regelmäßig gepflegt, unter anderem auch, um die über DRAUSSENSTADT / BESD geförderten Angebote umzusetzen.

Kiste
Die bereits 1989 mit einem Programm des legendären Liedermachers Gundermann eröffnete “Kiste” konnte im Pandemiejahr 2020 viele kulturelle Angebote – Kinoveranstaltungen, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen – nicht realisieren. Gibt es normalerweise neben einem abwechslungsreichen und mehrfach ausgezeichneten Independent Kinoprogramm für Erwachsene und Kinder auch Kurse, Ausstellungen, Geburtstagsfeiern und Café-Angebote, so war das Haus im Jahr 2020 weitgehend verwaist. Selbst die in den Sommermonaten bespielte Biesdorfer Parkbühne im Schlosspark Biesdorf, auf der in der schönsten Zeit des Jahres ein umfangreiches Open-Air-Konzert-und-Kino-Programm geboten wird, konnte dieses Defizit nicht kompensieren. Bereits im 1. Lockdown stellte die Kiste für alle, denen Live-Musikabende fehlen, 32 KISTEnKonzert-Videos online.

Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf
Das malerisch gelegene Gründerzeitmuseum war von den Schließungen durch Corona hart getroffen. Nach der Wiedereröffnung im Mai 2020 kamen an den Öffnungstagen dann wieder viele Besucher und vereinzelt sogar Reisegruppen ins Haus. Unter den komplexen Auflagen der Pandemie war es dabei sehr schwierig, den Museumsbetrieb im alten Gutshaus aufrecht zu erhalten. Aber mit einem Hygienekonzept und dem beispiellosen Einsatz der Mitarbeiter wurde das Haus in den Monaten bis Ende Oktober engagiert und lebendig betrieben. Am 17. August 2020 erhielt die Geschäftsführerin des Betreibervereins Monika Schulz-Pusch das Bundesverdienstkreuz. Der Verein wurde zudem vom Bündnis „Gegen Homophobie“ für den “Respektpreis” nominiert.
Für das Jahr 2021 sind nach der Wiedereröffnung des Gründerzeitmuseum Jubiläumsveranstaltungen zu 60 Jahren Gründerzeitmuseum, eine Erweiterung der Fotoausstellung und der Museumsausstellung (Dienstmädchenzimmer und Spielzeugecke) sowie ab September wieder Filmvorführungen (Das Sonntagskind und Charlottes Erben) geplant.

Freizeitforum Marzahn – FFM
Ab Ende August 2020 wurden im Freizeitforum wieder Veranstaltungen durchgeführt. Sämtliche Programmabläufe wurden den hygienerechtlichen Vorgaben angepasst und umstrukturiert. Um eine bessere Auslastung erreichen zu können, wurden alle Künstlerinnen und Künstler gebeten, zwei Veranstaltungen für die gebundene Gage durchzuführen. Fast alle Künstler stimmten zu, obwohl das bedeutete, die Veranstaltungen mit einem Pausenfenster von drei Stunden zu spielen, da die Räumlichkeiten zwischengereinigt und durchgelüftet werden mussten. Um die Ticketumsätze im Haus zu behalten, wurden die Gäste der Veranstaltungen aktiv darum gebeten, die Tickets nicht gegen Bargeldauszahlung zurückzugeben, sondern auf den Ersatztermin der Veranstaltung zu warten oder Tickets gegen andere Veranstaltungen zu tauschen.
Für das Jahr 2021 plant das FFM aufgrund der pandemiebedingten Unsicherheiten vorsichtig ab Mai 2021 mit Veranstaltungen und einer Auslastung von rund 23 Prozent der normalen Kapazitäten im Arndt-Bause-Saal wieder zu beginnen. Die Studiobühne kann leider nicht als Veranstaltungsort geplant werden, da sie in Größe und Form nicht den hygienerechtlichen Vorgaben in Pandemiezeiten entspricht. Für ausgefallene Veranstaltungen werden neue Termine gesucht
Zu den Highlights 2021 zählen „Tatort 110 – TV Kommissare lesen im FFM“, „Ute Freudenberg und Band“, „Traumzauberbaum“, „Waldimir Kaminer liest“ oder „Comedian Harmonists Today“.

Weitere Informationen zur Kultur in Marzahn-Hellersdorf und alle Online-Angebote im Internet unter www.kultur-marzahn-hellersdorf.de.