„Stressfreie Zone“ – Ein Mediationsprojekt im Jugendzentrum Betonia

Pressemitteilung vom 23.04.2020

Bereits vor den gesellschaftlichen Veränderungen und politischen Maßnahmen, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie entstanden sind, fanden die ersten Vorbereitungen für ein Mediationsprojekt im Jugendzentrum Betonia statt. Das Jugendfreizeitzentrum in der Wittenberger Straße 78, 12689 Berlin renoviert aktuell den Mädchenraum, welcher zukünftig als Streitschlichtungsraum und Entspannungsort genutzt werden soll.

Durch ein kleines Forschungsprojekt einer Studierendengruppe der Evangelischen Hochschule Berlin, welche einen Tag lang in Marzahn-Nord eine stichprobenartige, fragebogengestützte Erhebung durchführte, ließ sich ein Bedarf an neuen, innovativen Konflikt-/ Streitklärungsmöglichkeiten erkennen. Dies deckt sich auch mit den Beobachtungen der Mitarbeitenden des Jugendzentrums Betonia. Streitklärung und Deeskalation gehören zu den wichtigen Haupttätigkeiten der Pädagoginnen und Pädagogen und Konflikte treten fast täglich auf.
Auch in der umliegenden Nachbarschaft werden Auseinandersetzungen auffällig und nicht selten fälschlicherweise mit der Freizeiteinrichtung in Verbindung gebracht. Langfristig kann nur gemeinsam mit der umliegenden Bevölkerung, den Besuchenden des Jugendzentrums sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren des Kiezes eine angenehme Umgebung geschaffen werden.
Mit dem neuen Projekt „Stressfreie Zone“ – Ein Mediationsprojekt im Jugendzentrum Betonia und der umliegenden Nachbarschaft”, gefördert durch die Partnerschaften für Demokratie Marzahn, startet der Versuch eine positive Streitkultur zu entwickeln. Gemeinsam mit Jugendlichen, Bürgerinnen, Bürger, Eltern und anderen Pädagoginnen und Pädagogen kann nach der Wiedereröffnung des Betonias an einem runden Tisch über das erfolgreiche Gelingen des Projektes gesprochen werden. Uns Mitarbeitenden ist es vor allem wichtig, dass es die Möglichkeit gibt, offen und ehrlich über Probleme und Konflikte zu kommunizieren, die verschiedenen Sichtweisen besser kennenzulernen und Verständnis füreinander zu gewinnen. Auseinandersetzungen sind nicht unbedingt schlecht und ein wertschätzender Umgang kann zu positiven, neuen Erkenntnissen auf beiden Seiten führen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen finden auch vermehrt Streitigkeiten, unter anderem im familiären Kontext, statt. Bei Bedarf kann das Projekt bei der Klärung unterstützen, es wird von der Mitarbeiterin Vera Prieß und Steve Jetschmann (Honorarkraft) durchgeführt.

Natürlich stehen auch alle anderen Pädagoginnen und Pädagogen des Jugendzentrums für Gespräche zur Verfügung und unterstützen das Projekt. Bei Fragen, Ideen und vor allem Streitigkeiten können Jugendliche und Familien es ab jetzt unter der Telefonnummer 01520 7923875 erreichen.