Ausstellung Fehlfarbe im mp43-projektraum für das periphere

Pressemitteilung vom 07.10.2020

Die Gruppenausstellung Fehlfarbe findet im Rahmen des Projekts Boulevard ist Trumpf, ab Sonntag, den 11. Oktober bis Sonntag, den 25. Oktober 2020, im mp43-projektraum für das periphere in der Stollberger Straße 73, 12627 Berlin, statt.

Boulevard ist Trumpf ist ein Kunstprojekt zum Thema Skat.
Skat – das Spiel, das in der deutschen Gesellschaft seit mehr als zwei Jahrhunderten fest verankert ist. Ob Stadt oder Land, ob Mitte oder Peripherie; ob Ost oder West das Spiel vereint die Menschen in Deutschland miteinander. Zwar wird weltweit Skat gespielt, allerdings ist die Skatgemeinde in Deutschland mit mehr als 20 Millionen Spielenden am größten.

Das Spiel wurde 1813 in Altenburg (Thüringen) entwickelt und 2016 in Deutschland als Weltkulturerbe aufgenommen und in die Liste der immateriellen Weltkulturgüter eingetragen. In dem Projekt Boulevard ist Trump wird in Verbindung mit dem Spiel der Begriff Heimat untersucht und dessen Möglichkeit zur Identifikation diskursiv verhandelt.

Während der Laufzeit des Projekts kann miteinander gespielt, experimentiert und kommuniziert werden. In Workshops werden individualisierte Skatblätter entworfen, bei Ausstellungspräsentationen steht das Thema Skat im Mittelpunkt und Skatrunden werden zum Treffpunkt. Während der Ausstellung ist das Skatspielen ausdrücklich erwünscht. Das Projekt beginnt mit der Ausstellung Fehlfarbe.

Fehlfarbe ist das Bindeglied zwischen dem Spiel Skat und dem künstlerischen Schaffen. Im Ablauf des Spiels bedeutet der Begriff das Anspielen einer Farbe, die die Gegenpartei nicht auf der Hand hält. Im künstlerischen Prozess signalisiert der Begriff eine Disharmonie zu seinem Umraum aber auch der Anlass zur Reibung und Auseinandersetzung des Nebenan und Gegenüber. Anhand dieser Gegenüberstellung werden erweiterte Kriterien zur Betrachtung das Spiels aufgestellt und Kontextvergleiche erstellt.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Gunhild Kreuzer
arbeitet als Performerin und Aktionskünstlerin. Unter anderem führte sie das Projekt lieb und teuer im Kastanienboulevard durch, indem sie Anwohner und Anwohnerinnen befragte, was ihnen lieb und teuer sei. Fotos und Texte werden z.Zt. ausgestellt.

Albert Markert – Projekt Augenramsch
Augenramsch untersucht das Verhältnis von Skat, Schach und Fußball und fragt was das alles mit Leonardo da Vinci, Kulturkritik, Kohlenstoffchemie, Pseudomathematik und freiem Denken zu tun hat. Frei nach dem Psychoanalytiker Klaus Theweleit, der Fußball als Tor zur Welt bezeichnet hat, wird der Frage nachgegangen ob sich durch Skat spielerisch die Welt erklären lässt.

Andrej Zwetzig
studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. Seit 2013 arbeitet er als freiberuflicher Illustrator und unterrichtet in den Bereichen Illustration, Druckgrafik sowie Malerei. 2015 gründete er das Studio „wir sind Atelier“ in der Hellersdorfer Promenade. In seinem Hauptstil arbeitet Andrej Zwetzig vor allem mit Tusche und Feder aber auch Kaltnadelradierung und Linolschnitt gehören zu seinem Repertoire. In der Ausstellung stellt er nicht die Druckergebnisse aus, sondern das Nebenprodukt: die geschnitzte Linolplatte.

Carola Rümper
arbeitet als Konzeptkünstlerin und betreibt seit 2010 den Projektraum mp43-projektraum für das periphere in Marzahn-Hellersdorf. Die Künstlerin greift in ihrer künstlerischen Arbeit gesellschaftliche Themen und Phänomene auf und entwickelt partizipatorische Projekte. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Projekte im Boulevard Kastanienallee durchgeführt. In der Ausstellung präsentiert sie das Projekt ´live spot` das 2018 für die Kommunale Galerie Schloss Biesdorf entwickelt wurde.

mp43-projektraum für das periphere
Stollberger Straße 73, 12627 Berlin
(Eingang Boulevard Kastanienallee)
E-Mail

  • Öffnungszeiten:
    jeden Donnerstag und Sonntag von 15:00-18:00 Uhr und auf Anfrage
    Zu den Öffnungszeiten kann Skat gespielt werden!!!

Die Ausstellung findet unter Einhaltung der entsprechenden Hygieneregeln (Mindestabstand, Nasen-Mundschutz-Masken etc.) statt.
Es wird darum gebeten eigene Nasen-Mundschutz-Masken mitzubringen.