7. Newsletter des Regenbogennetzwerks, Juni 2026

Berliner Bär mit Intersex Progress Pride Flag quer

Liebe Lesende,

es ist wieder soweit: Die Pride Season hat begonnen – jene Zeit des Jahres, in der Progressive-Pride-Flaggen nicht nur bunter flattern als jede Excel-Tabelle, sondern auch deutlich machen, dass Vielfalt kein Deko-Element ist, sondern ein politisches Statement. Pride heißt eben nicht nur feiern, sondern auch erinnern, einfordern und manchmal ziemlich laut “Hallo, wir sind immer noch da!” rufen.

Während draußen die Straßen langsam in Glitzer getaucht werden, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Rechte Angriffe auf queere Sichtbarkeit nehmen zu, Debatten werden rauer – und genau deshalb bleibt Pride notwendig. Oder, anders gesagt: Wer dachte, Gleichberechtigung sei ein erledigter Verwaltungsvorgang, hat eindeutig die falsche Akte geschlossen.

Umso wichtiger, dass wir zusammenkommen – zum Beispiel beim Motzstraßenfest, wo politisches Engagement auf gute Laune trifft und man ganz nebenbei zeigen kann, dass Haltung auch tanzen kann. Und für alle, die es etwas vertiefter (aber nicht weniger relevant) mögen, laden wir herzlich ein zur Veranstaltung
Pride, nicht Stolz! Pride-Paraden im Visier rechtsextremer Mobilisierungen am 1. Juli in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Kurz gesagt: Kommt vorbei, bringt euch ein, diskutiert mit – und vergesst nicht, dass Pride mehr ist als ein Event. Es ist ein Versprechen. Und wir halten bekanntlich gern, was wir versprechen.

Der Newsletter kann von allen interessierten Personen abonniert werden. Sendet uns gern Themen oder Infos zu, die hier veröffentlicht werden sollen. Der Newsletter erscheint zwei bis drei Mal im Jahr.

Eure Newsletter-Redaktion und das Sprecher*innen-Team

Queere Aktionswoche in der Berliner Verwaltung

Von Konstantin

Die diesjährige Queere Aktionswoche der Berliner Verwaltung findet vom 6. bis 12. Juli 2026 unter folgendem Titel statt: “Ein Schritt vor, zwei zurück? Akzeptanz der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt in der Berliner Verwaltung – gestern, heute und morgen”.

Die Queere Aktionswoche geht auf den Berliner LSBTIQ+ Aktionsplan zurück und zielt auf die Förderung der Akzeptanz und Wertschätzung für die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt innerhalb der Berliner Verwaltung ab. Die teilnehmenden Behörden setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit.

Die Mitglieder des Regenbogennetzwerks sind eingeladen, sich an der Queeren Aktionswoche zu beteiligen und ihre Perspektiven einzubringen. Für die Umsetzung vor Ort sind die Diversity-Ansprechpersonen der jeweiligen Behörden zuständig. Nehmt gerne Kontakt zu eurer Diversity-Ansprechperson auf, wenn ihr euch einbringen möchtet oder ihr euch erkundigen wollt, ob und wie sich eure Behörde beteiligt.

Eine Auflistung aller Diversity-Ansprechpersonen findet ihr im Intranet.

Das Netzwerk beim Schwul-Lesbischen Straßenfest und auf dem CSD

Von Marc

Zum Höhepunkt der queeren Saison in Berlin ist das Regenbogennetzwerk der Berliner Verwaltung wieder am Start. Bei den Aktionen zum Lesbisch-schwulem Straßenfest und zum CSD sind wir vor Ort präsent und sichtbar.

Queere Menschen werden häufig nicht in der Verwaltung erwartet – das ist mehr als bedauerlich und das wollen wir durch unsere Sichtbarkeit ändern. Wir wollen Kolleg*innen stärken, damit Diskriminierungen und Kränkungen nicht einfach hingenommen werden. Im letzten Jahr gab es am Infotisch häufig erst ein vorsichtiges Annähern, bevor sich Menschen uns gegenüber outeten: “Ich arbeite auch in der Verwaltung.”

An unserem Stand beim Straßenfest war durchgängig gute Stimmung – das Band der Verwaltung hielt uns zusammen und der Stand dank Glücksrad und einer vielfältigen Crew immer umringt. 2026 ziehen wir sogar von der Fuggerstraße in die Motzstraße und stehen neben dem Stand des Landesverwaltungsamtes mit ihrem Anhänger “Schnell dabei”.

Unterstützung gesucht

Die offiziellen Standzeiten sind am Samstag, dem 18. Juli von 11 bis 24 Uhr und am Sonntag, dem 19. Juli von 11 bis 22 Uhr und wir benötigen Eure Hilfe. Eine Einteilung erfolgt in Drei-Stunden-Schichten. Die Standzeit kann als Arbeitszeit anerkannt werden. Meldet Euch bei regenbogennetzwerk@berlin.de, wann ihr dabei sein könnt und wollt. Oder tragt euch gleich in die Liste ein. Auch Materialien für den Stand werden noch benötigt.

Haltung ist hot!

Und eine Woche später wird (weiter)gefeiert: auf dem CSD am 25. Juli 2026 wird es unter dem Motto Haltung ist hot! sogar zwei Wagen geben, die vom Regenbogennetzwerk mitbestückt werden. Zum einen sind wir mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, den Queerbeauftragten und Alexa mit am Start. Zum anderen sind Plätze für uns auf dem Wagen, der von der Senatskanzlei organisiert wird, vorgesehen. Insgesamt stehen uns vermutlich auf beiden Trucks 20 bis 25 Plätze zur Verfügung. Anmeldungen für die Trucks sind über die o.g. Mailadresse bis zum 5. Juli möglich. Die Plätze werden bei Übernachfrage gelost, Priorität haben diejenigen, die beim Stand auf dem Straßenfest helfen. Dank der einheitlichen T-Shirts des Regenbogennetzwerks mit dem Progressive-Pride-Bär haben wir uns auch immer erkannt.

Und zur CSD-Saison möchten wir noch auf eine sehr wichtige Veranstaltung der Berliner Landeszentrale für politische Bildung hinweisen, die am 01. Juli 2026 stattfindet: Pride, nicht Stolz! Pride-Paraden im Visier rechter Mobilisierungen, zu der eine Anmeldung bereits möglich ist.

Mit der Bezirke-Tour queer durch Berlin

Von Konstantin

Mit unserer Regenbogennetzwerk-Bezirke-Tour entdecken wir gemeinsam die Vielfalt der Berliner Bezirke und schaffen einen weiteren Raum zur Vernetzung unter den Mitgliedern.

In den vergangenen Monaten führte uns die Tour bereits nach Mitte mit spannenden Einblicken in die Themen Nachhaltigkeit und Müllvermeidung beim Berliner CSD, nach Marzahn-Hellersdorf zu einer Führung durch das Gründerzeitmuseum von Charlotte von Mahlsdorf sowie nach Lichtenberg zu einem geführten Stadtspaziergang zum Thema Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden, die das ermöglicht haben!

Unsere Bezirke-Tour geht nun in die nächste Runde und führt uns nach Schöneberg. Wir laden Euch herzlich zu einer gemeinsamen Führung ein:
  • Queer durch Schöneberg – Kiezspaziergang auf historischen Spuren
  • Datum: Donnerstag, 18. Juni 2026
  • Uhrzeit: 16:30 Uhr
  • Treffpunkt: Nollendorfplatz am Metropol-Theater
  • Anmeldung erforderlich: per E-Mail an regenbogennetzwerk@berlin.de

Save the Date: Am 8. Juli 2026 macht unsere Bezirke-Tour Station in Spandau.

Ihr möchtet die Bezirke-Tour auch in Euren Bezirk holen? Dann wendet Euch gerne an konstantin.duttlinger@senfin.berlin.de

Was macht denn eigentlich... die GGO I?

Vom Sprecher*innen-Team

Der Regierende Bürgermeister hatte im März 2024 öffentlich verkündet, dass es in Berlin keine Sprach- und Sprechverbote geben werde. Darauf wollten wir uns als Beschäftigtennetzwerk verlassen können. Können wir?

Im Herbst 2025 nahm die Neufassung der Gemeinsamen Geschäftsordnung I Fahrt auf und es sollte laut einer Entwurfsfassung ein explizites Verbot von verkürzten Paarformen aufgenommen werden (was übrigens auch Bürger/-innen beinhaltet hätte, was der geltenden Rechtschreibung entspricht). Auch weitere Regelungen zur Anrede ließen nicht den Geist der Gleichstellung und Antidiskriminierung vermuten, den wir als Regenbogennetzwerk erwarten und einfordern. Können wir also nicht?

Das Regenbogennetzwerk hatte sich hier klar positioniert und Schreiben an die Senatorin für Inneres, die Senatorin für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung, den Queerbeauftragten des Landes Berlin und den Rat der Bürgermeister(*innen) (RdB) geschickt. Im RdB gab es Unterstützung. Nach Nichtbeantwortung unserer Schreiben haben wir die Senatorinnen auch gern erinnert. Fun Fact: Die Schreiben an die Innensenatorin sind bis heute unbeantwortet geblieben. Ob das der GGO I entspricht?

Lustig ist das alles jedenfalls nicht. Trans, inter und nichtbinäre Beschäftigte und Bürger*innen können erwarten, dass ihre Verwaltung sie sprachlich nicht ausgrenzt und mit weiteren Kann-Regelungen abspeist. Wir erwarten, dass verkürzte Paarformen explizit ermöglicht werden!

Wir können nicht! Am 2.6.2026 wurde die GGO I erneut im Senat beraten und offenbar still und heimlich beschlossen. Nun ohne explizitem Verbot von Stern & Co. Aber eben immer noch mit dem unklaren Passus “wenn nicht geschlechtsneutral, dann weiblich und männlich”. Alle machen also weiter wie bisher und wenn du Pech hast, verbietet dir deine Vorgesetzte eben Stern & Co, weil sie die GGO I so versteht. So wurschtelt sich Berlin weiter an echter Gleichstellung vorbei.

Stammtisch des Regenbogennetzwerks

Von Konstantin und Alex

Der Stammtisch des Regenbogennetzwerks findet jeden ersten Mittwoch im Monat ab 17 Uhr an wechselnden Orten statt. Einfach vorbeischauen, keine Zu- oder Absagen erforderlich!. Ihr findet uns an dem Tisch mit dem Aufsteller, auf dem “Regenbogennetzwerk” steht.

Eure Ansprechpersonen im Regenbogennetzwerk für den Stammtisch sind Alex, Maxi und Konstantin. Die Kontaktdaten erhalten Mitglieder u.a. per Mail. Wir freuen uns über weitere Ideen und Formate für informelle Treffen!

Für Anregungen und Fragen zum Stammtisch könnt ihr euch gerne an konstantin.duttlinger@senfin.berlin.de oder alexander.abel@senwgp.berlin.de wenden

Planung Netzwerkversammlung 2026

Von Nadine

Die nächste Netzwerkversammlung, bei der einmal im Jahr Mitglieder des Regenbogennetzwerks gemeinsam diskutieren, Entscheidungen für das Netzwerk treffen und alle zwei Jahre das Sprecher*innen-Team wählen, wird voraussichtlich im November 2026 stattfinden. Aktuell sucht das Orgateam nach einem geeigneten Raum und Unterstützung bei der Planung und Durchführung unserer jährlichen Mitgliederversammlung.

In den Treffen des Orgateams koordinieren wir die inhaltliche Arbeit des Netzwerks und die Vorbereitungen für die Netzwerkversammlung. Die Orgatreffen finden hybrid statt: In der Senatsverwaltung für Finanzen, Klosterstr. 71, 10178 Berlin und als Videokonferenz für alle, die nicht vor Ort dabei sein können.

Hast Du Lust, das Regenbogennetzwerk im Orgateam aktiv mitzugestalten und die nächste Netzwerkversammlung zu organisieren? Willst du am Tag selbst unterstützen, z.B. beim Einlass, Aufbau oder im Awareness-Team? Sprich dazu gerne Conny-Hendrik Schälicke oder Marc Schulte an oder melde dich über unser Kontaktformular oder komm zu einem unserer nächsten Orgatreffen:

  • Mo 13.07.26
  • Mo 24.08.26
  • Mo 05.10.26
  • Mo 16.11.26