4. Newsletter des Regenbogennetzwerks, Februar 2025

Berliner Bär mit Intersex Progress Pride Flag quer

Liebe Lesende,

das Jahr 2025 beginnt nicht nur mit den Wetterkapriolen, an die wir uns langsam gewöhnen müssen, sondern schlägt auch politisch neue/alte Töne an. Das Regenbogennetzwerk sieht sich hier als wichtiger Baustein in der Berliner Verwaltung, um queeren Belangen durch gegenseitige Unterstützung und durch Sichtbarkeit nach außen Gewicht zu verleihen. Aktuell hat das Netzwerk 275 Mitglieder. Aber wir stehen noch am Anfang und können – insbesondere im Orgateam – jede Unterstützung gebrauchen! Wir planen in diesem Jahr den Newsletter 3-4 Mal zu versenden. Der Newsletter kann von allen interessierten Personen abonniert werden. Sendet uns gern Themen oder Infos zu, die hier veröffentlicht werden sollen.

Eure Newsletter-Redaktion und das Sprecher*innen-Team

Rückblick auf 2024

Von Conny-Hendrik

Strategieworkshop des Orgateams für Mitglieder

Im August letzten Jahres trafen sich 12 Mitglieder des Netzwerks um gemeinsam mit der Moderatorin Britta Loschke grundlegende Fragen zu erörtern, die in der bisherigen Arbeit des Orgateams regelmäßig eine Rolle spielten: Was kann/soll das Regenbogennetzwerk leisten? Welche Strukturen brauchen wir? Wer hat welche Aufgaben? Wir politisch können/wollen wir sein? Was ist unser Mandat? Wie bekommen wir alle Mitglieder/queeren Personen in der Verwaltung in den Blick? Die teilweise kontroverse Diskussion machte deutlich, wie vielfältig wir miteinander im Regenbogennetzwerk unterwegs sind, und wie viel Potenzial zum gegenseitigen Empowerment gerade in den unterschiedlichen Betrachtungen und Vorgehensweisen liegen. Auch mögliche Hindernisse und Herausforderungen, die in der offenen Zusammenarbeit im Regenbogennetzwerk liegen, wurden im Rahmen des Workshops deutlich. Aufgrund der geringen zeitlichen und finanziellen Ressourcen ist der Handlungsspielraum des Netzwerks naturgemäß begrenzt. Der Workshop konnte durch das Preisgeld des 2. Platzes beim Berliner Verwaltungspreis 2024 (Kategorie Diversity & Personal) und die Unterstützung der SenFin (Landespersonal) realisiert werden. Eine Fortsetzung wurde von den Teilnehmenden ausdrücklich gewünscht.

2. Netzwerkversammlung des Regenbogennetzwerks

Im Oktober 2024 versammelten sich 62 Mitglieder im Willy-Brandt-Saal des Rathaus Schöneberg, um auf das erste Jahr des Netzwerks zurückzublicken, sich auszutauschen, und um die Satzung des Regenbogennetzwerks weiterzuentwickeln.

Zum Bericht des Sprecher*innen-Teams gehörte auch ein zahlenmäßiger Überblick: 260 Mitglieder aus 12 Bezirken, 11 Senatsverwaltungen und 20 weiteren Behörden/Einrichtungen sind im Netzwerk aktiv. 77 haben auf Wunsch Zugang zum Fachnetzwerk des Netzwerks erhalten und Personen tauschen sich im WhatsApp-Chat aus. Im ersten Jahr fanden 9 Orgateam-Treffen und 10 Stammtische statt. Das Regenbogennetzwerk war auf den verschiedensten Veranstaltungen präsent wie Karrieremesse Sticks & Stones, Pride House Berlin, Lesbisch-Schwules Stadtfest, Auftakt Office PRIDE Days.

Die Gründung des Regenbogennetzwerks wurde mit dem 2. Platz des Berliner Verwaltungspreises 2024 quittiert und Berlin wurde Ende 2023 auch dank des Regenbogennetzwerks mit dem Siegel Pride Champion Gold ausgezeichnet.

Regenbogennetzwerk ohne Adresse?

Von Conny-Hendrik

Es ist schwer vorstellbar, aber wahr: Das Regenbogennetzwerk hat nach wie vor keine zentrale Emailadresse, die von den Sprecher*innen verwaltungsübergreifend genutzt werden kann. Da die Bezirke und die Senatsverwaltungen unterschiedliche Datenbanken nutzen, wäre der technische Aufwand erheblich und teuer, lässt die Senatsverwaltung für Finanzen verlauten. Was für den Hauptpersonalrat möglich ist – dieser hat eine eigene Subdomain hpr.berlin.de und eine Emailadresse hpr@hpr.berlin.de – wird Beschäftigtennetzwerken offenbar nicht zugestanden. Aber, wir sind hier um zu bleiben und werden eine Lösung finden! Bis dahin stellt unser zentrales Kontaktformular die einzige Möglichkeit dar, uns als Regenbogennetzwerk zu erreichen.

Stammtisch

Der Stammtisch des Regenbogennetzwerks findet jeden ersten Donnerstag im Monat ab 17 Uhr im Südblock am Kotti statt, bei Feiertagen am Tag davor (Mittwoch). Einfach vorbeischauen, keine Zu- oder Absagen erforderlich! Ihr findet uns an dem Tisch mit dem Aufsteller, auf dem „Regenbogennetzwerk“ steht.

Die nächsten Termine sind:

  • 6.3.2025
  • 3.4.2025

Euer Ansprechpartner im Regenbogennetzwerk für den Stammtisch ist Alex. Die Kontaktdaten erhalten Mitglieder u.a. per Mail. Wir freuen uns über weitere Ideen und Formate für informelle Treffen!

WhatsApp-Gruppen des Regenbogennetzwerks

Von Paupi

Wie kann man beitreten?

Der Beitritt ist unkompliziert möglich. Leitet einfach eure Handynummern über unser Kontaktformular an das Sprecher*innenteam.

Welche Gruppen gibt es?

Für die mobile Vernetzung der Mitglieder des Regenbogennetzwerkes wurde eine sogenannte Community in WhatsApp erstellt. In einer Community sind alle Gruppen gebündelt mit einem Klick aufgelistet, statt durch gesamten WhatsApp-Verlauf scrollen zu müssen, um die jeweilige Gruppe zu finden. Insgesamt gibt es aktuell sieben WhatsApp-Gruppen, die entsprechend ihres Themenschwerpunktes benannt wurden:

  1. Stellenbörse
  2. Stammtisch
  3. Veranstaltungshinweise
  4. Regenbogennetzwerk
  5. Verspätung bei Veranstaltungen
  6. Orga Netzwerkversammlung
  7. Persönlicher Austausch / politische Diskussion

Was sind die Themen der WhatsApp-Gruppen?

Wie schon erwähnt, sind die Gruppenbezeichnungen gleichzeitig auch als Kennzeichnung des jeweiligen Themenschwerpunktes gedacht. Ein großer Vorteil an den Gruppen innerhalb der erstellten Community ist, dass man jederzeit bei- und austreten kann, je nach Interesse und Bedarf. So kann man z.B. der Gruppe “Stammtisch” beitreten, in der immer auf den nächsten stattfindenden Stammtisch hingewiesen wird.

Disclaimer

Alle Teilnehmenden sind sich der Thematik des Datenschutzes bewusst, wenn es um WhatsApp als Plattform geht. Langfristig könnte (z.B. bei erfolgreichem Antrag bei der nächsten Netzwerkversammlung) auch eine andere Plattform zur Vernetzung anstelle von WhatsApp genutzt werden.

Bisher hat sich WhatsApp aber durchaus als zuverlässig erwiesen und auch die Teilnehmenden sind ohne Ausnahme exzellent mit der Verantwortung des gegenseitigen Datenschutzes umgegangen. Etwaige Verstöße würden selbstverständlich entsprechend nachverfolgt und ggf. auch mit einem Ausschluss an der Teilnahme der WhatsApp-Gruppen oder sogar dem Ausschluss vom Regenbogennetzwerk geahndet werden.

Orgatreffen 2025

Von Kato

Auch in diesem Jahr finden wieder regelmäßig Orgatreffen des Regenbogennetzwerks statt:

  • 03.03., 15-17 Uhr
  • 14.04., 13-15 Uhr
  • 19.05., 15-17 Uhr
  • 07.07., 13-15 Uhr
  • 18.08., 15-17 Uhr
  • 29.09., 13-15 Uhr
  • 10.11., 15-17 Uhr
  • 15.12., 13-15 Uhr

Die Treffen finden hybrid statt, in Präsenz in der 4. Etage, Raum B02/03, der Senatsverwaltung für Finanzen, Klosterstr. 71, 10178 Berlin, sowie gleichzeitig als Videokonferenz unter Verwendung von “bigbluebutton” für diejenigen unter Euch, die nicht persönlich vor Ort dabei sein können.

Hast Du Lust, das Regenbogennetzwerk im Orgateam aktiv mitzugestalten?Sprich dazu gerne Yewgeni Wolynski (Sprecher*innen-Team) oder Conny-Hendrik Schälicke oder Jenny Bluhm (beide Orgateam) an oder melde dich über unser Kontaktformular.

Winter-Pride am 15. Februar

Von Polly

Unter dem Motto “Wähl’ Liebe” findet am kommenden Samstag erstmalig ein Winter-Pride statt. Der Berliner CSD e.V. beteiligt sich mit einer Demo vom Bundestag zum Nollendorfplatz am bundesweiten Aktionstag zur anstehenden Bundestagswahl.

Der Winter-Pride will auf die aktuelle Verunsicherung der queeren Community hinweisen und die Menschen dafür sensibilisieren, am 23. Februar demokratische Parteien zu wählen, die für Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung eintreten.

Los geht’s am 15. Februar um 11:55 Uhr, also “5 vor 12 Uhr” vor dem Bundestag. Mehr Infos zur Route findet ihr beim Berliner CSD e.V.

Wir wollen als Regenbogennetzwerk ebenfalls teilnehmen, um für eine bunte und vielfältige Zukunft in Berlin und in der Berliner Verwaltung zu demonstrieren! Treffpunkt ist um 11.30 Uhr vor dem Starbucks am Pariser Platz.

Aus der Berliner Verwaltung

Von Conny-Hendrik

PRIDE Office Days der Berliner Verwaltungen

Das Hauptaugenmerk der Auftaktveranstaltung der Pride Office Days im Juni 2024 lag auf dem Thema “Allyship” (englisch für Verbündete). Dabei geht es um die Frage, wie wir alle – also auch Personen, die selbst keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität erfahren – zur Akzeptanzförderung beitragen und Verbündete sein können. Im Fokus stand ein kollegiales und unterstützendes Miteinander einer vielfältigen Belegschaft. Eine Broschüre zum Thema “LSBTIQ+ Allyship in der Berliner Verwaltung” steht euch in unserem Download-Bereich zur Verfügung.

Transitionsrichtlinien für trans, inter und nicht-binäre (TIN) Beschäftigte der Berliner Verwaltung – Quo vadis oder besser: cum venis?

Kommen sie nun oder gehen sie voran? Und wenn ja, wann? Grundlage dafür ist die Drucksache 17/3026 vom 15.06.2016 (sic!): Initiative für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt weiterentwickeln (IV) – Öffentlicher Dienst im Land Berlin. Hier heißt es unter Nr. 7.: “Das Abgeordnetenhaus würdigt die Ergebnisse, die im Rahmen des Berliner Projektes “Trans* in Arbeit” gemeinsam mit Unternehmen, Verwaltungen, Gewerkschaften sowie Job Centern entstanden sind. Der Senat wird aufgefordert dafür Sorge zu tragen, dass die Ergebnisse auch in der Verwaltung umgesetzt werden. Insbesondere sind für alle Verwaltungen einheitliche sog. Transitionsrichtlinien für transgeschlechtliche Führungskräfte und Mitarbeitenden zu entwickeln und ggf. öffentlich zu machen.” Ach ja: “Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 31.08.2016 zu berichten.” Unterzeichnet von Saleh, Schreiber (SPD) und Graf, Evers (CDU). Auch die aktuellen Richtlinien der Regierungspolitik (2023 – 2026) verkünden: “Die Sichtbarkeit und Selbstbestimmung von trans*, inter und nichtbinären Menschen werden gestärkt. In Schulen, Hochschulen und der Verwaltung werden Hürden für eine vollumfängliche Berücksichtigung der geschlechtlichen Identität abgebaut.” Wir erwarten Taten bis zum Ende der Legislatur! Und: Wir helfen gerne mit, denn im Netzwerk gibt es viele Beschäftigte mit Expertise dazu.

Diversitätsstrategie der Bundesregierung

Von Conny-Hendrik

Ende Januar 2025 wurde die Diversitätsstrategie der Bundesregierung verabschiedet. Das Dokument wurde unter Beteiligung des Queerbeauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann, erarbeitet. Auch der Nationale Aktionsplan Queer Leben wird genannt als Anknüpfungspunkt. In Kapitel 1.2.5 findet sich auch eine Aussage zu Beschäftigtennetzwerken (im Bund).