30/2025 | Schulstart 2025/26: Zahlen, Fakten, Schwerpunkte

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12. September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

in der jährlichen Schulanfangspressekonferenz besprach Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch Zahlen, Fakten und Schwerpunkte für das kommende Schuljahr. Wir haben zentrale Themen für Sie zusammengefasst.

Außerdem stellen wir Ergebnisse einer Evaluation vor, die die Wirkung der seit rund zwei Jahren geförderten Familienzentren an Grundschulen untersucht.

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Schulstart 2025/26: Zahlen, Fakten, Schwerpunkte

In der Pressekonferenz zu Beginn des neuen Schuljahres 2025/26 am vergangenen Freitag stellte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch Schwerpunkte des kommenden Jahres vor. Dabei legte Sie einen Fokus auf die berufliche Bildung und sprach über die Schaffung neuer Schulplätze, die Gewinnung von Lehrkräften und Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Berliner Bildungsqualität.

Berufliche Orientierung
Einen Schwerpunkt des neuen Schuljahres stellt die berufliche Orientierung junger Menschen dar. Erstmals gilt verbindlich ein 11. Pflichtschuljahr für Berliner Schüler/-innen, die nach Klasse 10 noch keine klare Anschlussperspektive haben. Eine solche Anschlussperspektive ist durch den Besuch der gymnasialen Oberstufe, des beruflichen Gymnasiums, einer Berufs- oder Fachoberschule sowie durch den Beginn einer Ausbildung oder durch einen Freiwilligendienst gegeben.

Jugendliche, die bis zur Jahrgangsstufe 10 keinen solchen Anschlussplan entwickeln konnten, besuchen den neuen und verbindlichen Bildungsgang „IBA-Praxis“, der an 15 Oberstufenzentren mit insgesamt 900 Plätzen startet. Rund 800 Schüler/-innen sind bereits angemeldet. Die „IBA-Praxis“ verbindet praxisnahen Unterricht, individuelle Förderung und betriebliche Praktika. Ziel ist, Jugendlichen frühzeitig Chancen für Ausbildung und Beruf zu eröffnen und einen geeigneten Anschlussplan zu entwickeln.

Angeboten wird die „IBA-Praxis“ in den sogenannten Ankerschulen. Jede dieser Schulen bietet 60 Plätze und setzt einen Fokus auf kleine Lerngruppen mit intensiver Betreuung, zusätzliche Schulsozialarbeit sowie enge Begleitung durch die Jugendberufsagentur. Durch das 11. Pflichtschuljahr mit seinem begleiteten Übergang und einer verbindlichen Beratung sollen erfolgreiche Bildungs- und Berufsabschlüsse gesichert werden. Derzeit gehen etwa 10% der Schüler/-innen trotz umfangreicher Berufsorientierungsangebote während der Sekundarstufe I nicht in eine Ausbildung oder einen studienbefähigenden Bildungsgang über.

Lehrkräftegewinnung
Um die Lehrkräftegewinnung auch in Zukunft zu sichern und weiter zu verbessern, sind verschiedene Änderungen auf den Weg gebracht worden: Mit der Änderung des Lehrkräftebildungsgesetzes wird so beispielsweise der Quereinstieg mit nur einem vertieft studierten Fach ermöglicht. Diese Regelung gilt ab dem Wintersemester 2026/27, die Humboldt-Universität will sie bereits ab dem kommenden Wintersemester im Rahmen eines Modellversuchs umsetzen. Erste Absolvent/-innen könnten somit ab dem Schuljahr 2027/28 in den Vorbereitungsdienst eintreten. Darüber hinaus bietet der Flex-Master Lehramtsstudierenden ab dem Wintersemester 2026/27 neben der kompakten Form des Praxissemesters eine duale Variante an. Das bedeutet, dass Studierende einen Arbeitsvertrag an einer Schule mit einem gestreckten Praxissemester an der gleichen Schule kombinieren können. Mit der Einführung der dualen Option haben Studierende, die sich ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen und/oder sich mehr Raum für eine eigenverantwortliche Erprobung wünschen, nun eine strukturell gestützte Möglichkeit. Um das Grundschullehramt in den künstlerischen Fächern attraktiver zu machen, dürfen Universitäten künftig auch Studiengänge anbieten, in denen das künstlerische Fach vertieft wird und Deutsch oder Mathematik nur als Lernbereich belegt werden.

Für das aktuelle Schuljahr wird mit rund 1.500 Referendar/-innen im regulären Vorbereitungsdienst und 1.629 Personen im Quereinstieg gerechnet. Bei den Einstellungen zum Schuljahr 2025/26 konnten die Stellen gleichmäßiger über die Stadt verteilt werden, sodass auch Regionen wie Spandau oder Marzahn-Hellersdorf besser versorgt sind.

Die Rückkehr zur Lehrkräfteverbeamtung ist ein weiterer zentraler Baustein, um Lehrkräfte dauerhaft zu binden. Die Verbeamtung der Bestandslehrkräfte, die fristgerecht Anträge gestellt haben, wird nach aktuellem Stand bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Seit Jahresbeginn werden monatlich durchschnittlich über 500 Lehrkräfte verbeamtet, deutlich mehr als im Vorjahr.

Aktuelle Zahlen und Daten
Die Zahl der Schulanfänger/-innen bleibt hoch: Zum Schuljahr 2025/26 beginnen 36.800 Kinder ihre Schullaufbahn an den öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen Berlins. Insgesamt erreicht die Zahl der Schüler/-innen damit in Berlin wieder einen neuen Höchststand. An den öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen lernen nun rund 408.000 Kinder und Jugendliche – gut 4.000 mehr als im vergangenen Schuljahr und so viele wie seit mehr als 25 Jahren nicht mehr. Seit 2015 wurden mehr als 25.000 geflüchtete Kinder und Jugendliche in das Berliner Schulsystem aufgenommen. Im Schuljahr 2024/25 besuchten rund 12.049 Schüler/-innen (Stand Juli 2025) die insgesamt 988 Willkommensklassen.

Auch die Berliner Schulbauoffensive entfaltet zum neuen Schuljahr verstärkt Wirkung und schafft dringend benötigte Kapazitäten. Zum und im Laufe des Schuljahres 2025/26 entstehen insgesamt 8.551 zusätzliche Schulplätze. Davon entfallen 5.738 Plätze auf neun Schulneubauten, die zum Schuljahresbeginn fertiggestellt wurden, sowie 2.813 Plätze durch Erweiterungen an bestehenden Schulen. Seit Beginn der Berliner Schulbauoffensive wurden bereits rund 50.000 Schulplätze neu geschaffen. Angesichts von mehr als 75.000 zusätzlich aufgenommenen Schüler/-innen in den letzten 13 Jahren bleibt der Schulbau jedoch weiterhin eine zentrale Aufgabe. Für das Schuljahr 2026/27 sind nach aktueller Planung mindestens zehn weitere Neubauten vorgesehen. Unsere interaktive Schulbaukarte gibt einen Überblick über alle Bau- und Sanierungsmaßnahmen seit 2013/14 und zeigt rund 840 Projekte bis ins Jahr 2928/29.

Reform für Schulen in freier Trägerschaft und weitere Maßnahmen
Ein umfassender Gesetzesentwurf zur Besserstellung der Berliner Privatschulen liegt derzeit dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung vor. Die Schulgesetznovelle sieht u.a. eine bessere Finanzierung der beruflichen Schulen, eine verkürzte Wartezeit bei staatlichen Zuschüssen sowie mehr Planungssicherheit für Träger. Zudem sollen durch Zuschüsse für Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Haushalten sowie für solche mit sonderpädagogischem Förderbedarf Teilhabemöglichkeiten verbessert und Inklusion gefördert werden.

Im Rahmen des bundesweiten Startchancen-Programms stehen Berlin in den kommenden zehn Jahren rund 460 Millionen Euro zur Verfügung, um gezielt Schulen mit hohem Anteil an sozial benachteiligten Schüler/-innen zu unterstützen. 2025/26 sind weitere 118 allgemeinbildende und berufliche Schulen in das Programm aufgenommen worden.

Voran geht es auch mit dem Breitband- und WLAN-Ausbau: Mit Stand Juli 2025 sind 532 Schulen angeschlossen, sodass derzeit angestrebt wird, alle öffentlichen Schulen bis Jahresende mit leistungsfähigen Anschlüssen auszustatten. Einen Beitrag zur Digitalisierung leistet auch das Berliner Schulportal. Es bietet einen personalisierten Zugang zu Fachverfahren, Bildungsmedien und Serviceangeboten und bündelt damit die wichtigsten digitalen Werkzeuge für Lehrkräfte, Schüler/-innen sowie Eltern. Die Nutzung wächst kontinuierlich: Aktuell greifen bereits rund 145.000 Personen regelmäßig auf das Portal zu.

Zuletzt werden auch im aktuellen Schuljahr mehrere Pilotprojekte laufen: Im Zusammenhang mit digitaler Bildung startet zum Schuljahr 2025/26 an der Gustav-Falke-Grundschule der Schulversuch „Informatische Grundbildung in der Primarstufe“. Ziel ist es, schon im Grundschulalter grundlegende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, Programmierung und algorithmischem Denken zu vermitteln. Mit der Ausweitung des Schulversuchs „FlexGanztag“ wird erprobt, ob eine Ganztagsschule mit einem festen Kern von 7.30 bis 14.30 Uhr und flexiblen Bildungselementen bis 16 Uhr den Bedarfen von Schüler/-innen, Eltern und Lehrkräften besser entspricht als die bisherigen Formen. Bis 2026/27 fortgeführt wird auch der hybride Schulversuch, zu dem zwölf weitere Schulen hinzustoßen.

Vertrauen, Teilhabe, Bildungschancen: Wie Familienzentren an Grundschulen benachteiligte Stadtteile stärken

Mit dem Modellprojekt „Familienzentren an Grundschulen“ sollen Familien in sozial benachteiligten Stadtteilen durch niedrigschwellige Angebote gestärkt sowie Kinderarmut und Jugendgewalt bekämpft werden. Eine nun veröffentlichte Evaluation zeigt, wie das Projekt wirksam zur Förderung von Bildung, Teilhabe und elterlicher Handlungskompetenz beiträgt und schulische Strukturen sinnvoll ergänzt.

Familienzentren an Grundschulen schließen an das seit 2012 durchgeführte Landesprogramm Berliner Familienzentren an und öffnen Schulen für Eltern und den Stadtteil. Sie setzen viele Angebote zur Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Grundschule oder der Grundschule in die weiterführenden Schulen um, unterstützen Eltern beratend und organisieren mit Akteuren vor Ort offene Treffs und Freizeitformate.

Im Rahmen des Modellprojekts sind Familienzentren an insgesamt 16 Grundschulen in sozial benachteiligten Stadtteilen eingerichtet worden. Diese Anzahl entspricht den Handlungsräumen der 2018 durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der damaligen Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gebildeten ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative (GI). Jeder dieser Handlungsräume, die auf Basis des Monitorings Soziale Stadtentwicklung, des Sozialstrukturatlas und eines hohen Anteils lernmittelbefreiter Schülerschaft in Grundschulen ausgewählt wurden, hat somit ein Familienzentrum erhalten. Bei der Auswahl der konkreten Schulen wurden neben der Schultypisierung und verschiedenen Armutsindikatoren wie der Inanspruchnahme der Lernmittelbefreiung oder des Bildungs- und Teilhabepakets auch die Größe der Schule sowie der Faktor Schuldistanz berücksichtigt. 13 der 16 Schulen mit Familienzentrum nehmen auch am 2024 gestarteten Start-Chancen-Programm teil.

Im Mittelpunkt der Evaluation stand die Frage, welche konkreten Veränderungen seit Beginn der Förderung der Familienzentren an Grundschulen im September 2023 an Schulen und im Sozialraum angestoßen werden konnten. Die Datenerhebung umfasste sowohl eine standortübergreifende Online-Befragungen als auch vertiefende Fallanalysen an vier ausgewählten Standorten, ergänzt durch Gruppendiskussionen und Interviews.

Deutlich wurde, dass die niedrigschwelligen Zugangsangebote wie offene Treffs, Elterncafés oder Ausflüge von der Zielgruppe gut angenommen werden und sich als ebenso wirksam erweisen wie Beratungsangebote, bei denen Eltern konkrete Hilfestellungen und Unterstützung erhalten. Auch die Zusammenarbeit im Sozialraum gelingt vielfach: Die gezielte Vermittlung in lokale Unterstützungsstrukturen stärkt die Teilhabe der erreichten Familien. Vereinzelt zeigten sich zudem positive Effekte bei der Übergangsgestaltung, die jedoch stark vom jeweiligen Standort und Aufgabenprofil der Familienzentren abhängen. Für den Zugang zu Eltern sind vor allem kostenfreie Angebote wie gemeinsames Essen, Bastelaktionen oder Ausflüge ausschlaggebend – sie verdeutlichen den armutssensiblen Ansatz der Mitarbeitenden an den verschiedenen Standorten. Ebenso erleichterte der Einsatz einfacher Sprache oder die Einbindung von Stadtteilmüttern zur Überwindung sprachlicher Barrieren den Zugang zu und die Teilnahme an den Angeboten. Diese Evaluationsergebnisse lassen erkennen, dass die Familienzentren besonders dort ansetzen, wo strukturelle Benachteiligungen– etwa durch ökonomische Einschränkungen oder sprachliche Barrieren – wirksam werden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.

Eltern nehmen das Familienzentrum als unterstützenden und vertrauenswürdigen Ort wahr, an dem sie sich wohlfühlen und in einen positiven Kontakt mit den eigenen Kindern und anderen Eltern kommen. Sie berichten von Wissenserweiterungen zu verschiedenen Aspekten in den Bereichen Familie, Erziehung und Bildung. In den Interviews werden sowohl indirekte Lernprozesse – etwa durch das Lesetraining – als auch direkte Lernprozesse über Elternseminare beschrieben. Auch beim Übergang von einer Schule in die nächste und beim Umgang mit familiären Konflikten gibt es Lernfortschritte, wenngleich in einem etwas geringerem Maße. Gleichwohl wird deutlich, dass hier in Familien wichtige Grundlagen gelegt werden, um Bildungsübergänge besser zu begleiten und familiäre Herausforderungen besser zu bewältigen.
Weiter zeigt sich, dass Familienzentren Eltern sinnvoll dabei unterstützen, ihre Kinder gezielt auf dem Bildungsweg zu begleiten – etwa durch gemeinsames Lesetraining, Hausaufgabenhilfe oder Elternseminare. Zudem bringen sich Eltern, die ein Familienzentrum an einer Grundschule besuchen, stärker im Schulleben ein. Diese Partizipation stärkt die elterliche Selbstwirksamkeit. Erfolgreiche Vermittlungen in den Sozialraum verdeutlichen darüber hinaus, dass Eltern nicht nur über passende Angebote informiert werden, sondern diese auch tatsächlich nutzen.

Insgesamt hat sich an den Grundschulen mit Familienzentrum das Schulklima verbessert, was sich positiv auf die Lernmotivation der Kinder auswirken kann. Voraussetzung dafür sind eine gute Kooperation zwischen Schule und Familienzentrum sowie die geteilte Vision aktiver Eltern an Schulen. In Teilen können Eltern in Familienzentren schulische Fragen oder auch Konflikte mit Lehrkräften klären, was darauf hindeutet, dass Familienzentren als Brückenakteure zwischen Elternhaus und Schule wirksam werden können.

Zusammenfassend und mit Blick auf die angenommenen Wirkungen in den verschiedenen Handlungsbereichen zeigt sich, dass die Familienzentren an Grundschulen innerhalb der vergleichsweise kurzen Laufzeit eine Vielzahl positiver Wirkungen erreichen konnten. Sie haben erste Zugänge für Familien, die sonst schwer erreichbar sind, eröffnet und Grundlagen gelegt, um Bildungs- und Teilhabechancen zu verbessern, Armutsfolgen abzumildern und im Sinn präventiver Ansätze Risikofaktoren für Jugendgewalt frühzeitig zu adressieren.

Stapel von Dokumenten

Evaluation Modellprojekt "Familienzentren an Grundschulen"

Kurznachrichten

Anna-Lindh-Schule in ihrem neuen Schulgebäude
Nachdem die Anna-Lindh-Schule ihr ursprüngliches Schulgebäude aufgrund von Schimmelbefall verlassen musste und zwischenzeitlich in einem Übergangsgebäude untergekommen war, konnte sie im Februar einen Compartment-Neubau in der Reinickendorfer Straße beziehen. In einem aktuellen Video geben Kollegium und Schüler/-innen einen Einblick in den neuen Lehr- und Lernalltag.

Sicher starten, sicher ankommen: Landesverkehrswacht stellt Berlins größte Schulwegkampagne vor
Zum Beginn des neuen Schuljahres hat die Landesverkehrswacht Berlin gemeinsam mit einem Bündnis aus Behörden, Verbänden und Unternehmen die Schulwegkampagne „Sicher starten, sicher ankommen“ offiziell vorgestellt. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmenden zu schärfen und die Sicherheit auf den Schulwegen der Hauptstadt zu erhöhen. Neben einem Banner, das jede der fast 400 Berliner Grundschulen erhält, werden mehr als 1.200 City-Light-Poster sowie Kampagnen-Motive auf 1.600 Bussen der BVG für mehr Sichtbarkeit sorgen.

Verkehrssicherheits-Aktionstag zum Schulanfang auf dem Tempelhofer Feld
Die Aktionsveranstaltung „Sichtbar mobil zur Schule“ findet jährlich statt und wird von der Bürgerstiftung Berlin nunmehr zum vierten Mal organisiert. Zahlreichen Partner/-innen vor Ort bringen den über 200 eingeladenen Zweitklässler/-innen aus verschiedenen Berliner Schulen praktische Fähigkeiten im Umgang mit Fahrzeugen bei, vermitteln Wissen über sichere Verhaltensweisen und klären über Gefahren im Straßenverkehr auf. Auch die älteren Kinder kommen zu Wort. Vertreter/-innen der teilnehmenden Senatsverwaltungen und der Polizei stellen sich vor Ort den Fragen der eingeladenen Redakteur/-innen von Schülerzeitungen in einer Pressekonferenz.

Kinder in Berlin gehen oft nur unregelmäßig zur zahnärztlichen Vorsorge
Trotz kostenloser Vorsorgeuntersuchungen bringen viele Eltern in Berlin und Brandenburg ihre Kinder nicht regelmäßig zum Zahnarzt. Das zeigen Zahlen der Krankenkasse AOK Nordost (Basis sind Abrechnungsdaten von 84.650 Kindern). Demnach besuchte im Jahr 2024 weniger als die Hälfte der Kinder zwischen 0 und 6 Jahren eine Zahnarztpraxis – in Berlin 44%, in Brandenburg 42%. Bei den Sechsjährigen, die 2024 zum Zahnarzt gingen, musste den Angaben zufolge in Berlin fast jedes Dritte (29%) wegen Karies behandelt werden. Trotzdem hat sich die Lage in den vergangenen fünf Jahren leicht verbessert. 2019 mussten in Berlin noch 34% wegen Karies behandelt werden.

Weltweit erstmals mehr Kinder adipös als untergewichtig
Das geht aus dem Ernährungsbericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor. Demnach sind etwa 20% der Kinder und Jugendlichen (391 Millionen) zwischen fünf und 19 Jahren übergewichtig, 9,4% (188 Millionen) sogar adipös. Untergewichtig waren zuletzt 9,2% der Heranwachsenden – rund vier Prozent weniger als zu Beginn des Jahrtausends. Adipositas ist den Angaben zufolge vor allem in Ländern mit hohen Einkommen ein Problem. In Chile seien 27% in der Altersgruppe adipös, in den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten 21%. In Deutschland seien die Zahlen relativ konstant mit leicht steigender Tendenz: rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen sei übergewichtig, 8% adipös.

Mehrheit befürwortet Altersgrenze für Social Media
85% der Erwachsenen befürworten einer neuen Umfrage des Ifo-Instituts zufolge eine Altersbeschränkung ab 16 für die Einrichtung von Social-Media-Accounts. Auch unter den 14- bis 17-Jährigen ist laut neuem Bildungsbarometer des Ifo-Instituts fast die Hälfte (47%) dafür. Grund sind die von vielen negativ wahrgenommen Folgen des Social-Media-Konsums für die junge Generation: von Handysucht über Konzentrationsstörungen und schlechten Schulnoten bis zu Mobbing, Schlafstörungen und seelischen Beeinträchtigungen. Die Wissenschaftler/-innen befragten für die Umfrage im Mai und Juni 2.982 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 und 1.033 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren.

Interaktive Karte von Jugendverbänden in Berlin
Der Landesjugendring Berlin hat eine interaktive Karte veröffentlicht, die die Vielfalt der Jugendverbandsarbeit in Berlin sichtbar macht. Abgebildet sind 486 Orte, an denen Jugendverbände aktiv sind – von Jugendclubs über Gruppentreffen bis hin zu Jugendbildungsstätten. Die Karte ermöglicht eine bezirksgenaue Suche nach Angeboten und zeigt, wie stark Jugendverbände in allen Teilen der Stadt präsent sind.

Radio Talent Class
Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren aus Berlin und Brandenburg können in den Herbstferien vom 20. bis 25. Oktober 2025 bei der Radio Talent Class von Radio Potsdam und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hinter die Kulissen des Radiomachens schauen. Teilnehmer/-innen erleben praxisnah, wie man Nachrichten erstellt, moderiert und Audiobeiträge schneidet. Ziel ist eine eigene Radiosendung, die im Studio von Radio Potsdam produziert und ausgestrahlt wird. Interessierte können sich bis zum 30. September 2025 für die Radio Talent Class anmelden.

Neues Kitajahr – neuer Rundgang: Mit Monstern Kinderrechte entdecken
Mit den UN-Kinderrechten im Gepäck tummeln sich lebensgroße Monster rund um beliebte Ausstellungsklassiker des Berliner Mitmach-Museums. Neues ist natürlich auch mit dabei: Die Monster laden zu einer verrückten Rutschpartie durch die Berge ein, bei der sie die UN-Kinderrechte leuchten, schleudern und knistern lassen. In Verbindung mit der interaktiven Ausstellung „schwitzen & frieren“, die Erfahrungsräume zu den Themen Gesundheitsförderung, Wetterphänomene, Klimawandel und Gefühlswelten anbietet, laden ein Kletteregal und Werkstatt-Aktionen zum Erkunden und Kreativsein ein.

Termine

14. September, 13 – 18 Uhr: Jugendtag der KUYUM-Tanzplattform Zum ersten Mal widmet die KUYUM-Tanzplattform einen ganzen Tag ausschließlich Kindern und Jugendlichen. Mit einem vielfältigen Programm voller Tanz, Bewegungsspiele und kreativer Workshops lädt sie zum Mitmachen, Ausprobieren und Staunen ein. Gemeinsam sollen Räume geöffnet werden, in denen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Ideen entfalten und tänzerisch ausdrücken können.

14. September, 10 – 18 Uhr: Familientag im Futurium Familien und Kinder haben beim Familienfest im Futurium die Gelegenheit, die Zukunft der Landwirtschaft zu entdecken. In Spielen, Workshops und Diskussionen richtet sich der Fokus auf den Themenschwerpunkt „Zukunftsfelder. Land bewirtschaften und nutzen“. Die Besucher/-innen fliegen als Hummel durch digitale Landschaften, zeichnen Comics oder debattieren mit Expert/-innen über den Schutz der Böden. Außerdem können sie die neuen Exponate kennenlernen. Das ist auch im Rahmen einer Führung, unter anderem in Einfacher Sprache und Deutscher Gebärdensprache, möglich.

15. – 26. September: Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“ Die Aktionstage werden durch das Aktionsbündnis „Zu Fuß zur Schule“ initiiert und koordiniert. Schulen und Kindergärten nehmen mit eigenen, selbstständig umzusetzenden Aktionen teil. Nach der Anmeldung können unterschiedliche Materialien bestellt werden, die das Aktionsbündnis zur Verfügung stellt. Anmeldungen sind auch noch kurzfristig möglich.

28. September, 11 -16 Uhr: 23. Berliner Pflegefamilientag Der 23. Berliner Pflegefamilientag lädt ins Deutsche Technikmuseum ein, um das tägliche Engagement der Pflegefamilien zu feiern und Raum für Information, Austausch und Begegnung zu bieten. Auch Interessierte können sich umfassend informieren und mit Fachkräften aus Jugendämtern und Trägerorganisationen ins Gespräch kommen. An 14 verschiedenen Marktständen werden verschiedene Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Auch das Technikmuseum öffnet seine Türen mit geführten Touren und vielfältigen Entdeckungsmöglichkeiten.

29. September, 20 -21 Uhr: lsfb-Abend-Webtalk: Chancenpatenschaften – Auf ein Neues im Kita- und Schuljahr 2025/2026 Ab September fördert der Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg (lsfb) mit den Chancenpatenschaften erneut Projekte und Aktivitäten an Kita und Schule. In diesem Abend-Webtalk informiert er erneut über das Förderprogramm „Chancenpatenschaften“ und beantworten gern alle Fragen der Teilnehmenden. Von Experimentier-AG über Theater bis hin zu Nachhaltigkeits- oder Demokratieprojekt: Das Programm ist offen für die Ideen der Kinder und Jugendlichen bzw. für die des Fördervereins. Der Webtalk richtete sich an Engagierte und Interessierte in Berlin und Brandenburg. Die Teilnahme findet online statt und ist kostenfrei.

30. September, 15 – 16 Uhr: Sprechstunde Schulmittagessen Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin e.V. lädt Mitglieder aus den Mittagessenausschüssen regelmäßig zu einem einstündigen Online-Austauschformat ein, um in kleiner Gruppe zu aktuellen Themen zu diskutieren sowie Fragen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Die Vernetzungsstelle begleitet die Veranstaltung mit Moderation und fachlichem Input. Themen des offenen Austausches werden entweder zu Beginn oder vor der jeweiligen Veranstaltung gesammelt oder ergeben sich währenddessen. Es kann dabei z.B. um die geänderte Mitwirkung der Schulen im laufenden Vertrag, die neuen Anforderungen im „DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung“ oder um die Kaltverpflegung gehen.

1. Oktober, 18.30 – 20.30 Uhr: Diskussion Social Media erst ab 16: Schutz oder Nachteil? Die Bundesbildungsministerin fordert es, der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung schließt sich an: Social Media erst ab 16. Und auch die EU plant strengere Altersvorgaben. Das schützt Jugendliche vor süchtig-machenden Apps und Pornographie, sagen Befürworter. Das ist eine Benachteiligung im Netz durch Erwachsene und außerdem praktisch gar nicht umsetzbar, meinen Kritiker. Wie sinnvoll sind schärfere Social-Media-Beschränkungen? Und wie kontrollierbar sind sie? Wo liegen für Jugendliche die Gefahren, wo aber auch Chancen in den sozialen Medien? Die Diskussion findet unter Beteiligung von Senatorin Katharina Günther-Wünsch statt.

10. – 12. Oktober (Anmeldung bis 25. September): Global Voices – Ein Fest der Stimme Im Rahmen des Jahres der Stimme freut sich die Landesmusikakademie Berlin, sechs inspirierende Dozent/-innen aus Georgien, Slowenien, Syrien, Südafrika und Deutschland willkommen zu heißen. In 90-minütigen Workshops haben Teilnehmende die Möglichkeit, den einzigartigen Klang und die besondere Herangehensweise dieser Musiker/-innen an die Stimme hautnah zu erleben. Das Programm wird durch Aufwärmübungen, technische Tipps, Improvisation und Circle Singing bereichert.

Fortbildungen / Fachtage

Zwischen Selbstoptimierung und Medikamentenmissbrauch am 16. September
Ob Schüler/-innen, Student/-innen, im Beruf, in der Freizeit, beim Sport, in schwierigen Lebenslagen oder zunächst aus klaren medizinischen Gründen – Medikamentenfehlgebrauch betrifft Menschen jeden Alters. Diese Weiterbildung informiert über Medikamente, deren Wirkweisen und Missbrauchspotentiale, das breite Spektrum an betroffenen Zielgruppen in verschiedenen Settings sowie rechtliche Hintergründe, Handlungsalternativen und Hilfsangebote. In gemäß bundesweiter Suchtprävention-Standards bewährter Mischung aus Wissensvermittlung und interaktiven Methoden wird in dieser Weiterbildung Sensibilität für das Thema geschaffen und die Handlungssicherheit der Teilnehmer/-innen erhöht.

Papier – das fetzt! am 16. September
Papier ist aus dem Alltag von Kindern nicht wegzudenken: Gefaltet, zerrissen, zusammengeknüllt – schon im jüngsten Alter sammeln Kinder Erfahrungen mit diesem Werkstoff. Später nutzen Kinder Papier, um darauf zu schreiben und zu zeichnen oder um daraus dekorative Objekte und raffinierte technische Konstruktionen zu gestalten. Teilnehmende lernen unterschiedliche Methoden kennen, mit denen sie die Basiskompetenzen von Kindern stärken können.

Stand, Land, Wald – Lebensräume gestalten am 18. September
Wie viele verschiedene Insekten leben auf unserem Außengelände? Wieviel Wasser braucht ein Baum? Warum wird die Straße im Sommer so heiß? Ob in der Stadt, auf dem Land oder im Wald – die Lebensräume rund um Kita, Hort und Grundschule bieten jede Menge Gelegenheiten zum Entdecken und Forschen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). In der Fortbildung lernen Teilnehmende Methoden zum Entdecken und Erforschen von Lebensräumen mit Kindern kennen und erhalten Anregungen, wie Sie die Kinder dabei begleiten können.

Suchtprävention für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte am 30. September und 1. Oktober
Menschen mit Flucht- und / oder Migrationserfahrung sind eine besondere Adressat/-innengruppe im Kontext Suchtprävention. Neben fluchtbedingten traumatischen Erfahrungen können auch weitere Herausforderungen im Ankunftsland Geflüchtete konfrontieren und das Risiko einer Suchtentstehung fördern. Durch das Verlassen des gewohnten Umfelds, die Sprachbarriere und strukturellen Schwierigkeiten verfügen sie unter Umständen nicht ausreichend über notwendige Bewältigungsstrategien, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Fachstelle bietet daher Weiterbildungen für Fachkräfte an, um sie für Zusammenhänge zwischen Flucht und Sucht zu sensibilisieren sowie ihre Handlungssicherheit im Umgang damit zu stärken. Diese Weiterbildungen werden als eintägige und zweitägige Variante angeboten.

TUKI – Theater und Kita
ab Oktober 2025 (Anmeldung bis zum 23. September)
An drei kreativen Workshoptagen zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 vermittelt TUKI in Kooperation mit dem SFBB Methoden der forschenden Theaterarbeit und berät in der Zwischenzeit die kleinen Theaterprojekte, die von den pädagogischen Fachkräften eigenständig in den Kitas durchgeführt werden. Die Fortbildung richtet sich an pädagogische Fachkräfte mit und ohne Vorerfahrung. TUKI – Theater & Kita ist ein Berliner Kooperationsprogramm der frühkindlichen Kulturellen Bildung des JugendKulturService und bildet Partnerschaften zwischen Kitas und Theatern.

Kubinaut Labor #14: Gemeinsam für Kulturelle Bildung am 6. Oktober
Im Zuge der veränderten Haushaltslage muss sich die Kulturelle Bildung neuen Herausforderungen stellen. Im Rahmen des diesjährigen Kubinaut Labors #14 sind Akteur/-innen an der Schnittstelle von Jugend, Kultur und Bildung eingeladen, gemeinsam Perspektiven zu entwickeln und konkrete Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Der erste Teil der Veranstaltung widmet sich einem inhaltlichen Austausch mit jugend- und kulturpolitischen Sprecher/-innen unterschiedlicher Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses. Im zweiten Teil finden drei praxisorientierte Workshops statt.

#excitingedu Kongress am 8. + 9. Oktober
Das Zeiss-Großplanetarium wird zum Schauplatz des #excitingedu Kongresses, einem Bildungskongress für innovative und digitale Bildung. Besucher/-innen erwarten zwei Tage voller Inspiration, Austausch und neuer Ideen rund um die Schulen der Zukunft. Das Kongressprogramm wartet mit spannenden Keynotes, Diskussionen, interaktiven Formaten und Specials zum 10-jährigen Jubiläum auf. Der Kongress steht unter der Schirmherrschaft von Senatorin Katharina Günther-Wünsch.

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