Historisches

Karstadt-Gebäude 1930 damalige Neue Königstr. 27

Eine Übersicht über die Geschichte des Hauses und zu den Senatorinnen und Senatoren seit 1945 finden Sie hier: Ein historischer Abriß zu Menschen und Gebäuden, die die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und ihre Vorgängerorganisationen prägten.

Senatorin Sandra Scheeres

Die Senatorinnen und Senatoren seit 1945

Sandra Scheeres ist seit Dezember 2016 Senatorin für Bildung, Jugend und Familie und steht damit in einer langen Tradition der wechselnden Zuständigkeiten für Bildung, Jugend, Wissenschaft, Forschung, Familie, Sport und kulturelle Angelegenheiten seit 1945.

In unserer Chronologie finden Sie alle Senatorinnen und Senatoren, die seit 1945 für die Ressorts unserer jetzigen Senatsverwaltung zuständig waren. Zu allen genannten Personen kann der jeweilige Lebenslauf eingesehen werden.

Chronologie der Senatorinnen und Senatoren seit 1945

PDF-Dokument (38.7 kB)

1983

Das Haus in der Bernhard-Weiß-Straße 6

Das Gebäude der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie spiegelt deutsche und Berliner Geschichte in besonderer Weise. Ursprünglich genutzt als Karstadt-Zentrale in den 1930er Jahren wurde es anschließend Dienstgebäude des Statistischen Reichsamtes in der Nazi- und Kriegszeit. In den DDR-Jahren war das Gebäude in der heutigen Bernhard-Weiß-Straße 6 Präsidium der Volkspolizei und Untersuchungshaftanstalt sowie Zentrale des Mauerbaus.

1931

Die Karstadt-Jahre, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

1928
Karstadt erwirbt die Grundstücke zwischen Keibel-, Wadzeck- und Neue Königstraße.

1930/1931
Das damals größte Bürogebäude Berlins entsteht nach Plänen des Architekten Philipp Schaefer.

1932
Karstadt verlegt seine Hauptverwaltung von Hamburg in den Neubau (damals: Neue Königstraße 27).

1934
Verkauf des für Karstadts Zwecke viel zu großen Komplexes an das Reichsfinanzministerium für 15 Mio. Reichsmark.

1936
Auszug von Karstadt und Einzug des Statistischen Reichsamtes. Diese Behörde führt Judenzählungen durch und sammelt zentrale Informationen für die Kriegsführung.

1944/1945
Durch Bombenangriffe und Bodenkämpfe wird das Gebäude schwer beschädigt.

8. Mai 1945
Mit dem Ende des II. Weltkriegs endet auch die Geschichte des Statistischen Reichsamtes

1952

Nach dem Krieg: Einzug der Polizei und Spaltung Berlins

1945
Einzug von Polizeidienststellen. Die sowjetische Militäradministration macht den Ritterkreuzträger Paul Markgraf zum Polizeipräsidenten.

1947
Anfang der Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten

1948
Spaltung der Berliner Polizei: Der Komplex Keibelstraße wird zum Polizeipräsidium Ost, in Tempelhof entsteht das Polizeipräsidium West.

1949
Bau des Polizeigefängnisses an Stelle eines kriegszerstörten Gebäudeflügels

1949 – 1990
Präsidium der Volkspolizei und Untersuchungshaftanstalt mit der Adresse der rückwärtigen Parallelstraße Keibelstraße. Zahlreiche DDR-Bürger werden hier „zur Klärung eines Sachverhaltes“ verhört und festgehalten.

17. Juni 1953
Arbeiteraufstand in Ost-Berlin: Vor dem Haus kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von Demonstranten und Polizei.

13. August 1961
Als zuständiger Sekretär im Zentralkomitee der SED für Sicherheitsfragen plant Erich Honecker im 2. Stock des Polizeipräsidiums die Sicherungs- und Propagandamaßnahmen für den Mauerbau.

1966 – 1995
Die heutige Bernhard-Weiß-Straße trägt den Namen des KPD-Funktionärs und Spanienkämpfers Hans Beimler.

Hans-Beimler-Straße 1993

Wiedervereinigung der Polizei schon am 1. Oktober - Sanierung - Einzug der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft

1. Oktober 1990
Im Hinblick auf den großen Festakt und die Demonstrationen zum 3. Oktober wird die Berliner Polizei bereits zwei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung zusammengeführt.

1995
Die Straße erhält den Namen des letzten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Preußens, Otto Braun (SPD).

2007 – 2010
Die BIM (Berliner Immobilien Management GmbH) führt für 47 Mio. Euro die Generalsanierung des Gebäudes durch.

Anfang 2010
Einzug der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. In 560 Büros stehen rund 910 Arbeitsplätze zur Verfügung. Im zur Keibelstraße gelegenen Teil des Blocks befinden sich auch heute Polizeidienststellen sowie die Büros der BIM.

2011
Mit der Errichtung eines Hotel-Komplexes gegenüber der Senatsverwaltung entstehen neue Adressen. Die Straße vor der Senatsverwaltung wird in Bernhard-Weiß-Straße umbenannt – nach dem jüdischen Polizei-Vizepräsidenten von Berlin, der von den Nazis gejagt und ausgebürgert wurde. Das Polizeipräsidium befand sich damals auf dem Grundstück des heutigen Einkaufszentrums „Alexa“.

Bildergalerie der ehemaligen U-Haftanstalt Keibelstraße

Lernort “Polizeigefängnis Keibelstraße”

Die ehemalige U-Haftanstalt Keibelstraße ist seit Februar 2019 ein Lernort für Schülerinnen und Schüler. Das pädagogische Konzept soll Schülerinnen und Schülern befähigen, sich mit der Geschichte des Ortes, aber auch mit DDR-Geschichte bzw. deutsch-deutscher Geschichte intensiv auseinanderzusetzen.

Der Lernort im ehemaligen Polizeigefängnis ist eine wichtige Gedenkstätte, an der junge Menschen viel über die Geschichte der DDR, Repression und Herrschaft und über die Schicksale der inhaftierten Menschen lernen können. Der Berliner Träger Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien e.V. betreibt den Lernort und bietet Präsenzseminare im Lernort und Online-Verantaltungen an.

Für dieses Projekt arbeitet die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eng mit verschiedenen Institutionen u.a. dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit sowie dem Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Senatskanzlei /Kulturelle Angelegenheiten, der Robert-Havemann-Gesellschaft und dem Landesinstitut für Schule und Medien zusammen. Auch Zeitzeugen werden in das Projekt einbezogen.

  • Außenansicht des Gefängnisses Keibelstraße vom Innenhof

    Außenansicht des Gefängnisses Keibelstraße vom Innenhof

  • überdachte, vergitterte Fenster des Gefängnisses (Parterre)

    überdachte, vergitterte Fenster des Gefängnisses (Parterre)

  • Gefängnistür Parterre

    Gefängnistür (Parterre)

  • Blick in zwei Zellen (Parterre)

    Blick in zwei Zellen (Parterre)

  • Rundgänge im Gefängnis Keibelstraße

    Rundgänge

  • Rundgänge im Gefängnis Keibelstraße

    Rundgänge

  • Zellengang in der 1. Etage des Gefängnisses Keibelstraße

    Zellengang in der 1. Etage

  • Zellengang in der 1. Etage des Gefängnisses Keibelstraße

    Zellengang in der 1. Etage

  • Zelle in der 6. Etage des Gefängnisses Keibelstraße

    Zelle in der 6. Etage: Zu Beginn der 1990er Jahre wurden Menschen, die abgeschoben werden sollten, zeitweilig in Zellen der 6. Etage untergebracht.

  • Zelle in der 6. Etage des Gefängnisses Keibelstraße

    Zelle in der 6. Etage: Zu Beginn der 1990er Jahre wurden Menschen, die abgeschoben werden sollten, zeitweilig in Zellen der 6. Etage untergebracht.

  • Wandbeschriftung von Abschiebehäftlingen im Gefängnis Keibelstraße

    Wandbeschriftung von Abschiebehäftlingen

  • Wach-Raum in Gefängnis Keibelstraße

    Wach-Raum

  • Blick aus der 5. Etage in den Gefängnis-Innenhof

    Blick aus der 5. Etage in den Gefängnis-Innenhof

  • Eingangs- und Ausgangstür des Gefängnisses Keibelstraße (Innenansicht)

    Eingangs- und Ausgangstür des Gefängnisses (Innenansicht)

Geschichte zum Download

Zur Geschichte des Polizeigefängnisses in der Keibelstraße

PDF-Dokument (102.0 kB)

Zentrale des Mauerbaus

Das Präsidium der Volkspolizei Berlin von 1949 bis 1990

PDF-Dokument (778.8 kB)

Geschichte des Gebäudes Bernhard-Weiß-Straße 6

Chronik des Gebäudes der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie von 1928 bis heute

PDF-Dokument (2.7 MB)