Die Integrationsbeauftragten und weitere Amtsträger*innen der Länder appellieren an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, die bestehenden Strukturen der Sprachförderung zu sichern und kurzfristig folgende Maßnahmen umzusetzen:
- Zugang zur freiwilligen Teilnahme an Integrationskursen sichern.
- Wiederholungsmodule der Integrationskurse wieder einführen.
- Das volle Spektrum der Berufssprachkurse wieder bereitstellen.
- Das bewährte, international anerkannte System der Sprachförderung sowie nachhaltige Integrationsstrukturen erhalten.
Menschen, die nach Deutschland kommen und unsere Sprache lernen, arbeiten und sich integrieren wollen, den Zugang zu den Integrationskursen zu verweigern, ist integrations- und migrationspolitisch kurzsichtig und steht nicht im Einklang mit arbeitsmarktpolitischem Bedarf und den Prioritäten der Länder. Integration von Anfang an ist ohne Sprache unmöglich.
Sprachförderung ist zentral für gesellschaftliche Teilhabe, wirtschaftliche Integration und Fachkräftesicherung. Sprache wirkt Ausgrenzung entgegen und ist entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Aussetzung der Zulassung zu Integrationskursen wird laut BAMF 2026 rund 130.000 Personen treffen – etwa 40 Prozent aller Teilnehmenden. Betroffen sind Asylbewerber*innen, Geduldete und Schutzsuchende aus der Ukraine sowie EU-Bürger*innen, darunter viele junge Menschen und besonders vulnerable Gruppen.
Für diese Menschen ist die Entscheidung fatal. Das Erlernen der deutschen Sprache wird ihnen extrem erschwert. Motivationsverlust, soziale Isolation und unterbrochene Integrationsverläufe sind die Folge. Daher muss die 2023 mit dem Chancenaufenthaltsgesetz in Kraft getretene Zielgruppenerweiterung im Gesamtprogramm Sprache erhalten bleiben.
Kurzfristig mag die Entscheidung den Bundeshaushalt entlasten. Mittel- und langfristig entstehen jedoch höhere Kosten für Bund, Länder und Kommunen, etwa durch verzögerte Arbeitsmarktintegration, Fachkräftemangel sowie längere Abhängigkeit von öffentlichen Leistungen und belastende Verwaltungsakte. Zugleich gefährdet sie gewachsene Strukturen bei Kursträgern und Lehrkräften. Träger geraten unter wirtschaftlichen Druck, Planungs- und Finanzierungssicherheit geht verloren, Wartezeiten steigen, besonders im ländlichen Raum drohen Kursausfälle und Personalabbau.