Landesprogramm Audio- und Videodolmetschen (AVD)

Grafik für Audio-Video-Dolmetschen

Das Land Berlin möchte allen Einwohner*innen passende Dienstleistungen anbieten und Sprachbarrieren überwinden. Deshalb soll das bestehende Angebot an Sprachmittlung durch das Landesprogramm Audio- und Videodolmetschen (AVD) erweitert werden. Dieses zusätzliche Werkzeug ermöglicht es Mitarbeitenden der öffentlichen Verwaltung, die Kommunikation mit nicht-deutschsprachigen Berliner*innen zu verbessern.

Was bedeutet Sprachmittlung? Sprachmittlung umfasst das Übersetzen von Texten und das Dolmetschen gesprochener Sprache. Es geht dabei nicht nur um die genaue Übermittlung von Informationen, sondern auch darum, den passenden Ton zu treffen. Es gibt verschiedene Arten der Sprachmittlung, einschließlich schriftlicher und mündlicher Formen, sowie informelle Dolmetsch-Situationen. Das Landesprogramm fokussiert sich vorerst auf die mündliche Form der Sprachmittlung.

Mit dem geplanten AVD-Dienst soll eine niedrigschwellige Möglichkeit der Kommunikation geschaffen werden. Der Dienst soll kurzfristig genutzt werden können und auch außerhalb regulärer Öffnungszeiten für Notfälle bereitstehen.

Aktuelle Angebote und Bedarf

Derzeit stehen bereits verschiedene Angebote wie Sprachmittler*innenpools, das Landesprogramm Integrationslots:innen, der Gemeindedolmetschdienst oder SprInt Berlin zur Verfügung. Diese Angebote reichen jedoch nicht aus.

Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg haben rund 40 Prozent der Berliner*innen einen Migrationshintergrund. Sie kommen aus rund 170 Herkunftsländern und sprechen mehr als 120 verschiedenen Sprachen – eine verständliche und mehrsprachige Kommunikation mit der öffentlichen Verwaltung spielt daher eine wichtige Rolle, und der Bedarf an entsprechenden Unterstützungsangeboten ist entsprechend hoch.

Umsetzung des Landesprogramms

Für die flächendeckende Einführung des AVD-Dienstes müssen viele organisatorische und rechtliche Fragen geklärt werden. Der Berliner Senat hat die Abteilung Integration und Migration unter der Leitung der Berliner Beauftragten für Partizipation, Integration und Migration mit dieser Aufgabe betraut. Informationen zum aktuellen Sachstand finden Sie unter Fachinformationen.

Pilotprojekt und Ausblick

Die Erprobung des AVD-Pilotprojekts erfolgt in Zusammenarbeit mit Behörden auf Landes- und Bezirksebene. Der Dienst wird aktuell in Ämtern wie dem Amt für Soziales, dem Jugendamt und dem Gesundheitsamt eingesetzt. Auch Schulen und Unterkünfte können den Service nutzen. Seit Projektstart wurden circa 7.500 Dolmetscheinsätze durchgeführt (Stand: März 2026).

Die erste Projektphase (2024–2025) wurde wissenschaftlich begleitet. Dabei zeigen sich zwei zentrale Ergebnisse:

  • In der Berliner Verwaltung besteht nach wie vor ein dauerhaft hoher Bedarf an Sprachmittlung. Trotz vielfältiger Sprachmittlungsangebote konnte dieser Bedarf noch nicht vollständig gedeckt werden.
  • Telefon- und Videodolmetschen (Distanzdolmetschen) sollte künftig der Standard sein. Präsenzdolmetschen kommt vor allem in besonderen Situationen zum Einsatz.

Die Ergebnisse sollen in die zweite Phase einfließen, die 2026 begonnen hat und weiteren Behörden und Einrichtungen die Nutzung des Dienstes ermöglicht.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt und der wissenschaftlichen Begleitung finden Sie unter Fachinformationen.

Universalgrafik für Teaser

Fachinformationen

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Fachinformationen zum Landesprogramm Audio- und Videodolmetschen, dem Pilotprojekt und der wissenschaftlichen Begleitung. Weitere Informationen

Kontakt

Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration
Sekretariat