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Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Städte, Gemeinden und Landkreise treten in den letzten Jahren zunehmend als Akteure der Entwicklungszusammenarbeit auf. Die Kommunen gestalten ihr Beschaffungswesen um, unterstützen den Fairen Handel und fördern entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit. Auch die kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund und Deutscher Landkreistag) engagieren sich in der Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit.

Um dieses wachsende Engagement zu würdigen und auszubauen, fasste der Bund-Länder-Ausschuss Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2010 unter Beteiligung des Deutschen Städtetags und des Deutschen Landkreistags einen Beschluss zur Kommunalen Entwicklungspolitik.

Es gibt gewichtige Motive für entwicklungspolitisches Engagement der Kommunen. Die Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und die internationale Ausrichtung deutscher Städte verstärken sich gegenseitig. Dass von Städtepartnerschaften und entwicklungspolitischem Engagement deutscher Kommunen auch die eigene Wirtschaft profitieren kann, ist ein durchaus erwünschter Nebeneffekt. Mit zunehmender wirtschaftlicher Globalisierung wächst aber auch das Bewusstsein der Bürger für die wechselseitige Abhängigkeit mit den Menschen in Entwicklungsländern. Globale Herausforderungen lassen sich nur durch gemeinsames Handeln lösen. Das können Regierungen nicht allein leisten. Auf allen Ebenen müssen die politischen Entscheidungsträger, Wirtschaftsvertreter, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Wissenschaftler mit ihren Partnern in Entwicklungsländern den Dialog über die gemeinsame Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung pflegen und gemeinsam nach Möglichkeiten für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Ärmsten und die Sicherung der Lebensgrundlagen der zukünftigen Generationen suchen. Dabei können deutsche Kommunen ihre genuine Kompetenz bei der Verbesserung der demokratischen Regierungsführung und kommunalen (Selbst-)Verwaltung ihrer Partnerstädte einbringen und so die entsprechenden Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wirkungsvoll ergänzen.

Berliner kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Berlin arbeitet im Rahmen seiner Städtepartnerschaften eng mit den Metropolen Jakarta, Taschkent, Windhuk, Mexiko-Stadt und Buenos Aires zusammen. Nähere Informationen über die Kooperationen und aktuelle Meldungen finden sich auf der Seite der Berliner Senatskanzlei. Auch einige Berliner Bezirke engagieren sich in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit mit ihren Partnerstädten und -bezirken:

  • Friedrichshain-Kreuzberg und San Rafael del Sur, Nicaragua
  • Treptow-Köpenick und Cajamarca, Peru
  • Lichtenberg und KaMubukwana, Maputo, Mosambik
  • Marzahn-Hellersdorf und Hoang Mai, Hanoi, Vietnam

2014 fand in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung die Fachveranstaltung „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit in Berlin“ statt. Die Fachveranstaltung gab einen Überblick über neue Finanzierungsinstrumente für Kommunen, die verstärkt im Bereich Entwicklungspolitik aktiv werden wollen. Vertreterinnen und Vertreter aus der Berliner Kommunalpolitik und -verwaltung sowie der Zivilgesellschaft zeigten anhand verschiedener Beispiele, wie sich Kommunen in der Entwicklungspolitik stark machen können. Der Informations- und Erfahrungsaustausch trug dazu bei, auch solche Bezirke zu ermutigen, die selbst noch keine Erfahrungen in der Kommunalen Entwicklungspolitik gesammelt haben.

Fachveranstaltung „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit in Berlin“

PDF-Dokument (1.3 MB)

Dokumentation der Folgeveranstaltung „Neue Wege zur kommunalen Entwicklungspolitik“

PDF-Dokument (1.1 MB)