SO01: Vom „Plentern“ und „Planschen“ im Treptower Wald

Mandarinenten

Plänterwald und Treptower Park

Wanderkarte

Der Plänterwald, 89 Hektar Wald mitten in der Stadt und doch so ruhig und vielfältig.

Die Wanderung beginnt am S-Bahnhof Baumschulenweg. In nordöstliche Richtung (rechts) wird einfach nur der Baumschulenstraße gefolgt. Nach der Überquerung der Köpenicker Landstraße endet die Straße nach ca. 400 Metern in einer Sackgasse an der Spree. Kurz vor der Wendeschleife geht es auf einem breiten asphaltierten Weg, der Kiehnwerderallee, in den Plänterwald.

Der Plänterwald liegt im gleichnamigen Ortsteil des Bezirkes Treptow-Köpenick und wurde 1760 am Spreeufer angelegt. Der Name Plänterwald ist abgeleitet vom Plenterwald. Ein Plenterwald zeichnet sich durch die Bewirtschaftungsart des Plenterns aus. “Plentern” bedeutet die Einzelstammentnahme, um in den entstandenen Lücken schattenertragenden Baumarten wie der Buche die Möglichkeit der natürlichen Verjüngung zu geben.

Seit 1876 wurde der Plänterwald nicht mehr ausschließlich forstwirtschaftlich genutzt, sondern dann auf nordwestlicher Seite durch den Treptower Park als Naherholungsgebiet ergänzt.

Der Kiehnwerderallee wird einige Meter gefolgt, bis auf der östlichen Seite (rechts) ein weiterer Weg zum Fähranleger der BVG-Fähre F11 abgeht. Auf diesem geht man an das Spreeufer und läuft nun nach Norden entlang der Spree. Nach ca. einem Kilometer befindet man sich ungefähr auf der Höhe der Spreeinsel Bullenbruch, die auf der anderen Uferseite zu sehen ist. Die Bäume zwischen dem Uferweg und der Spree sind durchgehend nummeriert. Erreicht man den Baum mit der Nummer “A 539”, befindet man sich direkt an einem Abzweig zurück in den Wald. Auf diesem nach südwesten (links) abknickenden Pfad durchquert man nun grüne duftende Bärlauchfelder. Dieser Pfad führt erneut zurück auf die Kiehnwerderallee. Diese wird jedoch nur überquert und leicht versetzt folgt man dem Weg zwischen zwei Holzpfählen hindurch. Dies ist die verlängerte Eichbuschallee. Schon nach wenigen Metern liegt am Wegesrand ein kleiner Spielplatz mit einem Schutzpilz. Direkt neben dem Schutzpilz geht es weiter auf einem deutlich schmaleren Weg wieder nach Norden (rechts). Dieser Pfad führt durch einen jungen Buchenbestand. An einer Wegegabelung mit einem liegenden großen Buchenstamm zweigt man nach Südwesten (links) ab. Es wird dem Weg gefolgt, in dessen Richtung der liegende Stamm deutet. Nun befindet man sich zwischen deutlich größeren und älteren Buchen, die im Hochsommer mit ihren riesigen Blätterdächern ein angenehm kühles Klima bewirken. Rechterhand sieht man bereits die Anlage der Waldschule Plänterwald und des Wirtschaftshofes des Forstamtes Köpenick. Als Orientierung für den weiteren Verlauf ist es gut zu wissen, dass dieses Gelände ab dort weiträumig umgangen wird. Das heißt, man sieht auf der rechten Seite immer wieder das Gebäude der Waldschule.

Auf diesem Weg läuft man geradewegs auf zwei Holzbänke zu. Wer möchte, kann diese gern für eine Pause nutzen. Nach einem Rechtsschwenk in nordwestliche Richtung geht es weiter über einige andere querende Wege, bis dieser Weg in einen breiteren Weg einfließt. Dieser Weg verläuft schnurgerade bis zum Dammweg. Unterwegs steht ein Wegweiser zur Waldschule Plänterwald. Wer sich für die Arbeit der Waldschule rund um die Berliner Wälder interessiert, kann sich dort nach vorheriger Anmeldung unter der Rufnummer 030 / 53000970 informieren.

Direkt neben der Waldschule befindet sich auch die sogenannte “Plansche”. Die Plansche ist ein Wasserspielplatz, der im Sommer sehr gern besucht wird. Neben einem großen flachen Wasserbecken findet man dort ebenso einen Spielplatz.

Die eigentliche Wanderung führt jedoch auf dem beschriebenen Weg vorbei an der Waldschule und der Plansche. Der befahrbare Dammweg wird nur überquert und es geht auf der anderen Seite weiter in Richtung Norden. Schon nach wenigen Minuten trifft man auf einen breiten gepflasterten Weg. Das ist der Zubringer zum ehemaligen Vergnügungspark “Spreepark”. Diesem folgt man nach Osten bis zu den Toren des Spreeparks.

Der Spreepark wurde 1992 eröffnet und bis 2001 betrieben. Auf dieser Fläche wurden zahlreiche Fahrgeschäfte und andere Attraktionen betrieben, die heute menschenleer und verweist brach liegen. Seit 2001 wurde immer wieder versucht, neue Investoren zu gewinnen, die diesen schönen Ort wiederbeleben. Bereits vor 1992 war dieser Ort als Vergnügungspark bekannt. 1969 wurde an dieser Stelle der Kulturpark Berlin gegründet und war damals schon beliebter Ausflugsort. Vor der Maueröffnung zählte der Kulturpark Berlin jährlich 1,5 Mio. Besucher.

Die Tour führt nun entlang des Zaunes nach Westen (links) bis zur Westernstadt. Hinter dem hohen Zaun des Spreeparkgeländes sind deutlich die Häuser im Westernstil zu sehen. Weiter dem Zaun folgend, gelangt man wieder auf die Promenade an der Spree. Nun verlässt man den Berliner Wald und wechselt über die Bulgarische Straße in den Treptower Park. Dort liegt das Restaurantschiff “Klipper” vor Anker. Dieser alte Frachtensegler hat dort 2001 festgemacht und ist ein schöner Ort für eine ausführliche Pause. Bei schlechtem Wetter kann man sowohl im “Frachtraum” als auch in der “Roof” ein trocknes Plätzchen finden. Bei schönem Wetter steht sowohl das Deck als auch eine große Wasserterrasse zur Verfügung. Geöffnet hat das Schiff täglich von 10.00 – 01.00 Uhr. Im Hintergrund sieht man die lange gebogene Abteibrücke. Durch ein kleines Tor kann direkt unter der Brücke hindurchgegangen werden. Diese Brücke verbindet das Berliner Festland mit der “Insel der Jugend”. Ein Abstecher auf die Insel ist ohne Zweifel lohneswert. Weiter entlang des Spreeufers streift man den “Biergarten” des Hauses Zenner.

Der “Zenner” zählt zu den ältesten Traditionslokalen Berlins. Es liegt im Treptower Park mit einem herrlichen Blick auf die Spree. Schon Mitte des vorigen Jahrhunderts war der “Zenner” mit seinem Biergarten ein beliebtes Ausflugsziel. Das Motto “hier können Familien selber Kaffee kochen” lockte die Berliner in Scharen.

Nach einer ausgiebigen Pause in einem der beiden Ausflugslokale wird die letzte Tagesetappe in Angriff genommen. Von dort kann man in alle Ruhe weiter in Richtung Nordwesten durch den Treptower Park laufen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man direkt weiter auf der Uferpromenade läuft oder vorbei an der großen Wiese im Park. In der Ferne sind bereits der Treptowers zu sehen, ein großes Hochhaus einer Versicherungsagentur. Nördlich des Treptower Parks und damit auch am Ende der Wanderung befindet sich ein großer Dampferanleger, von dem aus man nun anschließend bei einer schönen Dampferfahrt in die Berliner Innenstadt fahren kann. Wer nicht mit dem Schiff zurück fahren will oder kann, hat die Möglichkeit, von dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln diese schöne Wanderung zu beenden.