Gesundbrunnen

Allgemeines

Der Gesundbrunnen ist ein Ortsteil vom Bezirk Mitte von Berlin.

Zur den Hauptverkehrsachsen gehören die Bad- und die Brunnenstraße, die von Norden nach Süden verlaufen.

Der Name geht auf eine im 18. Jahrhundert entdeckte mineralhaltige Quelle zurück, dessen Wasser eine heilende Wirkung haben sollte.

Im Südosten von Gesundbrunnen liegt das sogenannte „Brunnenviertel.

Durch den Ortsteil fließt die Panke.

Lage

Der Ortsteil Gesundbrunnen grenzt im Westen an den Ortsteil Wedding (etwa Reinickendorfer Straße). Nördlich von den Bezirken Reinickendorf und Pankow mit dem Ortsteil Prenzlauer Berg umschlossen, südlich vom Ortsteil Mitte empfangen. Die südliche Grenze liegt an der Bernauer Straße. Die Grenze im Norden und im Osten verlaufen entlang der Linie des Louise-Schroeder-Platzes, der Reginhardstraße, des Ritterlandweges, der Provinzstraße, der Kühnemannstraße, der S-Bahn-Trasse (Nordbahn) und des Mauerparkes.

Geschichte

Erstmalige urkundliche Erwähnung fand das Dorf Weddinge im Jahr 1251, welches aber wieder von der Landkarte verschwand.

Erst 1601 erwarb Hieronymus Graf Schlick von Passau und Weiskirchen, kurfürstlicher Oberhofkämmerer, etwa 50 Ackerstücke und Wiesen zur Einrichtung einer „böhmischen Meierei“.
Das ehemalige Vorwerksgehöft mit Garten- und Gutsland umfasste etwa das Gebiet zwischen Gerichts-, Reinickendorfer und Pankstraße. Die Gärten rechts der Panke erstreckten sich zur Wedding- und Kösliner Straße. Nördlich der Wiesenstraße folgte die Gutsgrenze dem alten Pankelauf.

Dass der Ortsteil den Namen Gesundbrunnen erhielt, hing mit der Entdeckung einer eisenhaltigen Quelle zusammen, welche im Jahr 1748 zum ersten Mal erwähnt wurde.

Es kam zur Errichtung des späteren Heilbads “Luisenbad” durch Friedrich II.

Die frühe kartographische Erwähnung des Gesundbrunnen ist ein mehrfach kopierter Plan von 1757, der die Besitzverhältnisse vor der Anlage des Brunnens beschreibt. Es kam zur ersten Erschließungen durch die Landwirtschaft, Einrichtung einer Mühle und Nutzung der in unmittelbarer Nähe gelegenen Quelle.

1760 wurde das Heilbad unter dem Namen „Friedrichs Gesundbrunnen“ eröffnet. Im Jahr 1799 besuchte Königin Luise das Bad und fortan hieß die Anstalt “Luisenbad”.

Das Luisenbad (Heilquelle) war Ausflugsziel für die Berliner und führte um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zur Ausprägung der Badstraße als bürgerlichen Boulevard mit zahlreichen Volksgärten, Restaurationsbetrieben und Theatern (bekannte Etablissements: Weimann’s Volksgarten, Rose-Theater, Marienbad oder Victoria-Garten). 1882 wurde die Heilquelle durch Bauarbeiten versehentlich verschüttet und ist seit 1891 gänzlich versiegt.

1908 kam es zur Eröffnung des ersten Kinos im Badehaus Marienbad: Aus der Spielstätte des Rose-Theaters ist das „Alhambra“ entstanden.

Zu Zeiten der Industrialisierung (Mitte des 19. Jh.) entwickelte sich aus dem ländlichen Gesundbrunnen ein dichtbebautes Industrie- und Arbeiterviertel. Es folgte die Ansiedlung der Tresorfabrik S. J. Arnheim und der Panzer A. G. M. Fabian.

Der Gesundbrunnen wurde 1861, gemeinsam mit dem Ortsteil Wedding, nach Berlin eingemeindet.

Nach der Deutschen Teilung bis 1961 ist der Ortsteil Umsteigebahnhof und Umschlagplatz zwischen Ost und West geworden. Er wurde geprägt von Ladenzeilen, Wechselstuben und Grenzkinos.

Mit der Bezirksfusion am 01.01.2001 wurde Gesundbrunnen ein Ortsteil von dem neuen Bezirk Mitte von Berlin.

Der Ortsteil heute

Bildvergrößerung: Gesundbrunnencenter
Das Gesundbrunnencenter Bild: Bezirksamt Mitte

Der heutige Ortsteil Gesundbrunnen ist größer als der historische Gesundbrunnen und schließt auch Teile der früheren Oranienburger und Rosenthaler Vorstadt ein.

Direkt am S-Bahnhof Gesundbrunnen, welcher ein wichtiger Punkt für den öffentlichen Nahverkehr ist, ist das Gesundbrunnen-Center zu finden.

1835 wurde nach den Entwürfen von Schinkel die Paulskirche erbaut. Sie steht direkt am U-Bahnhof Pankstraße.

Der Vokspark Humboldthain bietet den Bewohnern nicht nur viel Grünfläche, sondern auch ein Freibad und einen Aussichtsturm.

An der Bernauer Straße befindet sich die Mauergedenkstätte, die an die bewegte Geschichte Berlins sowie des Ortsteils erinnert.