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Internationaler Tag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ am 25. November 2019

Pressemitteilung Nr. 462/2019 vom 18.11.2019

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel informiert:

Der 25. November wurde von der UN-Generalversammlung im Jahr 1999 zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ bestimmt. An diesem Tag wird weltweit darauf hingewiesen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nach wie vor die am weitesten verbreitetste Menschenrechtsverletzung darstellt.

Artikel 3 der 1948 von der UN beschlossenen Menschenrechtserklärung, der das Recht jedes Menschen auf Leben, Freiheit und Sicherheit festschreibt, ist ein Recht, gegen das auch in Deutschland und auch im Berliner Bezirk Mitte immer wieder verstoßen wird. Berlin-Mitte als einer der bevölkerungsreichsten Bezirke der Stadt liegt im Berliner Vergleich weit oben mit der Anzahl von Vorfällen an häuslicher Gewalt. Hier gilt es gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren weiter aktiv an Präventionsstrategien zu arbeiten und die Menschen zu sensibilisieren, sei es für eigene Gewalterfahrungen und deren Meldung, aber auch Gewalt im sozialen Umfeld und ein Bewusstsein darüber, dass es richtig und wichtig ist, sich bei Vermutungen zu häuslicher Gewalt in der Nachbarwohnung beispielsweise als Unterstützung anzubieten oder auch die Polizei einzuschalten.

Kerstin Drobick, Gleichstellungsbeauftragte im Bezirk: „Deutschland hat im Jahr 2017 die Istanbul-Konvention ratifiziert und sich damit verpflichtet, die Angebote zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und gegen häusliche Gewalt auszubauen und bestehende Angebote zu stärken. In Mitte sind viele sehr gute Frauenprojekte in diesem Bereich angesiedelt. Die Auslastung der bezirklichen Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen jedoch lässt darauf schließen, dass wir noch lange nicht am Ziel sind und weiter gemeinsam daran arbeiten müssen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht mehr toleriert wird.“

Die Zahl der in Berlin durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Wir sind in 2018 bei 16 durch (Ex-)Partner getöteten Frauen angekommen. In Deutschland gibt es täglich einen Tötungsversuch durch (Ex-)Partner, an jedem dritten Tag gelingt es. Wir müssen über die tödlichen Folgen von toxischer Männlichkeit reden!“

Mareike Vorpahl, Koordinierungsstelle für Alleinerziehende: „Gewalt gegen Frauen und Mädchen kennt keine soziale Zuschreibung, sondern findet überall statt. Eine künstliche Trennung und damit Zuschreibung von Gewalt zu herkunftsbezogenen Konstrukten führt lediglich zu Verschiebungen in der Wahrnehmung und der Entlastung eines vermeintlichen „Wir“. Zwischen „Familientragödie“ und „Ehrenmord“ zu unterscheiden ist hierbei die offenkundigste Fehleinschätzung. Beide Worte beschreiben Gewalt und Mord an Frauen aufgrund ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit. Das Gewalt gegen Frauen und Mädchen weder Religions- noch Staatsangehörigkeiten kennt, ist auch die Erfahrung der Kolleginnen aus den Frauen-Projekten des AWO-Kreisverbandes Berlin-Mitte e.V., die wie viele andere Fachkräfte im Bezirk die Frauen nach der Erfahrung häuslicher Gewalt dabei unterstützen, ein neues Leben zu beginnen und sich aus den Gewalt-Kontexten zu lösen. Insbesondere für diese Zielgruppe der Alleinerziehenden und deren Kinder, die mit dem Trauma der Gewalterfahrung umgehen müssen, braucht es weitere Unterstützungsstrukturen im Bezirk.“

Veranstaltungen im Bezirk Mitte und in den Berliner Bezirken finden Sie hier: www.berlin.de/lag/gleichstellungs-frauenbeauftragte/aktuelles/termine-und-veranstaltungen

Kontakte:

Bezirksamt Mitte
Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Drobick
Tel.: (030) 9018-32048
E-Mail: kerstin.drobick@ba-mitte.berlin.de

AWO Kreisverband Berlin-Mitte e.V.
Koordinatorin Netzwerk für Alleinerziehende im Bezirk Mitte
Mareike Vorpahl
E-Mail: alleinerziehend@awo-mitte.de
Tel.: (030) 49 30 14 28
Web: awo-mitte.de

Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de