Mit der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf gewinnt eine der größten Gesamtschulen Deutschlands den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2026. Aus Berlin hatte es das Käthe-Kollwitz-Gymnasium bis ins Finale geschafft.
Für die kontinuierliche Verbesserung der Unterrichtsqualität setzt die Bertha-von-Suttner-Schule im hessischen Mörfelden-Walldorf, die über 2.000 Schüler/-innen besuchen, auf eine klare Struktur. „Eigene Abteilungen entwickeln das Kernprodukt – den Unterricht – gezielt weiter“, heißt es beim Deutschen Schulpreis, der selbst einräumt, dass das nach einem Wirtschaftsunternehmen klinge. Grundlage dieser Weiterentwicklung seien „systematisch ausgewertete Daten, die pädagogische Entscheidungen lenken“. Demgegenüber stehe die persönliche Begleitung der Schüler/-innen, damit diese sich auf dem weitläufigen Campus zuhause fühlten.
„Die Bertha-von-Suttner-Schule beweist, wie gut ein durchdachtes Konzept und eine persönliche Begleitung zusammenwirken. Hier wird nichts dem Zufall überlassen“, sagt Prof. Dr. Thorsten Bohl, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises und Direktor der Tübingen School of Education.
Was vor 20 Jahren als Initiative zur Rettung der eigenen Oberstufe begann, ist heute ein bundesweites Vorbild für Chancengerechtigkeit. Die Bertha-von-Suttner-Schule nimmt am Startchancen-Programm teil, das gezielt Schulen in sozial herausfordernden Lagen unterstützt. Obwohl nur 15 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung mitbringen, erreichen auf der Gesamtschule zwei Drittel der Jugendlichen das Abitur. Die Schule zeige damit eindrucksvoll, dass Leistung und Wohlbefinden keine Gegensätze seien. „Hier gehen anspruchsvoller Unterricht und eine Kultur des Miteinanders Hand in Hand, sodass niemand die Schule ohne Perspektive verlässt. Das ist eine wichtige Botschaft für die gesamte Schullandschaft“, so Bildungswissenschaftler Bohl weiter.
Fünf weitere Preise in Höhe von jeweils 30.000 Euro gehen an die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg), die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (Bayern), das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel (Hessen), die Oberschule Berenbostel in Garbsen (Niedersachsen) und die Staatliche Grundschule Tannroda (Thüringen). Ein zusätzlicher Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Höhe von ebenfalls 30.000 Euro geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die übrigen Finalisten erhalten einen Anerkennungspreis in Höhe von je 5.000 Euro.
Zu denen zählt auch das Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin, das es unter die 15 Finalisten geschafft hatte. Die MINT-Schule im Prenzlauer Berg ist eine der fünf Netzwerkschulen der Humboldt-Universität mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, zertifiziertes Mitglied des Vereins der MINT-Excellence-Center-Schulen und trägt Qualitätssiegel als „Exzellente Digitale Schule“ und „Deutsche Schachschule“. Die Jury hatte sich im Prüfungsprozess zwei Tage lang den pädagogischen Alltag in der Schule angesehen. „Ein Gymnasium, das sie so nicht kennen“, war eines der Jurystatements zur Nominierung.
Die ganzheitliche Förderung der Schüler/-innen liegt dem Kollegium am Käthe-Kollwitz-Gymnasium seit mehr als zehn Jahren am Herzen. Durch die wachsende Projektarbeit, den anspruchsvollen Fachunterricht und vielfältige, darüber hinausgehende Angebote gelingt es, die Schüler/-innen intrinsisch zu motivieren und vielfältige Kompetenzentwicklungen anzuschieben. Das Resultat sind Spitzenleistungen bei Wettbewerben, Vergleichstests und Abiturergebnissen.
Der Deutsche Schulpreis gilt als die renommierteste und anspruchsvollste Auszeichnung für gute Schulen in Deutschland. Die Jury bewertet die Schulen in sechs Qualitätsbereichen. Im Mittelpunkt steht dabei die „Unterrichtsqualität“. Die fünf weiteren Qualitätsbereiche sind „Leistung“, „Umgang mit Vielfalt“, „Verantwortung“, „Schulleben und Netzwerke“ sowie „Lernende Schule“. Diese Merkmale sind inzwischen als Kennzeichen guter Schulqualität allgemein anerkannt. Im vergangenen Jahr hatte die Maria-Leo-Grundschule aus Berlin den Deutschen Schulpreis gewonnen .