9/2025 | Perspektiven schaffen - das 11. Pflichtschuljahr

Jugendliche mit Laptop auf Schulhof

7. März 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

wie geht es nach der 10. Klasse weiter? Mit dem 11. Pflichtschuljahr setzt Berlin ab 2025/2026 auf klare Anschlussperspektiven für alle Schülerinnen und Schüler – in der Schule, in Ausbildung oder durch einen Freiwilligendienst.

Anlässlich des Internationalen Frauentag beleuchten wir in einem Sonderpodcast die Frage: Wie sieht es mit der Gleichstellung in der Senatsverwaltung aus? Warum 73 Prozent Frauenanteil noch lange nicht die Hälfte sind und welche Maßnahmen Frauen gezielt unterstützen.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre.
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Klare Perspektiven schaffen

Ab dem Schuljahr 2025/2026 gibt es in Berlin das 11. Pflichtschuljahr. Es soll Schüler/-innen nach der Jahrgangsstufe 10 einen erfolgreichen Anschluss oder Übergang in die berufliche Qualifizierung ermöglichen. Was bedeutet das für die Schülerinnen und Schüler, die jetzt die 10. Klasse besuchen und wie werden sie unterstützt? Wir haben die wichtigsten Informationen versammelt.

Warum ein 11. Pflichtschuljahr?
Mit dem 11. Pflichtschuljahr soll erreicht werden, dass alle Schülerinnen und Schüler nach der Jahrgangsstufe 10 eine klare Anschlussperspektive haben. Ein begleiteter Übergang und verbindliche Beratung in der Jahrgangsstufe 10 sollen erfolgreiche Bildungs- und Berufsabschlüsse sichern.
Für wen gilt das 11. Pflichtschuljahr?
Alle Berliner Schülerinnen und Schüler, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und zehn Jahre zur Schule gegangen sind, werden ab dem kommenden Schuljahr ein 11. Pflichtschuljahr absolvieren. Das heißt, der Jahrgang, der aktuell die zehnte Klassenstufe besucht, ist der erste Jahrgang, den das 11. Pflichtschuljahr betrifft.

Heißt das, jede/-r Zehntklässler/-in muss ein weiteres Jahr in die Schule gehen?
Nein, nicht zwangsläufig. Das 11. Pflichtschuljahr kann sowohl schulisch als auch beruflich absolviert werden. Das heißt, man absolviert das 11. Pflichtschuljahr automatisch durch die Aufnahme einer Berufsausbildung oder durch den Besuch einer 11. Klasse in der gymnasialen Oberstufe oder einem beruflichen Gymnasium. Auch die Teilnahme an einem Bildungsgang der beruflichen Schulen (z.B. Integrierte Berufsausbildungsvorbereitung, zweijährige Fachoberschule) ist möglich. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, im 11. Pflichtschuljahr einen Freiwilligendienst o.ä. zu absolvieren.

Wer berät zum 11. Pflichtschuljahr?
Die Entscheidung für den weiteren beruflichen oder schulischen Weg nach dem zehnten Schuljahr erfordert eine Abwägung der Interessen, Kompetenzen und Ziele mit den Anforderungen der Arbeitswelt. Die Angebote sind vielfältig, daher hilft die Schule den Schüler/-innen und ihren Eltern dabei, einen Weg zu wählen, der seinen Fertigkeiten und Fähigkeiten am besten entspricht. Die Teilnahme an der Beratung ist für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 verpflichtend. Seit Mitte Februar finden bis Mitte Mai die verbindlichen Anschlussberatungen auf Grundlage der Halbjahreszeugnisse und der bisherigen beruflichen Orientierung in der Schule statt. Die Schulen laden die Schüler/-innen zu diesen Gesprächen ein, Eltern können daran teilnehmen. Die schulischen Teams für berufliche Orientierung (BO-Teams) beraten zu den Themen Ausbildung und Bildungsgängen an beruflichen Schulen. Die Oberstufenkoordinator/-innen beraten zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe.

Was machen Schüler/-innen, mit denen kein Anschluss entwickelt werden konnte?
Schülerinnen und Schüler, die nach erfolgter Beratung in der Jahrgangsstufe 10 keinen dokumentierten Anschluss haben, besuchen im 11. Pflichtschuljahr eine so genannte Ankerschule, um im Bildungsgang IBA-Praxis einen passenden Anschlussplan zu entwickeln. Dieser Besuch ist für Schülerinnen und Schüler ohne Anschlussperspektive verpflichtend. Ankerschulen sind Oberstufenzentren, die eng mit Integrierten Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zusammenarbeiten. Die Schulen informieren die betreffenden Schüler/-innen darüber, mit welcher Ankerschule sie kooperiert.

73 Prozent sind noch nicht die Hälfte

Ein Podcast zum Internationalen Frauentag versammelt Stimmen aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die über Frauen und Frauenförderung sprechen.

Auch wenn der Anteil von Frauen im Ministerialbereich mit 73 Prozent auf den ersten Blick recht hoch erscheint, ist der Anteil der weiblichen Führungskräfte noch geringer: Auf der Ebene der Abteilungsleitungen sind 37,5 Prozent der Führungskräfte weiblich. Mit der Diskrepanz zwischen dem gesamten Frauenanteil und dem auf Führungsebene der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie spielt der ironische Titel dieses Podcasts.

Gast-Host Nike Wessel spricht unter anderem mit Senatorin Katharina Günther-Wünsch und Frauenvertreterin Cornelia Schiller aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, was sie konkret für Frauen machen – allgemein und im Speziellen im Ministerialbereich. Wie werden Frauen gefördert? Was braucht es, damit Frauen sich beruflich weiterentwickeln? Wie können die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessert werden? Und wie wirken sich diese Rahmenbedingungen auf den Gender-Pay-Gap aus? Das und noch viel mehr erfahren Sie in diesem Podcast, der ganz im Zeichen der Frauenförderung steht.

Kurznachrichten

Anmeldung für die 7. Klassen an weiterführenden Schulen beginnt
Eltern und Sorgeberechtige können die künftigen Siebtklässlerinnen und Siebtklässler jetzt an den Gymnasien, Integrierten Sekundarschule und Gemeinschaftsschulen anmelden: Der Anmeldezeitraum für den Übergang in die 7. Klassen der weiterführenden Schulen ist bis einschließlich 14. März. In dieser Zeit melden die Eltern ihr Kind persönlich in der Erstwunschschule an. Darüber hinaus ist es üblich, auch einen Zweit- und Drittwunsch anzugeben. Am 26. Juni 2025 versendet das bezirkliche Schulamt den Bescheid über die Aufnahme des Kindes.

Ergebnisse des Probeunterrichts liegen vor
Mit der Novellierung des Berliner Schulgesetzes wurde der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium neu geregelt. Auf Wunsch der Eltern konnten bisher auch Schülerinnen und Schüler ohne Gymnasialempfehlung ein „Probejahr“ am Gymnasium absolvieren. Im Schuljahr 2022/23 bestand über ein Drittel dieser Schülerinnen und Schüler das Probejahr nicht. Zum Schuljahr 2025/26 entfällt dieses Probejahr zugunsten eines Probeunterrichts, in dem Schülerinnen und Schüler mit einer Förderprognose über 2,2 ihre Eignung für den Besuch eines Gymnasiums nachweisen können. Der Probeunterricht fand erstmals in den vergangenen Wochen statt, nun liegen die Ergebnisse vor, die abschließend über die Eignung der Schüler/-innen für den Besuch des Gymnasiums entscheiden.

Projektförderung zu den Themen Kulturerbe und Denkmalschutz
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin unterstützt als Partner von “denkmal aktiv” Berliner Schulen, die sich der Erkundung von Bau- und Kulturdenkmalen der Stadt widmen. Schulen können sich mit einer Projektidee für ein Schuljahresprojekt 2025/26 um eine Förderung bewerben. Im Rahmen von “denkmal aktiv”-Projekten beschäftigen sich Schüler/-innen mit ihren Lehrkräften und fachlichen Partnern mit einem Kulturdenkmal ihrer Region. Die Förderangebote richten sich an allgemein- und berufsbildende Schulen (ab Klasse 5). Bewerbungsschluss ist der 5. Mai 2025.

Berliner Schülerwettbewerb zur politisch-historischen Bildung 2025
Mit Beginn des zweiten Halbjahres startete der „Berliner Schülerwettbewerb zur politisch-historischen Bildung“ in Kooperation mit der Bundeskanzler Willy Brandt Stiftung, der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus und der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung. Klassen aus allen Schulformen der Jahrgangsstufen 7 bis 12 sind noch bis zum 2. Mai eingeladen, in einem Videowettbewerb ihre Kreativität und ihr Wissen zu zeigen. Mit den Projekten „Wir machen Demokratie“ (7. bis 9. Jahrgangsstufe) und „Wir, die Kanzler und Berlin“ (10. bis 12. Jahrgangsstufe) möchte der Wettbewerb die politische Beteiligung junger Menschen stärken und Schülerinnen und Schüler für die deutsche Geschichte begeistern.

Plakatwettbewerb für Kinder 2025
Berliner Kinder zwischen 6 und 13 Jahren sind wieder aufgerufen, mit kreativen Plakaten eine zukunftsfähige Mobilität zu entwickeln, die nicht nur ressourcenschonend und innovativ, sondern auch für alle zugänglich ist. Mit ihren Ideen können die Kinder dazu beitragen, neue Wege für ein lebenswertes Berlin zu denken, in dem moderne Technologien, Umweltbewusstsein und soziale Aspekte Hand in Hand gehen. Dieses Jahr dreht sich alles um das Motto: „Gemeinsam unterwegs: Meine Idee für die Mobilität der Zukunft”. Der Einsendeschluss ist der 5. Mai 2025.

Termine

18. – 21. März: TUSCH Festival 2025
Beim Festival stehen die kreativen Arbeiten der Schüler/-innen im Mittelpunkt. Sie setzen sich mit kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Themen auseinander und tauschen sich nach den Aufführungen über ihre Erfahrungen aus. Zusätzlich gibt es eine Ausstellung, die Einblicke in die Theaterarbeit der teilnehmenden Schulen bietet.

19. März, 18–21 Uhr: ZENTRALFLUGHAFEN THF – Filmvorführung und Diskussion. Der Dokumentarfilm von Karim Aïnouz beleuchtet die Gegensätze zwischen geflüchteten Menschen, die in den Hangars des ehemaligen Flughafens leben, und Berliner/-innen, die das Feld für Freizeit und Erholung nutzen. Anschließend gibt es eine Diskussion mit Expert/-innen und dem Publikum über die Themen Flucht, Integration und urbane Lebensräume.

20. und 21. März: LasLesLies! Musiktheater für Kinder. An fünf audio-visuellen Stationen dieses spielerischen Versuchslabors führen Performer/-innen ihr junges Publikum zu Büchern, die voller Klang sind und von fantastischen Geschichten erzählen. Mit zeitgenössischer Musik und humorvollen, fast immer wahren Geschichten dreht sich in dem interaktiven Musiktheaterstück eine Stunde lang alles um die Freude am Lesen, die Entstehungsgeschichte des geschriebenen Worts und die faszinierenden Welten, die sich zwischen zwei Buchdeckeln verbergen. Der Besuch ist für Schulklassen kostenlos.

20. März, 18.30–20.00 Uhr: Kontinuitäten rechtsextremer und rassistischer Gewalt. In der Veranstaltung wird über die anhaltende Bedrohung durch rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalt in Deutschland diskutiert. Sie beleuchtet die Auswirkungen auf Betroffene und ihr Umfeld sowie die Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben und das politische Klima. Dabei wird auch die verbreitete Einordnung solcher Taten als „Einzelfälle“ kritisch hinterfragt. Expert/-innen und Betroffene kommen zu Wort, um die Kontinuität der Gewalt und mögliche Gegenstrategien zu erörtern.

Fortbildungen / Fachtage

Schulen mit Mosaiken gestalten am 19. März.
Die Teilnehmenden werden nach einem theoretischen Input ein Mosaik unter fachlicher Anleitung herstellen und dabei künstlerisch, handwerklich, aktiv sowie kreativ sein. Die dazu benötigten Kompetenzen werden in der Fortbildung entwickelt. Die Inhalte werden didaktisch aufbereitet, bevor erörtert wird, wie das Gelernte an der eigenen Schule umgesetzt werden kann.

Forschen rund um den Körper am 19. März
Oft staunen wir darüber, wie alles in unserem Körper „funktioniert“, wenn z.B. Zähne wachsen, Wunden von allein heilen oder wir spüren, dass unser Herz nach großer Anstrengung schneller schlägt. Hier wird die Biologie des menschlichen Körpers thematisiert: Körperbau und Funktionen, die Einzigartigkeit jedes Menschen sowie die Veränderung des menschlichen Körpers mit der Zeit.

Forschen mit Luft am 20. März
Luft ist vielseitig: Sie weht, pfeift und lässt Dinge fliegen. Aber kann man Luft sichtbar machen? Hier holen Sie Wind ins Zimmer, fangen Luftblasen ein und entdecken, dass Luft nicht „nichts“ ist. Sie betrachten die Methode “Forschungskreis“, die Sie auch beim Forschen mit den Kindern anwenden können. Weiter haben Sie die Gelegenheit, sich mit anderen Teilnehmenden über Ihre Erfahrungen auszutauschen.

Gefühlswelten entdecken – Medien als Brücke zur emotionalen Entwicklung am 20. März.
Dieses eintägige Seminar richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Kitas. Medieninhalte und -figuren berühren, inspirieren und öffnen Türen zu den Gefühlswelten von Kindern. In diesem praxisnahen Seminar wird erkundet, wie mit analogen und digitalen Medien wertvolle Impulse für die emotionale Entwicklung von Kindern gesetzt werden können. Pädagogische Fachkräfte erhalten praktische Impulse, um Kinder in ihrer emotionalen Entwicklung einfühlsam und kreativ zu fördern.

Magnete entdecken am 21. März
Kinder machen schon früh im Alltag Erfahrungen mit Magneten, z.B. an Spielzeugen oder Verschlüssen an Jacken. Hier erhalten Sie viele Anregungen, um gemeinsam mit den Kindern erste Erfahrungen mit Magneten zu sammeln. Sie entdecken und erforschen deren Wirkungen und Eigenschaften. Außerdem vertiefen Sie Ihr Wissen über magnetische Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Prävention riskanter Mediennutzung für Oberschulen am 26. März
In diesem eintägigen Seminar erhalten Fachkräfte, die an Oberschulen tätig sind, einen Überblick über aktuelle Trends und Themen in Bezug auf riskanten Medienkonsum. Zudem bekommen sie praxisnahe Werkzeuge, um das Thema im Unterricht aufzugreifen. Insbesondere in den vergangenen Jahren sind die Nutzungszeiten digitaler Medien bei vielen Kindern und Jugendlichen stark angestiegen. Zusätzlich zu diesen und weiteren Themen, vermittelt das Seminar Grundlagenwissen zu Gaming & Sozialen Medien, schärft den Blick für problematisches Verhalten und gibt praktische Methoden zur Hand.

Förderfachtag Kulturelle Bildung auf Augenhöhe: Diskriminierungssensibel Projekte gestalten und beantragen am 2. April
Projekte diversitäts- und diskriminierungssensibel zu gestalten, ist ein zentrales Ziel des Programms Kultur macht stark. Aber wie lassen sich Projekte diskriminierungssensibel entwickeln? Welche Diskriminierungsformen sollten bereits bei der Ausgestaltung der Projektidee mitgedacht werden und was versteht man unter einer diskriminierungssensiblen Sprache? Der InfoPoint Kulturelle Bildung – Berliner Servicestelle für Kultur macht stark lädt zum diesjährigen Förderfachtag ein. Neben einem theoretischen Impuls von Izabela Zarębska und Praxisbeispielen zum Thema werden Fördertöpfe vorgestellt. Mit dabei: Künste öffnen Welten, Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, Dagesh on Tour – Bildungsprogramm zu jüdischer Gegenwartskunst, Open-Air-Culture u.a. Zudem gibt es Zeit und Raum für Austausch und Vernetzung.

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