Los 3

1. Preis: 20.100 €

Eckert Negwer Suselbeek, Berlin
Verfasser:innen: Hubertus Negwer
Mitarbeiter:innen: Wouter Suselbeek, Simon Schauter, Robert Kühnle

Baumeister und Dietzsch Architekten PartG mbB, Berlin
Verfasser:innen: Christin Baumeister, Thomas Dietzsch
Mitarbeiter:innen: Kai Grebe, Erik Gärttner

Bauphysik: Müller-BBM, Berlin
Baustoffe: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser, Bamberg

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Verfasser:innen schlagen für das Baufeld zwei Häuser aus Stein vor, deren Ausdruck sich auch aus der massiven Konstruktion ergibt. Ausgehend von gut nachvollziehbaren Überlegungen zum nachhaltigen monolithischen Bauen werden die Baukörper ausgesprochen fein bis ins Detail entwickelt. Es gelingt den Verfasser:innen, zwei deutlich unterscheidbare Häuser mit jeweils sehr eigenem Charakter zu entwickeln. Das Haus am Platz (B3.2) überzeugt durch eine angemessene Präsenz und ruhige Kraft an diesem besonderen Ort, die durch eine prägnante Ausformulierung des Baukörpers, große, sehr eigenständig gegliederte Öffnungen sowie einen gekonnten Umgang mit der Ecksituation der Kolonnade entsteht. Kontrovers wird der geschlossene Giebel mit der Conche diskutiert, dem jedoch einen identitätsstiftendenden Charakter attestiert wird, ebenso die Ausprägung des schmalen Giebels zum östlich anschließenden Baufeld.

    Das kleinere Haus (B3.1) erinnert – vielleicht zu stark – an historische Berliner Geschäftshäuser und ist ebenfalls gut gegliedert. Kontrovers wird diskutiert, ob die Struktur der Fassaden hier etwas zu kleinteilig geraten ist. Die Erschließung beider Häuser überzeugt, ebenso die Struktur und größtenteils auch die Funktionalität der Grundrisse. Kritisch wird die Belichtung der Büroflächen im Dach gesehen, ebenso wie die Teilbarkeit der Flächen an dieser Stelle.

    Insgesamt beurteilt die Jury den Entwurf als einen sehr eigenständigen, prägnanten und konzeptionell, konstruktiv sowie funktional überzeugenden Vorschlag, der den Stadtraum an diesem besonderen Ort mit angemessener Präsenz ergänzen und bereichern würde.

    Wirtschaftlichkeit und Baukosten
    Der Beitrag weist sehr hohe absolute Baukosten auf, stellt sich jedoch in Bezug auf die Baukosten pro m² günstiger dar. Sowohl die absoluten als auch relativen Kosten liegen jedoch über den Vorgaben.

    Aus Wirtschaftlichkeitsgründen ist die Außenwandkonstruktion aus tragendem Naturstein und dahinterliegendem dämmendem Hanf-Kalkstein zu hinterfragen. Kostentreibend wirken sich ferner die komplexen Fensterstrukturen (Holz-Kastenfenster bzw. kleinteilige Fensterstrukturen) sowie die Profilierung in der Natursteinverkleidung aus. Insgesamt weist der Entwurf die höchsten Fassadenkosten auf.

  • Los 3 1. Preis Lageplan

    Lageplan

  • Los 3 1. Preis Modell

    Modell

  • Los 3 1. Preis GR EG

    Grundriss EG

  • Los 3 1. Preis GR RG

    Grundriss Regelgeschoss

  • Los 3 1. Preis Ansicht 1

    Ansicht am Molkenmarkt

  • Los 3 1. Preis Ansicht 2

    Ansicht der Grunerstraße

3. Preis: 10.050 €

BERND ALBERS Gesellschaft von Architekten, Berlin
Verfasser:innen: Stefan Lotz
Mitarbeiter:innen: S. Malcovati, S. Lotz, G. Pescetti, J. Oetzmann, A. Schmidt

Eingartner Khorrami Architekten, Berlin
Verfasser:innen: Peter Eingartner
Mitarbeiter:innen: Peter Eingartner, Alexander Khorrami, Anna Charpali

Baustoffe: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser, Bamberg
Brandschutz: FEUERSCHILD Brandschutz GmbH, Berlin
Kosten: INTERTEC Ingenieurg. für Projektmanagement mbH, Berlin
Tragwerk: Ing.-Gesellschaft mbH Saar, Enseleit und Partner, Berlin

  • Beurteilung durch die Jury

    Im Einklang mit dem historischen Ort und seiner städtebaulichen Bedeutung schlagen die Verfassenden einen prägnanten Stadtbaustein vor, der am Molkenmarkt einen kraftvollen und identitätsstiftenden Auftritt schafft. Die Bebauung gliedert sich nach Außen in drei aufeinander abgestimmte, eigenständige Hauseinheiten, die in ihrer Abfolge ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Durch die gezielte Höhenstaffelung und die markante Eckausbildung entsteht ein städtebaulich überzeugendes Ensemble.

    Eine Besonderheit ist die Ausbildung der Kolonnade, die mit dem frei auskragenden Korbbogen einen prägnanten Auftritt schafft. Jedes Haus erhält eine eigene Gliederung mit je unterschiedlichen Fassadenöffnungen, wobei die Unterteilung in Sockel-, Mittel- und Attikabereiche individuell entwickelt wird. Insgesamt entsteht so ein harmonisches Gesamtbild mit eleganten und ausdrucksstarken Einzelhäusern.

    Die Fassaden aus hellem Naturstein werden durch eine Vielzahl an Details bereichert. Der architektonische Ausdruck wird im Gremium kontrovers diskutiert und als zeitgemäßer Auftritt hinterfragt. Selbstverständlich erscheinen die Hausadressen zur Grunerstraße und zum Molkenmarkt hin. Die Zugänge zu den Gewerbeflächen sind – insbesondere im Eckbereich – gut erschlossen.

    Im Erdgeschoss entstehen flexibel nutzbare Gewerbeflächen, die im Eckbereich über eine große Freitreppe bis ins Obergeschoss geführt werden. Die Grundrissstruktur bietet eine gute Grundlage für flexibel nutzbare Flächen. Die Lage der Erschließungskerne ist hinsichtlich der Aufteilung in getrennte Büroeinheiten gut gelöst.

    Die Arbeit ist hinsichtlich des konstruktiven Aufbaus und der architektonischen Konzeption ganzheitlich gedacht. Die Außenwände sind als tragendes Natursteinmauerwerk mit einer Wandstärke von 50 cm geplant.

    Insgesamt zeichnet sich dieser Entwurf insbesondere durch seine klare städtebauliche Haltung und seine Konsistenz aus.

    Wirtschaftlichkeit und Baukosten
    Der Beitrag weist sehr hohe Baukosten pro m² Mietfläche, eine niedrige Flächeneffizienz und die deutlich geringsten Gesamtflächen aus. Sowohl hinsichtlich der BGF, der Baukosten (sowohl relativ als auch absolut) als auch hinsichtlich der Flächeneffizienz erfüllt er nicht die Vorgaben.

    Aus Wirtschaftlichkeitsgründen wird der Vorschlag, einer Außenwandkonstruktion aus tragendem Naturstein und dahinterliegendem dämmendem Hanf-Kalkstein sowie die innenseitige 10cm starke Natursteinverkleidung im Erdgeschoss (Gesamtaufbau Außenmauer rd. 60 cm) negativ bewertet. Der Natursteinanteil ist hoch und somit kostentreibend.

  • Los 3 3. Preis Bernd Albers Lageplan

    Lageplan

  • Los 3 3. Preis Bernd Albers Modell

    Modell

  • Los 3 3. Preis Bernd Albers GR EG

    Grundriss EG

  • Los 3 3. Preis Bernd Albers GR OG

    Grundriss OG

  • Los 3 3. Preis Bernd Albers Ansicht 1

    Ansicht am Molkenmarkt

  • Los 3 3. Preis Bernd Albers Ansicht 2

    Ansicht der Grunerstraße

3. Preis: 10.050 €

Schmitt von Holst Architekten Partnerschaft mbB, Berlin
Verfasser:innen: Julius von Holst
Mitarbeiter:innen: Sonja Schumacher, Simon Sander, Massimo Sean Pepe

vangeisten.marfels architekten, Potsdam
Verfasser:innen: Kim Philip

Bauphysik | Brandschutz | Schallschutz: bauart Konstruktions GmbH & Co.KG, Berlin
TGA: LK Kleemann Planungsgesellschaft mbH, Berlin

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Verfasser entwickeln ihren Beitrag „entlang klassischer Prinzipien der Architektur zu Berliner Geschäftshäusern des 21. Jahrhunderts.“ Auf dieser Basis gebe der Entwurf „eine zeitgemäße Antwort auf die Anforderungen der Auslobung“.

    Die Ausbildung einer Fassadenordnung mit hoher Sockelzone, eingeschossigem Hauptteil und durch einen schmalen Pfeiler geteilten Fenstern in den Obergeschossen scheint klassischen Prinzipien zu folgen, bleibt aber über die Geste einer abstrahierenden Vereinfachung die behauptete „zeitgemäße Antwort“ schuldig. Die Proportionen, wie zum Beispiel das Verhältnis der übergroßen, weitgehend ungegliederten Schaufenster im Erdgeschoß zum Fassadenrhythmus in den Oberschossen, sind nicht immer glücklich.

    Kritisch wird der Umstand gesehen, dass beide Fassaden zum Molkenmarkt trotz geringer Höhenunterschiede hinsichtlich ihrer Gliederung gleich behandelt werden. Die angestrebte Wirkung zweier selbständiger Häuser wird so nicht erreicht. Eine besondere Schwierigkeit stellt die fehlenden Stütze an der nordwestlichen Gebäudeecke dar: um die Wirkung der weiten Auskragung zu mildern, antworten die Verfasser hier mit einer leicht abgerundeten Gebäudeecke – ein Versuch, der anerkannt wird, letztlich aber nicht vollständig überzeugen kann.

    Die Obergeschosse werden über ein mittiges Treppenhaus erschlossen. Dem Gewinn an Flächeneffizienz stehen Nachteile für die Nutzung des Erdgeschosses (Teilung der Fläche), die Beschränkung auf nur eine Adresse für zwei Häuser und die Notwendigkeit gegenüber, die Höhenversprünge in den Obergeschossen im Treppenraum (u.a. Über-Eck-Aufzug) zu vermitteln. Die Nutzbarkeit der Obergeschosse ist dennoch grundsätzlich gut, verschiedene Teilungen bis hin zu größeren zusammenhängenden Einheiten sind möglich.

    Die vorgeschlagenen Konstruktionen sind schlüssig. Die städtebaulichen Rahmenbedingungen der Auslobung zur Gebäudekubatur sind weitgehend eingehalten.

    Insgesamt ein anerkennenswert durchgearbeitet Entwurf, der allerdings hinsichtlich seiner architektonischen Wirkung der exponierten Lage im Stadtraum nicht ganz gerecht zu werden vermag.

    Wirtschaftlichkeit und Baukosten
    Der Beitrag weist eine hohe Flächeneffizienz auf. Die absoluten Baukosten sind sehr hoch, die relativen Baukosten pro m² Mietfläche aufgrund der hohen Flächeneffizienz günstiger. Sowohl die relativen als auch absoluten Kosten liegen über den Vorgaben.

    Kostentreibend wirkt sich der hohe Natursteinanteil an der Fassade des Gebäudes B3.2 aus, unter anderem in Verbindung mit der vorgeschlagenen Holz-Rahmenkonstruktion und den Schmuckelementen an der Fassade (Lisenen, Gesimse, etc.).

  • Los 3 3. Preis Schmitt von Holst Lageplan

    Lageplan

  • Los 3 3. Preis Schmitt von Holst Modell

    Modell

  • Los 3 3. Preis Schmitt von Holst GR EG

    Grundriss EG

  • Los 3 3. Preis Schmitt von Holst GR OG

    Grundriss OG

  • Los 3 3. Preis Schmitt von Holst Ansicht 1

    Ansicht am Molkenmarkt

  • Los 3 3. Preis Schmitt von Holst Ansicht 2

    Ansicht der Grunerstraße

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe