39/2025 | Berliner Feuerwehr bringt neues Wahlpflichtfach ins Klassenzimmer

Feuerwehrmann erklärt Schüler*innen etwas im Wahlpflichtfach "Retten und shcützen"

28. November 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Schuljahr startete das von der Berliner Feuerwehr konzipierte Wahlpflichtfach „Retten und Schützen“ an der Alfred-Nobel-Schule. Wir stellen das Projekt und seine Hintergründe vor.
Außerdem berichten wir über das Schulprogramm „Grüne Woche young generation“, das spezielle Angebote und Workshops für Kita- und Schulgruppen bereithält.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre.
Ihre Newsletter-Redaktion

Berliner Feuerwehr bringt neues Wahlpflichtfach „Retten und Schützen“ ins Klassenzimmer

An der Alfred-Nobel-Schule in Neukölln ist zum Schuljahr 2025/26 das bundesweit erste Wahlpflichtfach „Retten und Schützen“ gestartet. Entwickelt wurde es von der Berliner Feuerwehr in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Ziel ist es, Jugendliche für Brandschutz, Erste Hilfe und technische Rettung zu sensibilisieren, Handlungskompetenzen zu fördern und den Respekt gegenüber Einsatzkräften zu stärken.

Der Ursprung des Projekts geht auf die Jahre 2022/23 zurück, als nach den Silvesterausschreitungen verstärkt nach neuen Wegen gesucht wurde, um junge Menschen frühzeitig für Prävention, Sicherheit und verantwortungsvolles Handeln zu sensibilisieren. Das Projekt „Kiezgespräche“, mit dem die Berliner Feuerwehr 2023 begann, Jugendliche in sozialen Brennpunkten gezielt anzusprechen, hatte zum Ziel, die Akzeptanz für Feuerwehr und Rettungsdienst zu fördern, Vorurteile abzubauen und Gewalt gegen Einsatzkräfte präventiv zu begegnen. Nachdem positive Erfahrungen mit der Einbindung des Projekts in das Ganztagsangebot einer Schule gemacht wurden, ist das Konzept zu einem zweijährigen Wahlpflichtfach weiterentwickelt worden.

Der Unterricht verbindet Theorie und Praxis: In einer 90-minütigen Praxiseinheit mit Feuerwehrkräften sowie in 45-minütigen Theoriestunden durch die Lehrkräfte der Schule erwerben die Schüler/-innen alltagsnahe Strategien, um berufliche und persönliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, ihr Leben aktiv zu gestalten und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Das Wahlpflichtfach verfolgt dabei mehrere Ziele: Die Teilnehmenden sollen für Brandschutz, Erste Hilfe und technische Rettung sensibilisiert werden. Zudem sollen Handlungskompetenzen gestärkt sowie Respekt und Verständnis gegenüber Einsatzkräften gefördert werden. Übungen auf Feuerwachen und der Einsatz realer Ausrüstung und praktische Lernerfahrungen im Gelände ermöglichen eine fächerübergreifende und interessenorientierte Vertiefung der Inhalte.

Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, die vergangene Woche eine Lerneinheit besuchte, betonte das Potenzial des Projekts: Das neue Wahlpflichtfach „sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die oft herausfordernde und risikoreiche Arbeit von Rettungs- und Ordnungskräften und vermittelt ihnen wichtiges Wissen sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für tatsächliche Notfallsituationen.“ Landesbranddirektor Prof. Karsten Homrighausen ergänzte: „Aus Begegnung entsteht Vertrauen, aus Vertrauen Verantwortung. Auf diese Weise bauen wir Brücken zwischen jungen Menschen und der Feuerwehr und fördern das Verständnis für die anspruchsvolle Arbeit unserer Einsatzkräfte.“

Fünf Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr übernehmen die Praxiseinheiten, während Lehrkräfte die pädagogische Begleitung und Bewertung verantworten. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eng begleitet, um Wirkung und Resonanz zu untersuchen. Weitere Schulen haben bereits Interesse angemeldet, einem Ausbau des Programms in Abhängigkeit von den Ressourcen der Berliner Feuerwehr steht die Senatsverwaltung offen gegenüber.

Zukunft zum Anfassen auf der Grünen Woche young generation

Die Grüne Woche young generation lädt im Januar zu Angeboten für Kinder und Jugendliche während der Grünen Woche ein. Im Schulprogramm bieten zahlreiche Aussteller/-innen spezielle Aktivitäten für Schulklassen und andere Jugendgruppen an und machen so praxisnahen Unterricht zum Anfassen möglich.

Zahlreiche Aussteller/-innen bieten im Rahmen der young generation spezielle Aktivitäten zu aktuellen Themen wie Land- und Ernährungswirtschaft, Tierhaltung, Gesundheit und Gartenbau an. Darüber hinaus wird es auch Angebote aus den Bereichen Forst, Holz und Recycling geben. Das Schulprogramm der Grünen Woche setzt sich zusammen aus einem anmeldefreien und offen zugänglichen Programmteil sowie einer Anzahl an Workshops mit Platzbegrenzung, für die eine vorherige Anmeldung notwendig ist.

Besonders interessant: Das Thema Berufsorientierung nimmt auf der Grünen Woche einen besonderen Stellenwert ein. Beim young generation hub haben Schüler/-innen ab Klassenstufe 8 die Gelegenheit, mit Auszubildenden aus Ernährung, Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Gastronomie, Hotellerie, Bauwesen, Umwelt- und Klimaschutz, Logistik und weiteren Branchen ins Gespräch zu kommen. Indem Azubis ihre Berufe selbst demonstrieren und präsentieren, kann ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden. Zahlreiche Mitmach-Stationen laden Interessierte dazu ein, selbst Hand anzulegen und diese verschiedenen Branchen und Tätigkeiten aus einer praktischen Perspektive zu betrachten.

Über dieses Programm hinaus lädt der i.m.a. e.V. interessierte Schulklassen zu weiteren Mitmach-Angeboten ein: So können Schüler/-innen der Klassenstufen 4 bis 7 im Rahmen der Schulpressekonferenz Fragen an Expert/-innen zu den Themen Tiernahrung und Kreislaufwirtschaft stellen, während das Schul-Workshop-Gespräch die Klassenstufen 8 bis 13 dazu einlädt, die Frage „Was uns die Natur noch wert ist?“ zu diskutieren. Beim Schul-Wissenswettbewerb wiederum können Schulklassen der 3. und 4. Jahrgangstufe aus Berlin und Brandenburg antreten, um ihr Wissen unter Beweis zu stellen.

Ebenfalls wieder zu erleben gibt es den virtuellen i.m.a-Wissenshof, ein speziell für Schulkinder konzipiertes Lern- und Experimentierprogramm, das der Verein seit mehr als 20 Jahren auf dem ErlebnisBauernhof der Grünen Woche anbietet. Zeit- und ortsunabhängig bietet die virtuelle Komponente über die haptischen Angebote hinaus digital verfügbare Unterrichtsbausteine und Übungsaufgaben, die für unterschiedliche Altersklassen genutzt werden können.

Das Schul- und Kitaprogramm der Grünen Woche findet zeitgleich zur Messe zwischen dem 16. und 25. Januar 2026, jeweils zwischen 10 und 18 Uhr statt. Das Schulklassenticket ermöglicht Schulklassen und Lehrkräften den Besuch der Grünen Woche zu einem Preis von 4 Euro. Kinder unter sechs Jahren zahlen keinen Eintritt.

Kurznachrichten

Kindertagespflege-Preis 2025 verliehen
Der ausschließlich in Berlin vergebene Kindertagespflege-Preis ist zum zweiten Mal verliehen worden. Die Auszeichnung ist dotiert mit insgesamt 8.500 Euro und wurde in den Kategorien Übergänge, Beobachtung und Dokumentation sowie Spiel vergeben. Die Gewinner sind die Kindertagespflege Kleine Florakinder (Kategorie Übergänge), die Kindertagespflege Wuhlemäuse (Kategorie Beobachtung und Dokumentation) sowie die Kindertagespflegestelle Wichtelkinder (Kategorie Spiel), die zusätzlich zur Berliner Kindertagespflege des Jahres 2025 gekürt wurde. Die Durchführung des Wettbewerbs und der Preisverleihung erfolgte im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie durch die Koordinierungsstelle für Qualität und Unterstützung (KoQU).

Zentrale AGG-Beschwerdestelle für Lehrkräfte und andere schulische Beschäftigte eingerichtet
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat eine zentrale AGG-Beschwerdestelle für Lehrkräfte und andere Beschäftigte des Berliner Schuldienstes eingerichtet. Sie bietet in den Berliner Schulen Beschäftigten klar geregelte Strukturen und einen geschützten Raum, um Benachteiligungen oder Diskriminierungen zu melden. Die Beschwerdestelle hat ihre Arbeit bereits aufgenommen.

Erster Bericht zur Kinderarmut in Neukölln vorgestellt
Mit seinem ersten Kinderarmutsbericht hat das Bezirksamt Neukölln eine Bestandsaufnahme zur Kinderarmut im Bezirk vorgelegt. Der Bericht analysiert einerseits das Ausmaß und die Auswirkungen von Armut auf verschiedene Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen in Neukölln. Zusätzlich stellt er die wichtigsten Maßnahmen vor, um Kinderarmut zu begegnen, darunter das vielfach ausgezeichnete Peertrainer/-innen-Netzwerk, die Stadtteilmütter, das FamilienServiceBüro oder das Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe.

Rekord bei Anmeldungen für „Jugend musiziert“
Bis zum 15. November konnten sich Kinder und Jugendliche für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ anmelden. Zu den Wertungsspielen auf Regionalebene haben sich in diesem Jahr mehr als 750 Berliner Kinder und Jugendliche angemeldet und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Die neue Wettbewerbsrunde bringt zudem einige Neuerungen mit sich: Neu eingeführt werden die Kategorien „Offene Kammermusik“ und „Alte Musik solo“. Die MENA-Kategorie, die Talente aus der Region des Nahen Ostens und Nordafrikas (MENA) unterstützt, wird nach ihrer Einführung 2025 erneut dabei sein.

Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland
Noch bis zum 28. Februar 2026 führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die bislang größte Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland durch. An der Umfrage können alle Menschen ab 14 Jahren teilnehmen, die in Deutschland Diskriminierung erlebt haben. Die Teilnahme ist anonym, barrierearm und in vielen Formaten und Sprachen möglich. Ergebnisse sollen voraussichtlich 2027 veröffentlicht werden.

Bewerbungszeitraum für Projekt „Musikalische Stolpersteine“
Noch bis zum 5. Dezember können Schulen sich für eine Teilnahme am Projekt „Musikalische Stopersteine“ des Landesmusikrats Berlin bewerben. Im Projekt rekonstruieren Schüler/-innen gemeinsam mit Musikwissenschaftler/-innen und Radiojournalist/-innen die Lebensgeschichten zur NS-Zeit verfolgter Musiker/-innen und setzen sich mit deren Musik auseinander. Sie lernen innovative Arbeitsweisen zur Erstellung veröffentlichungsreifer medialer Beiträge kennen, integrieren die erarbeiteten Inhalte und erleben die Ausstrahlung der von ihnen mitgestalteten Podcast-Porträts im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Termine

2. Dezember, 17.30 – 20.30 Uhr: Parlamentarischer Abend der Initiative Bildungsgerechtigkeit Wie kann in der föderalen Gemeinschaft das System so gestaltet und reformiert werden, dass die Mittel nicht nur mehr Wirkung entfalten, sondern vor allem für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen lädt die Initiative Bildungsgerechtigkeit zu einem parlamentarischen Abend inklusive einer Diskussion mit verschiedenen Vertreter/-innen der Fraktionen ein.

4. Dezember, 10 – 13 Uhr: Fördermöglichkeiten für die Kulturelle Bildung Die Infoveranstaltung stellt drei „Kultur macht stark“-Förderprogramme vor und informiert zusätzlich über den Jugenddemokratiefonds „Stark gemacht!“. Die Fördereinrichtungen stellen ihre verschiedenen Förderkonzepte vor, bevor Teilnehmende in zwei Gesprächsrunden die Möglichkeit haben, direkt mit den Förderern ins Gespräch zu kommen, erste Kontakte aufzubauen und ihre Ideen zu besprechen. Die Veranstaltung richtet sich an Projektmacher/-innen, Vereine, Träger und Akteur/-innen der kulturellen Bildung sowie Interessierte aus den Bereichen Jugend, Kultur und Bildung in ganz Berlin.

8. Dezember, ab 20 Uhr: Elternseminar: Begabte Kinder entspannt begleiten Der Alltag mit besonders begabten Kindern kann Eltern vor vielfältige Herausforderungen stellen. In diesem kostenlosen Eltern-Webinar hilft Dr. Dietrich Arnold (Diplom-Psychologe & Erziehungsberater) dabei, die Besonderheiten hochbegabter Kinder zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Er zeigt Wege auf, wie Eltern mithilfe von wertschätzender Kommunikation, gegenseitigem Verständnis und Vertrauen eine tragfähige Beziehung zu ihren Kindern aufbauen und das Familienleben von Stress befreien können.

11. Dezember, 18 – 19.30 Uhr: Studien- und Berufswahl als Familienthema Bei diesem Online-Elternabend der ElternAkademie geht es um die Frage, wie Familien ihre Kinder in der Übergangssituation von der Schule zum Beruf unterstützen können, was Entscheidungen für junge Menschen so schwierig machen kann und wie man innerfamiliär mit Problemen im Entscheidungsprozess umgehen kann. Die kostenfreie Veranstaltung wird von der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit Berlin und Brandenburg durchgeführt und findet über Microsoft Teams statt.

14. Dezember, ab 13 Uhr: Führung zur Geschichte der Sinti* und Roma* im KZ Sachsenhausen Die Gedenkstätte Sachsenhausen lädt zu einer kostenlosen Führung zur Geschichte der Sinti* und Roma* im KZ Sachsenhausen inklusive Besuch der Ausstellung „Wir intervenieren!“ ein. Die Führung findet anlässlich des 83. Jahrestages des sogenannten „Auschwitz-Erlasses“ vom 16. Dezember 1942 statt, der die Grundlage für die Deportation von 23.000 Sint* und Roma* bildete. Um eine Voranmeldung wird gebeten.

Fortbildungen / Fachtage

KI verstehen, Desinformation begegnen am 9. Dezember (Anmeldung bis 4. Dezember)
Der eintägige Workshop vermittelt theoretische Grundlagen und praktische Werkzeuge, um Medien- und KI-Kompetenzen in der Jugendbildung gezielt zu stärken. Die Teilnehmenden erhalten methodische Bausteine, die sie in ihrer Arbeit mit Jugendlichen einsetzen können, um eine reflektierte und sichere Nutzung digitaler Medien zu fördern. Der Workshop wird gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung und Demokrati-JA durchgeführt und besteht aus den thematischen Schwerpunkten Förderung von Medienkompetenz und generative künstliche Intelligenz. Die Veranstaltung ist kostenfrei, um eine Voranmeldung wird gebeten.

Bildungssalon: Daten für die politische Bildung einsetzen am 10. Dezember
Der Bildungssalon vermittelt praxisnahe Lernangebote und Materialien rund um das Thema Datenkompetenz. Diese reichen von Datenvisualisierung und Storytelling mit Daten bis hin zum Datenlebenszyklus und dem Kartenspiel „Data Heroes“. So können Jugendliche angeregt werden, eigene datenbasierte Lösungsansätze zu entwickeln. Die Teilnehmenden erfahren, wie sich Datenkompetenz als Teil politischer Bildung im schulischen Alltag fördern lässt, und können erste eigene Übungen ausprobieren. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich an Lehrende und außerschulisch Bildende und findet über Zoom statt.

Winterliche Klangwelten – Hörspielreisen und Audioprojekte mit Kindern am 16. Dezember
Das Hören und auditive Erleben von Geschichten begeistert Groß und Klein. So lassen sich mit Audioprojekten Inhalte spannend vermitteln oder eigene Hörspiele kreativ und mit viel Spaß produzieren. In diesem kostenfreien Kurs verwandeln Teilnehmende ihre oder die Geschichten der Kinder mit einfachen Mitteln in spannende Podcasts und Hörspiele. Sie lernen von der Konzeptentwicklung bis zur Umsetzung alle nötigen Grundlagen kennen und bekommen Tipps und Tricks an die Hand, wie die Aufnahme und die Gestaltung von Audiodateien am besten gelingen kann. Gearbeitet wird mit einfachen Audioschnittprogrammen, die sich gut in der pädagogischen Arbeit einsetzen lassen.

Jobs, Jobs, Jobs

Impressum

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernhard-Weiß-Str. 6, 10178 Berlin

Verpassen Sie keine Meldung mehr von uns. Folgen Sie uns gerne auf X, Facebook, Instagram, Bluesky, YouTube oder LinkedIn.