Bild: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Bremen
1. Preis
Studio Wessendorf, Berlin mit Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin Weitere Informationen
Anlass und Ziel des städtebaulichen Wettbewerbs Luisenblock Ost ist es, für das städtebaulich bedeutsame Quartier im Parlaments- und Regierungsviertel Berlin eine Neuordnung zu entwickeln, die den besonderen Anforderungen an Lage, Funktion und städtischen Kontext der Berliner Innenstadt gerecht wird. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung einer Bebauung, die mit dem Erschließungs- und Freiflächenkonzept harmoniert und den Uferbereich des Schiffbauerdamms angemessen einbezieht. Dabei sind sowohl Erweiterungsmöglichkeiten für Einrichtungen des Deutschen Bundestages als auch der in Berlin dringend benötigte Wohnungsbau in wirksamer Weise vorzusehen. Die Realisierung der Flächen für den Deutschen Bundestag auf dem Areal des LBO II ist unmittelbar angrenzend an den LBO I zu verorten. Die spreeseitige Anordnung der Bundestags- und der Wohnnutzung LBO II zwischen dem LBO I und ver.di ist auf gleichwertige Weise konzeptionell zu berücksichtigen.
Darüber hinaus soll der im Wettbewerbsgebiet befindliche Standort der ver.di-Vermögensverwaltung, welcher sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur Spree befindet, neu strukturiert und geplant werden.
Ziel ist es, ein gemischtes, belebtes Quartier zu schaffen, das in dieser zentralen Lage einen klaren Mehrwert für die Berliner*innen bietet und neben Bundestag und Wohnen auch ergänzende Nutzungen wie nicht störendes Gewerbe und dienstleistungsorientierte Angebote vorsieht. Diese Nutzungen sollen insbesondere in den Erdgeschossen entlang der Spree angeordnet werden, um die publikumswirksamen Angebote am Schiffbauerdamm fortzusetzen und sinnvoll zu erweitern und eine lebendige, attraktive Uferpromenade zu schaffen, die zum Verweilen einlädt und zur Belebung des Quartiers beiträgt.
Bereits im Jahr 2009 wurde für den Luisenblock Ost ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt. Der aus dem Siegerentwurf entwickelte Bebauungsplanentwurf wurde jedoch Ende 2020 vom Abgeordnetenhaus nicht verabschiedet. Seitdem haben sich die Anforderungen an das Areal weiterentwickelt: Neben Art und Dichte der Nutzungen spielen nun vermehrt Aspekte der nachhaltigen Mobilität und des Klimaschutzes eine wichtige Rolle. Diese Anforderungen sind integraler Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe des neu ausgelobten städtebaulichen Realisierungswettbewerbes.
Die angestrebte oberirdische Bruttogrundfläche (BGF) beträgt insgesamt ca. 64.800 m². Diese teilt sich auf, in Neubauten für den Deutschen Bundestag mit ca. 29.500 m² BGF und der ver.di-Vermögensverwaltung mit ca. 15.300 m² BGF für Büronutzung und 15.000 m² BGF für Wohnnutzung sowie 5.000 m² BGF für Wohnfolgeeinrichtungen und nicht störendem Gewerbe. Im erweiterten Betrachtungsbereich sind zusätzlich die Stadtbahnbögen mit ca. 6.000 m² BGF in das Nutzungskonzept zu integrieren.
Neue Mobilitätsangebote sowie eine zukunftsorientierte und klimagerechte Gestaltung der Frei- und Verkehrsräume werden neben einer attraktiven Nutzung der Erdgeschosse als großes Potential für die Belebung des öffentlichen Raums gesehen. Neben einem hohen Anteil publikumswirksamer Nutzungen an der Spree soll auch das Potential der Stadtbahnbögen im Rahmen eines Nutzungskonzeptes aktiviert werden und zum zukünftigen Charakter des Quartiers beitragen.
Ein besonderes Augenmerk soll auf die Herausforderungen des Klimawandels und somit auf die ökologischen Funktionen von Freiräumen und Gebäuden gelegt werden. Die Widerstandsfähigkeit von Gebäuden und Quartieren gegenüber zu erwartenden Klimafolgen ist zu erhöhen, um zukünftige Herausforderungen des Klimawandels bspw. in Bezug auf Starkregen und Hitze abzufedern. Ziel im Rahmen des Wettbewerbes ist es, das klimaangepasste Bauen über die Vorsorgemaßnahme zum Objektschutz hinausgehend zu entwickeln und im Sinne des Schwammstadt-Prinzips Niederschläge auf dem Grundstück zu halten, zu versickern bzw. verdunsten zu lassen. Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung eines lärmrobusten Städtebaus, da von der Stadtbahn im Norden erhebliche Lärmimmissionen ausgehen, aber auch von der südlich exponierten Spree als Wasserstraße empfindlicher Lärm ausgeht.
Der westliche Bereich des Luisenblock Ost (LBO I) wurde parallel durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Deutschen Bundestags (BTV) entwickelt und ist nicht Gegenstand dieses städtebaulichen Realisierungswettbewerbes. Im Februar 2024 wurde im Rahmen eines hochbaulichen Realisierungswettbewerbes der Entwurf des Ateliers Kempe Thill Thörner Kaczmarek Generalplanungsgesellschaft mbH, Düsseldorf mit Atelier Kempe Thill architects und planners, Rotterdam (Niederlande) ausgewählt, der als Grundlage für die geplante Umsetzung in den kommenden Jahren dient.
Im Rahmen dieses städtebaulichen Realisierungswettbewerbs werden zukunftsweisende städtebauliche und freiraumplanerische Lösungen unter Einbeziehung der Promenade und Uferzone am Schiffbauerdamm für dieses bedeutsame Quartier gesucht. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird die Grundlage für ein anschließendes Bebauungsplanverfahren bilden, wobei der Umriss des Wettbewerbsgebiets voraussichtlich nicht identisch mit den Grenzen des anschließenden B-Planverfahrens sein werden.
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Kategorie
Städtebau
Typologie
Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Öffentlicher Raum
Ort
Berlin Mitte
Verfahrenstitel
Luisenblock Ost II
Verfahrensart
Offener einphasiger städtebaulicher Realisierungswettbewerb
Teilnehmerkreis
Stadtplaner:innen und/oder Architekt:innen zusammen mit Landschaftsarchitekt:innen
Auslober:in
Land Berlin vertreten durch die
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und
Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Auftraggeber:in
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Abteilung II – Städtebau und Projekte
Württembergische Straße 6
10707 Berlin
Ausgewählter Beitrag
Studio Wessendorf, Berlin
Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin
Preisrichterkolloquium
Ausgabe der Unterlagen | Bekanntmachung
schriftliche Rückfragen bis
Rückfragenkolloquium
Beantwortung der Rückfragen bis
Abgabe Wettbewerbsarbeiten bis
Abgabe Modelle bis
Sitzung des Preisgerichts
Ausstellungseröffnung
Ausstellung
Alle genauen Informationen zu Uhrzeiten, Abgabeleistungen, Abgabe- und Veranstaltungsorten sind in der Auslobungsbroschüre aufgeführt.
24.11.2025
05.12.2025
07.01.2026
22.01.2026
30.01.2026
17.04.2026
30.04.2026
09./10.06.2026
13.07.2026
14. bis 24.07.2026
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Bild: SenStadt
Die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse wird am Montag, den 13. Juli 2026 eröffnet. Während der Veranstaltung haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Einblicke in die Arbeiten zu erhalten. Fragen und Anregungen zu den städtebaulichen Entwürfen sind ausdrücklich erwünscht.
Wann: 13. Juli 2026, 18:00-20:00 Uhr
Wo: Foyer des Ernst-Reuter-Hauses, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin
Alle Wettbewerbsarbeiten werden ab dem 14. bis zum 24. Juli 2026 im Ernst- Reuter-Haus ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr. An den Wochenenden ist die Ausstellung geschlossen.
Die Veranstaltung ist barriere- und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe