Anerkennungen im Wettbewerb

Anerkennung: 6.750 €

Studio Wessendorf, Berlin
Grieger Harzer Dvorak Landschaftsarchitekten, Berlin
Plan und Recht, Berlin
team red, Berlin

Verfasser:in: Jörg Wessendorf
Mitarbeiter:innen: Nina Dvorak, Tobias Kipp, Enno Gloyna,
Lukas Geißler, Moritz Fiehn, Nina Rickert

  • Beurteilung durch die Jury

    Leitidee:
    Die Charakteristik dieser Arbeit ist die deutliche Ablesbarkeit der beiden bestimmenden Elemente der zukünftigen Teilfläche Süd im Blankenburger Süden: auf der einen Seite ein Stadtquartier bestehend aus Wohnungen und differenziertem Gewerbe, die hier jeweils einer klaren und durchgängigen Blockstruktur folgen und durch die Solitärbauten Schule und Bürgerzentrum ergänzt werden, und auf der anderen Seite der vorhandene Landschaftsraum mit seinen Elementen Schmöckpfuhlgraben, Wiesen und Waldflächen, die weiter qualifiziert und nutzbar gemacht werden.
    Das Nebeneinander von Landschaft und Stadtstruktur wird in dieser Arbeit als eine komplementäre Einheit verstanden.

    Städtebau:
    Aber auch das Stadtquartier ist durchgrünt. Es besteht aus fünf sogenannten Nachbarschaften, die jeweils einen eigenen durchgrünten Stadtplatz aufweisen, die den „Nachbarschaften“ eigene Mitten geben. Neben diesen soll am Schnittpunkt der fünf Nachbarschaften eine „Zentrale Mitte“ mit, auf die entsprechenden Blockecken gesetzten, maßvollen Hochpunkten entstehen. Dadurch wird die geografische zur räumlichen Mitte der Teilfläche Süd im Blankenburger Süden und weithin sichtbares Zentrum des neuen Stadtquartiers. Mit seiner Lage am Bogen des Schmöckpfuhlgrabens entsteht in der „Zentralen Mitte“ auch das beabsichtigte räumliche Neben- bzw. Miteinander von Stadt und Landschaft.
    Hier scheint es zu gelingen, an anderer Stelle, konkret an den Feuchtwiesen und an den Waldkanten wünscht man sich eine ähnlich harmonische Begegnung von Landschaftraum und Stadtraum. Allein die Staffelung der Blöcke kann diese Wirkung nicht leisten.
    Die Schule und ihre Sporthalle liegen ideal in der Mitte des Quartiers und damit ebenfalls am Schmöckpfuhlgraben. In dieser Lage sind beide mit ihren Freiräumen gleichzeitig dem Stadtquartier und dem Landschaftsraum zugewandt. Der Solitär des Bürgerzentrums besetzt prominent den Stadtraum der „Zentralen Mitte“. Damit beeinträchtig er allerdings auch dessen räumliche Gesamtwirkung und wäre daher besser an dessen Rand untergebracht.
    Die Gewerbeflächen folgen maßvoll der städtebaulichen Textur. Im südlichen Teil ist die bestehende große Halle in diese Blockstruktur integriert und gehört so zum Mischgebiet zwischen Wohnen und störendem Gewerbe muss aber eine entsprechende Nutzung finden.
    Zu Wohnzwecken wird die Blockstruktur kleinteilig parzelliert und erhält durch eine gezielte Öffnung der geschlossenen Blöcke eine angemessene Durchlichtung.

    Grün- und Freiflächen:
    Die zusammenhängende Grün- und Landschaftsfläche mit Schmöckpfuhlgraben, Wald- und Offenlandfläche (Lichtung) wird mannigfaltig differenziert und kann so vielfältig genutzt werden.
    Die privaten Grünflächen sind durch die Blockstruktur gut erkennbar, sie befinden sich in deren Höfe und sind als halböffentliche Gemeinschaftsflächen ausgewiesen.
    Straßen, Wege und das Bett der Trambahn erscheinen wie ein grünes Netz, das die fünf Nachbarschaften zusammenhält.

    Mobilität und Verkehr:
    Jeweils zwei Quartiersgaragen befinden sich idealerweise an den beiden Quartierseingängen. So wird der Autoverkehr im Quartier auf ein Minimum reduziert, und das „grüne Wegenetz“ gehört den Fußgängern und Radfahrern.

    Nachhaltigkeit und Klimaschutz:
    Mit dem Ausbau und Ausweitung des Schmöckpfuhlgrabens und dem Wald- sowie der Offenlandfläche (Lichtung) werden die notwendigen Retentionsflächen geschaffen.

  • Anerkennung Studio Wessendorf Lageplan

    Lageplan

  • Anerkennung Studio Wessendorf Modellfoto

    Modellfoto

Anerkennung: 6.750 €

ISA Internationales Stadtbauatelier, Stuttgart
Hannes Hörr Landschaftsarchitektur, Stuttgart
GrüneWelle Landschaftsarchitektur, Ravensburg

Verfasser:in: Philipp Dechow
Mitarbeiter:innen: Johannes Jörg, Hannes Hörr, Malte Novak, Seog-Jeong Lee,
Philip Flögel, Niklas Kramer, Frederik Johann, Joshua Ritter, Gerd Kuhn

  • Beurteilung durch die Jury

    Leitidee:
    Die Verfassenden schlagen eine insgesamt als „ein Stück Stadt“ sehr dichte Struktur vor, die drei Wohn- und zwei Gewerbequartiere ausbildet. Sie versuchen, die unterschiedlichen im Quartier vorhandenen Richtungen aufzunehmen und daraus über ein System aus Regel und Ausnahme urbane Räume entstehen zu lassen, die sich zu Höfen formieren.

    Städtebau:
    Der Lage im Gebiet folgend finden die Verfassenden dabei unterschiedliche typologische Antworten, die jeweils den Quartierscharakter unterstreichen sollen, was teilweise auch gelingt.
    Kontrovers eingeschätzt werden die Lage der Schule wie auch die daran anschließende räumliche Reaktion gegenüber der urbanen Mitte.
    Die Hofsituationen sind teilweise sehr knapp bemessen und scheinen in ihrer Enge wenig attraktiv für Wohnen, auch wenn der typologische Ansatz durchaus spannend erscheint: Sie wenden sehr geschickt einen Katalog aus sich wiederholenden Haustypen an, der ein hohes Maß an Wiederholung verspricht und über „Passstücke“ doch urban wirkende Räume entstehen lässt.
    Die Arbeit schlägt eine verhältnismäßig hohe Dichte vor, was grundsätzlich begrüßt, aber erkauft wird durch die genannten teilweise knapp wirkenden Höfe und leichte Überschreitungen an den Rändern zum Wald.

    Grün- und Freiflächen:
    Die fast zu urban erscheinende Mitte steht im Kontrast zu einem stark aufgeweiteten Schmöckpfuhlgraben, der so fast seinen landschaftlichen Charakter als lineares Element verliert. Die zusätzlich entlang der Trambahntrasse vorgesehenen Plätze erscheinen eher zufällig und überzeugen weder räumlich noch freiraumplanerisch.

    Erschließung und Mobilität:
    Das vorgeschlagene Mobilitätskonzept entspricht weitgehend den Vorgaben, zieht mit nur drei Parkhäusern den Verkehr aber teilweise sehr tief ins Gebiet. Kritisch betrachtet wird die Lage der Quartiersgarage im Norden, da hier eine Querung der Trambahntrasse mit allen damit einhergehenden planerischen Folgen unausweichlich ist. Auch das Parkhaus an der urbanen Mitte wird kontrovers diskutiert.

    Nachhaltigkeit und Klimaschutz:
    Das Konzept zu Klimaanpassung im Freiraum erscheint logisch und ist begrüßenswert. Der sehr hohe Anteil an Holzbau wird begrüßt, die vorgeschlagenen energetischen Maßnahmen erscheinen im üblichen Rahmen.
    Insgesamt ist der Entwurf ein ambitionierter Beitrag im Hinblick auf das Ziel des seriellen Bauens, der jedoch insbesondere in seiner räumlichen Durcharbeitung und der zu erwartenden Wohnqualität leider nicht ganz überzeugen kann.

  • Anerkennung ISA Lageplan

    Lageplan

  • Anerkennung ISA Modellfoto

    Modellfoto

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe