Leitidee:
Die Verfassenden schlagen eine insgesamt als „ein Stück Stadt“ sehr dichte Struktur vor, die drei Wohn- und zwei Gewerbequartiere ausbildet. Sie versuchen, die unterschiedlichen im Quartier vorhandenen Richtungen aufzunehmen und daraus über ein System aus Regel und Ausnahme urbane Räume entstehen zu lassen, die sich zu Höfen formieren.
Städtebau:
Der Lage im Gebiet folgend finden die Verfassenden dabei unterschiedliche typologische Antworten, die jeweils den Quartierscharakter unterstreichen sollen, was teilweise auch gelingt.
Kontrovers eingeschätzt werden die Lage der Schule wie auch die daran anschließende räumliche Reaktion gegenüber der urbanen Mitte.
Die Hofsituationen sind teilweise sehr knapp bemessen und scheinen in ihrer Enge wenig attraktiv für Wohnen, auch wenn der typologische Ansatz durchaus spannend erscheint: Sie wenden sehr geschickt einen Katalog aus sich wiederholenden Haustypen an, der ein hohes Maß an Wiederholung verspricht und über „Passstücke“ doch urban wirkende Räume entstehen lässt.
Die Arbeit schlägt eine verhältnismäßig hohe Dichte vor, was grundsätzlich begrüßt, aber erkauft wird durch die genannten teilweise knapp wirkenden Höfe und leichte Überschreitungen an den Rändern zum Wald.
Grün- und Freiflächen:
Die fast zu urban erscheinende Mitte steht im Kontrast zu einem stark aufgeweiteten Schmöckpfuhlgraben, der so fast seinen landschaftlichen Charakter als lineares Element verliert. Die zusätzlich entlang der Trambahntrasse vorgesehenen Plätze erscheinen eher zufällig und überzeugen weder räumlich noch freiraumplanerisch.
Erschließung und Mobilität:
Das vorgeschlagene Mobilitätskonzept entspricht weitgehend den Vorgaben, zieht mit nur drei Parkhäusern den Verkehr aber teilweise sehr tief ins Gebiet. Kritisch betrachtet wird die Lage der Quartiersgarage im Norden, da hier eine Querung der Trambahntrasse mit allen damit einhergehenden planerischen Folgen unausweichlich ist. Auch das Parkhaus an der urbanen Mitte wird kontrovers diskutiert.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz:
Das Konzept zu Klimaanpassung im Freiraum erscheint logisch und ist begrüßenswert. Der sehr hohe Anteil an Holzbau wird begrüßt, die vorgeschlagenen energetischen Maßnahmen erscheinen im üblichen Rahmen.
Insgesamt ist der Entwurf ein ambitionierter Beitrag im Hinblick auf das Ziel des seriellen Bauens, der jedoch insbesondere in seiner räumlichen Durcharbeitung und der zu erwartenden Wohnqualität leider nicht ganz überzeugen kann.