Die Arbeit 1005 schafft mit einem dreigeschossigen Sockel, einem 18-geschossigen Hochpunkt mit 68,70 m Höhe entlang der Otto-Braun Str. und einem 6-geschossigen versetzten Baukörper mit 45 m Höhe nach Osten zur Wohnbebauung eine klare städtebauliche Ordnung.
Das Sockelbauwerk mit den öffentlichen Nutzungen zeigt eine eigenwillige gefaltete Fassadenstruktur, die sich im DG mit den öffentlich genutzten Trauräumen wiederholt und so auch das Erscheinungsbild der Fassade klar strukturiert.
Die Ebenen für die Verwaltungsnutzung setzen den Grundgedanken subtil mit zurückhaltender Stützenausbildung fort. So zeigt die mit einem Naturstein (Berliner Muschelkalk) bekleidete Fassade auch nach außen die beiden Hauptnutzungen aus Verwaltung und öffentlichem Raumangebot, weithin sichtbar durch den kronenartigen Dachabschluss.
Die umlaufenden Kolonnaden im EG wurden kontrovers diskutiert. Sie bieten einerseits eine öffentliche Schicht zum Verweilen und mit dem Rücksprung eine natürliche Verschattung, so dass die Eingangsebene nicht spiegelt und einsehbar ist. Gleichzeitig werden die Kolonnaden im alltäglichen Gebrauch nicht ohne Herausforderungen sein.
Die Haupterschließung von Rathausplatz ist städtebaulich richtig gesetzt und lädt mit großzügigen Treppenanlagen innen in den mit guter Lichtführung und mit Zenitlicht hellen öffentlichen Bereich ein. Allerdings wird der Bereich zwischen Eingang und Treppenantritt als zu knapp erachtet.
Die Grundrisse sind klar gegliedert und L-förmig in den Ebenen unterteilt, dies ermöglicht eine gute Orientierung. So sind vom Haupteingang, mit guter Wegeführung und räumlicher Inszenierung der Treppe gut auffindbar, Bibliothek und Ausstellung im 1. OG und darüber im 2. OG BVV-Saal mit zugeordneten Fraktionsbüros zu erreichen. Dem BVV-Saal sind ein großzügiges Foyer und eine Außenterrasse zugeordnet. Positiv bewertet wurde die gute Erreichbarkeit. Kritisch hinterfragt wurde die mit 4,40 m eher knappe Geschosshöhe des EG.
Die räumlichen Zusammenhänge sind gut gelöst. Der Hochpunkt, der sich als Scheibe erhebt, nutzt umlaufend die Fassaden für natürlich belichtete und belüftbare Büros. Die Treppenhäuser, Besprechungsangebot und Nebenflächen sind klassisch in der Gebäudemitte situiert. Der klar strukturierte Grundriss zeigt nicht, wo die Tragstruktur und Stützen verortet sind – diese sind für die Raumausbildung aber ent- scheidend.
Prallscheiben und Sonnenschutz an den Fassaden, eine robuste Natursteinbekleidung und solide Grundstrukturen im Innenraum sprechen für ein ehrliches und realistisches Projekt, die veranschlagten Kosten liegen im Rahmen. Die Abstandsflächen sind im Wesentlichen eingehalten.
Die Arbeit stellt einen gelungenen Beitrag zur Aufgabe –„Rathaus der Zukunft“ dar.
Die städtebauliche Situierung zusammen mit der zurückhaltend eleganten Erscheinung werden positiv hervorgehoben, ebenso wie die Öffnung des Hauses für die Öffentlichkeit.
Gleichzeitig sorgt der Entwurf für Büroflächen für die Verwaltung, die sowohl Sicherheitsaspekte berücksichtigen als auch ungestörtes Arbeiten ermöglichen.
Die ungewöhnliche Fassadengestaltung fügt sich mit ruhigem Gesamtausdruck ein und zeigt mit oben abschließender „Krone“ eine selbstbewusste wiedererkennbare Haltung.