Kleistpark und Besuch des Kammergerichts

19.10.2013

Kiezspaziergang vom 19.10.2013 mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

herzlich Willkommen zum achten Kiezspaziergang.
Sie wissen, dass ich bemüht bin, Ihnen den ganzen „Groß-Bezirk“ Tempelhof-Schöneberg nahezubringen. Nachdem wir uns das letzte Mal im Süden, in Mariendorf getroffen haben, ist heute der Norden, Schöneberg, dran.
Der hundertste Geburtstag des Kammergerichtsgebäudes war Anlass, den Kiezspaziergang in den Kleistpark zu verlegen – und natürlich werden wir auch eine Führung durch das Kammergerichtsgebäude geboten bekommen.

Dass wir uns an einem historischen Ort befinden, ist schon an dieser Tafel zu erkennen. Die Installation dieser Tafel – und weiterer 11 Tafeln – wurde initiiert durch das Quartiersmanagement Schöneberger Norden und das Jugendmuseum Schöneberg, gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms Soziale Stadt.
Die Tafeln stehen unter der Überschrift: „Historische Orte sichtbar machen“.
Die anderen Tafeln stehen zum Beispiel an den Yorckbrücken, am Crellemarkt und am Hochbahnhof Bülowstraße. Diese Tafel bezieht sich auf den ehemaligen Königlich Botanischen Garten, in den wir jetzt hineingehen.

Königlich-Botanischer Garten

Wir stehen jetzt auf einem Gelände, auf dem sich fast 200 Jahre lang der Botanische Garten Berlins befand.
Hervorgegangen war der Botanische Garten aus dem Hof- und Küchengarten des Großen Kurfürsten. Ab 1718 entwickelte sich der dann auch so benannte botanische Garten zu einer bedeutenden wissenschaftlichen Forschungsstätte.
Von 1819-38 arbeitete der Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso hier als »Pflanzenaufseher«.

Der Königliche Botanische Garten war ein beliebtes Ausflugsziel vor den Toren der Stadt. Vor allem das 1858 erbaute Palmenhaus mit seiner damals neuartigen Eisen-Stahl-Konstruktion zog die Besucher an.

Im Zuge der deutschen Kolonialpolitik gelangten immer mehr Pflanzen nach Berlin und Ende des
19. Jahrhunderts war der Botanische Garten zu klein geworden. 1897 begann die Verlegung an den heutigen Standort in Steglitz, wo viel mehr Platz zur Verfügung stand.

Die Ränder des alten Areals wurden zur Bebauung freigegeben, die verbliebene Freifläche wurde 1909-11 zu einem Stadtpark umgestaltet. Anstelle des Palmenhauses erhebt sich seit 1913 das Gebäude des Kammergerichts.

Heute trägt der Park den Namen des deutschen Dramatikers und Lyrikers Heinrich von Kleist (geb. 1777, verst. 1811), u. a. bekannt durch sein Lustspiel
„Der zerbrochene Krug“ und seine Novelle „Michael Kohlhaas“. Der Park erhielt seinen Namen zum 100. Todestag Heinrich von Kleists.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Park grundlegend umgestaltet. Nach Plänen von Georg Bela Pniower wurde aus der Grünanlage im Wesentlichen ein repräsentativer Vorgarten für den Alliierten Kontrollrat, der nach Kriegsende im Kammergerichtsgebäude seinen Sitz hatte. Viele Bäume des ehemals Botanischen Gartens blieben aber erhalten. Die heute 5,7 Hektar große Anlage steht als Gartendenkmal unter Denkmalschutz.

Lassen Sie uns jetzt zu den Königskolonnaden gehen.

Kathreiner-Haus

Bevor ich Ihnen etwas über die Königskolonnaden erzähle, will ich Sie an dieser Stelle, weil es von hier aus besonders gut sichtbar ist, auf das Kathreiner-Haus hinweisen.

Das Kathreiner-Haus wird so genannt, weil es von der Kathreiner’s Malzkaffee-Fabriken GmbH als Verwaltungsgebäude erbaut wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von der BVG, später durch Senatsdienststellen genutzt.
Es gehört dem Land Berlin und wird derzeit durch die BIM (Berliner Immobilien Management) verwaltet.

Es wurde von Bruno Paul entworfen. Bruno Paul (* 1874 † 1968 in Berlin) war als Architekt ein Wegbereiter der modernen Zweckarchitektur. Außerdem war er satirischer Zeichner, Möbeldesigner und Inneneinrichter. Viele Jahre wirkte er als Hochschullehrer und beeinflusste dabei bedeutende Künstler wie Ludwig Mies van der Rohe, George Grosz und Hannah Höch.
Das Gebäude entstand 1929/1930 und wurde von Bruno Paul im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen. Es besteht aus drei Flügeln: die beiden parallel zur Potsdamer Straße liegenden Flügel sind sechsgeschossig und orientieren sich an der Traufhöhe der sie umgebenden Bauten. Sie werden durch einen quer zur Straße verlaufenden Trakt verbunden, der wiederum aus zwölf Geschossen besteht, wodurch das Gebäude seine markante H-Form erhielt. Die Fassade ist mit Thüringer Travertin verkleidet.

Königskolonnaden

Die Königskolonnaden, seinerzeit als weitaus schönste und wirkungsvollste Anlage ihrer Art bezeichnet, wurden zusammen mit der Königsbrücke als architektonische Einheit in den Jahren 1777-80 erbaut.
Allerdings nicht an dieser Stelle, sondern an der damals stark frequentierten Königstraße. Heute heißt diese Straße Rathausstraße und liegt zwischen Alexanderplatz und dem Platz auf dem das Stadtschloss neu errichtet wird.

Die 52 m langen, von Carl von Gontard entworfenen Hallen waren aus gelbem Sandstein errichtet und mit reichen plastischen Arbeiten geschmückt. Hinter den Kolonnaden befanden sich Geschäfte.

  • Carl Philipp Christian von Gontard (* 1731 † 1791) war ein deutscher Architekt, der vor allem in Potsdam, Berlin und Bayreuth wirkte. Beispiele: Säulenvorhallen und Türme des Deutschen und des Französischen Doms, Brandenburger Tor in Potsdam.

Die Errichtung der riesigen Halle des Bahnhofs Alexanderplatz und die Bebauung mit mehrstöckigen Häusern in unmittelbarer Nachbarschaft versperrten die freie Sicht auf die Kolonnaden und zerstörten die Beziehung zu ihrer ehemals grünen Umgebung.

Nach dem Abriss der Königsbrücke um 1875 war das Ensemble aus Brücke und Kolonnaden zerstört. Die Kolonnaden stellten nur noch einen Torso dar. Nach jahrelangen Diskussionen mussten die Kolonnaden schließlich 1910/11 wegen der Errichtung des Warenhauses Wertheim und der damit einhergehenden Verbreiterung der Königstraße von ihrem angestammten Platz weichen. Sie wurden nach Schöneberg transportiert und im neu angelegten
Heinrich-von-Kleist-Park an der Potsdamer Straße in Ausrichtung auf das geplante Kammergericht aufgestellt.

Nach Meinung vieler Zeitgenossen waren die Königskolonnaden damit in ihrer Wertigkeit stark herabgesetzt und von einer Flanke einer Hauptverkehrsstraße zu einem Zugang zu einer mäßig großen Parkanlage degradiert worden.

Die Königskolonnaden gehören heute zu den bedeutendsten Berliner Bauwerken aus der Übergangszeit vom Rokoko zum Klassizismus und sind seit Jahrzehnten Baudenkmal.
In den Jahren 1979 bis1981 und nochmals 2003 bis 2004 wurden die Kolonnaden durch den Bezirk restauriert.

Im Übrigen sind die Königskolonnaden und auch das Kammergerichtsgebäude in diesem Jahr Bestandteil der Aktion „Berlin – leuchtet“, eine Ergänzung des „Festival of Lights“. Bis zum
20. Oktober werden die Kolonnaden und das Kammergerichtsgebäude nach Einbruch der Dunkelheit in einem „besonderen Licht“ gezeigt.

Franz Hessel, der insbesondere durch sein Buch „Ein Flaneur in Berlin“ bekannt geworden ist, und für den in der Lindauer Straße 8 in Schöneberg eine Gedenktafel hängt, schreibt 1929:

„Der Heinrich von Kleist-Park hat einen besonderen Schmuck bekommen durch Gontards Königskolonnaden, die ehedem in der Gegend des heutigen Alexanderplatzes standen. Hier sind sie noch nicht ganz zu Hause, nicht so ins Stadtgefüge eingetan wie die Kolonnaden desselben Meisters am Ende der Leipziger Straße… .
Die nach dem Kleistpark versetzten Kolonnaden müßten in diesem Parkrahmen Ruine sein oder wenigstens stärker verwittern. Man sollte wenigstens für Vogelnester sorgen.“

Figur "Genius des Geistes"

Die Figur „Genius des Geistes“ gehört zu insgesamt zehn Sockelfiguren, die zu einem Reiter-Denkmal für Friedrich-Wilhelm III. gehörten. Es stand seit 1876 in der Mitte des Lustgartens.
Geschaffen wurde das Reiter-Denkmal von Albert Wolff (1814–1892).

Im II. Weltkrieg wurde das Monument zerstört, die Reste demontiert.
Es sind neben dem Genius des Geistes zwei weitere Sockelfiguren erhalten geblieben:

  • Klio – die Muse der Geschichtsschreibung und
  • Die Allegorie der Wissenschaft.

Beide Figuren stehen heute im Nikolaiviertel.

Wir gehen nun zum Eingang des Kammergerichtsgebäudes und werden dort von der Präsidentin des Gerichts, Frau Nöhre, und
Herrn Dr. Wimmer begrüßt.

Kammergerichtsgebäude

Es folgen einige Impressionen von der Führung im Kammergerichtsgebäude mit Frau Monika Nöhre (Präsidentin des Kammergerichts) und Herrn Dr. Ulrich Wimmer (Pressesprecher für den Bereich des Zivilrechts).

Die Rossebändiger

Die beiden monumentalen Statuen standen ursprünglich – seit 1843 – auf der Lustgartenseite des Berliner Stadtschlosses. Ähnliches haben wir heute schon mehrfach gehört. Sie waren seinerzeit ein Geschenk an den König Friedrich Wilhelm IV von seinem Schwager, dem Kaiser Nikolaus I. von Russland. Es sind Kopien von zwei der vier Rossebändiger, die auf einer Brücke in St. Petersburg stehen. Sie sind geschaffen vom russischen Bildhauer Peter Clodt von Jürgensburg.
Zum Ende des 2. Weltkrieges wurden sie sichergestellt und hier als repräsentative Ergänzung zum Kammergerichtsgebäude aufgestellt.

Mit Beginn der Bauarbeiten für die Errichtung des Humboldtforums am Ort des Stadtschlosses ist eine Diskussion über die Rückführung der Rossebändiger entbrannt. Abschließende Entscheidungen gibt es noch nicht.

Panzeraufstellfläche

Die nicht so recht in einen Park passende relativ große Betonfläche ist auch eine Erinnerung an die Geschichte des Kammergerichtsgebäudes. Amerikanische Panzer bewachten das Gebäude, in dem der Alliierte Kontrollrat seien Sitz hatte – wir haben es während der Führung gehört.
Als sogenannte „Panzeraufstellfläche“ bleibt dieser Teil des Parks so erhalten.

Hinter dem Rossebändiger sind in Richtung Pallasstraße Sportplätze zu erkennen. Sie sind bewusst dort angelegt worden, um den Park vielfältig zu nutzen, ihn zu beleben und auch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in den Park zu ziehen.
Die Sportplätze haben allerdings hier auch eine sehr günstige Lage. Sie sind eingerahmt von einem Verwaltungsgebäude, einer Schule und dem Park. Anwohnerbeschwerden – wie an so vielen anderen Sportflächen – gibt es hier nicht.
Der Park ist also trotz seiner historischen Bedeutung und der unter Denkmalschutz stehenden Teile einem ständigen Wandel unterworfen. So gibt es derzeit Initiativen aus der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schönebergs, den Kleistpark aufzuwerten. Allzu oft kommt es zu Vandalismus und Schmierereien. Mit einem Konzept, das eine kulturelle Nutzung, aber auch die Ansiedlung von Gastronomie und die Einrichtung von Toiletten beinhaltet, soll dem begegnet werden.

Haus am Kleistpark

1878 gab es im Königlich Botanischen Garten bereits 17.000 kultivierte Pflanzen und 36 Gewächshäuser sowie Lehr- und Forschungseinrichtungen. Als Ergänzung dazu wurde das heutige Haus am Kleistpark 1880 als Königlich Botanisches Museum eingeweiht. Es beherbergte damals Hörsäle, eine Bibliothek sowie eine umfangreiche Sammlung getrockneter Pflanzen (Herbarium). 1907 erfolgte im Zuge der Verlegung des Botanischen Gartens auch der Umzug des Botanischen Museums nach Steglitz.

Das Haus am Kleistpark erfuhr in der Folgezeit verschiedene öffentliche Nutzungen. Während der NS-Zeit hatte hier die Naturdenkmalpflege als Reichsstelle für Naturschutz ihren Sitz. Für eine kurze Zeit war in dem Haus auch eine Abteilung der Reichsstelle für das Schulwesen untergebracht.
Im Januar 1944 zerstörte eine Bombe ein Drittel des Gebäudes. Trotz zahlreicher Bemühungen um Wiederaufbau wurde das Haus nach Kriegsende nur notdürftig repariert, der Nord-Ostflügel wurde nicht wieder aufgebaut.
Nach 1945 wurde das Gebäude vom Bezirk Schöneberg für unterschiedliche Zwecke genutzt.
Heute teilen sich die Musikschule Schöneberg und die Kommunale Galerie Schöneberg das Gebäude.

Bildvergrößerung: Kunst vorm Haus am Kleistpark
Kunst vorm Haus am Kleistpark

Leo-Kestenberg-Musikschule:
Sie ist eine der größten Musikschulen Berlins. Ungefähr 4.000 Schülerinnen und Schüler erhalten Musikunterrichtunterricht bei rund 200 Lehrerinnen und Lehrern in Tempelhof und Schöneberg.

Die Unterrichts- und Musikangebote richten sich an Menschen aus allen Altersgruppen, allen gesellschaftlichen Schichten und aus verschiedenen Kulturen. Die Musikschule kooperiert erfolgreich mit anderen Einrichtungen innerhalb und außerhalb des Bezirkes, mit Kindergärten (zum Beispiel der benachbarten Kita am Kleistpark), Jugendfreizeiteinrichtungen, Orchestern, Chören.

Mehr als ein Drittel des gesamten bezirklichen Musikschulangebots findet hier statt. Außerdem hat die Musikschule hier ihre zentrale Verwaltung.

Kommunale Galerie:
Das Konzept sieht vor, sowohl in Berlin lebenden, zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern einen Ort und damit Öffentlichkeit zu geben, als auch Beispiele von international wichtigen künstlerischen Positionen zu vermitteln. So wurden hier Projekte u.a. zu Frieda Kahlo, Marlene Dumas, Robert Capa etc. ebenso realisiert wie kulturhistorische Ausstellungsprojekte mit Lokalbezug z.B. open-air im Kleistpark (zur Geschichte des Parks und der umgebenden Gebäude) und Kooperationsprojekte zusammen mit den Quartiersmanagements Schöneberger Norden und Tiergarten Süd zur Förderung der freien Galerie-Szene.

Bildvergrößerung: Noch mehr Kunst!
Noch mehr Kunst!

Zwei weitere Schwerpunkte sind heute darüber hinaus prägend für das Haus am Kleistpark: die künstlerischen Fotografie und die jährliche Auslobung des Foto-Arbeitsstipendiums Tempelhof-Schöneberg und im Rahmen der Künstler/ Innenförderung der jährliche Tempelhof-Schöneberger Kunstpreis, dessen Ergebnisse ebenfalls in der Kommunalen Galerie ausgestellt werden.

Kooperationen wie mit der Universität der Künste, der Karl-Hofer-Gesellschaft, dem Landesarchiv Berlin, dem Frauenmuseum Berlin, der Literaturwerkstatt Berlin oder dem Aktiven Museum sind wesentlicher Bestandteil des Konzeptes.
Mit diesem weitgesteckten Aufgabenspektrum und seinem überregionalen Renommee gehört die Kommunale Galerie zu den profiliertesten kommunalen Galerien der Stadt.

Das Haus am Kleistpark ist insgesamt sanierungsbedürftig. Sie sehen an der Treppenkonstruktion, dass aus Sicherheitsgründen ein Fluchtweg geschaffen werden musste. Im Inneren müssen die sanitären Anlagen erneuert und Barrierefreiheit geschaffen werden. Eine Aufgabe, die mittelfristig durch den Bezirk anzugehen ist. Ein Antrag auf Gewährung von Lottomittel im vergangenen Jahr ist leider abgelehnt worden.

Gedenktafeln am Haus am Kleistpark

Adelbert von Chamisso
Adelbert von Chamisso, geboren 1781 in Frankreich und gestorben 1838 in Berlin war deutscher Naturforscher und Dichter französischer Abstammung.
Chamisso, der als Naturwissenschaftler schon eine Weltumsegelung hinter sich hatte, war von 1819 bis kurz vor seinem Tod Kustos der Pflanzensammlung (Herbarium). Von 1822 bis zu seinem Tod hat er in der Friedrichstraße gewohnt.

Benno Wolf
Benno Wolf, geboren 1871 war jüdischer Herkunft, wuchs jedoch im protestantischen Glauben auf. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften wurde er 1912 Richter in Berlin. Außerdem begann er, zunächst ehrenamtlich, ab 1915 hauptamtlich als Justitiar der „Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege“ in Preußen zu arbeiten, die in diesem Hause untergebracht war. Hier erarbeitete er erste Entwürfe für Naturschutzgesetze in Deutschland und im benachbarten Ausland. Im Jahr 1920 wurde der von ihm gestaltete
§ 34 des preußischen Feld- und Forstordnungsgesetzes als „Kleines Naturschutzgesetz“ allgemein begrüßt. Er war damit der Wegbereiter des staatlichen Naturschutzes.
Wegen seiner jüdischen Abstammung und insbesondere wegen seines kriegswichtig gewordenen Archivs über Höhlen wurde Benno Wolf 71-jährig im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort starb er am
6. Januar 1943 infolge der unmenschlichen Haftbedingungen.

Universität der Künste – Fakultät Gestaltung

Neben dem Haus am Kleistpark befindet sich die Universität der Künste, und zwar der Fachbereich „Gestaltung“.
Hier können die Studiengänge

  • Architektur
  • Design (Produktdesign, Modedesign)
  • Visuelle Kommunikation
  • Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation
  • Kunst und Medien

belegt werden.

Dies ist umso interessanter als sich zum Jahreswechsel im Nachbargebäude die private Hochschule der populären Künste ansiedeln wird. Medienmanagement, Mediendesign, Musikproduktion und Audiodesign sind die Studienfächer, die hier angeboten werden.

Ich bin sicher, dass es Kooperationen zwischen den beiden Hochschulen geben wird und ich freue mich, dass das leerstehende Gebäude wieder genutzt wird und sicherlich zu einer bereichernden Belebung des Umfeldes beitragen wird.

Ehemaliges BVG-Gebäude

Bei dem derzeit leerstehenden Gebäude handelt es sich um die ehemalige Hauptverwaltung der BVG.
Der Gebäudekomplex wurde 1938 bis 1939 errichtet und sollte in einer Sichtachse am Ende der gegenüberliegenden Großgörschenstraße, die erweitert werden sollte, stehen. Der Komplex gehörte damit zu den nationalsozialistischen Plänen, die Berlin zur „Welthauptstadt Germania“ machen sollte.
Anfangs waren hier die Bauleitung der Reichsautobahn und die Verwaltung der Deutschen Milchwirtschaft untergebracht. Als 1943 die Hauptverwaltung der BVG in Kreuzberg komplett zerstört wurde, zog die BVG in das Gebäude.
Im Jahr 2008 zog die BVG in ein neues Quartier und verkaufte die Liegenschaft. Sie gehört heute einer Immobiliengesellschaft in Luxemburg.
Am anderen Ende der Potsdamer Straße ist die BVG immer noch mit ihrem Fundbüro präsent.

Verabschiedung

Verabschiedung

Ich danke Ihnen, dass Sie mich wieder begleitet haben und hoffe, dass die letzten beiden Stunden für Sie informativ, unterhaltsam und bereichernd waren. Vielleicht habe ich Sie ja auch anregen können, der einen oder anderen Fährte allein oder mit Freunden vertieft nachzugehen. Es würde mich freuen.

Der nächste Kiezspaziergang findet
*am 16. November 2013 in Lichtenrade statt.
Wie immer um 14:00 Uhr.
Treffpunkt ist der S-Bahnhof Lichtenrade /
Ausgang Bahnhofstraße.*

Wir werden die Bahnhofstraße und das idyllische Alt-Lichtenrade durchqueren und dann den Volkspark Lichtenrade besuchen, der in ehrenamtlichem Engagement vom Trägerverein Lichtenrader Volkspark e.V. betrieben wird.

Kommen Sie gut nach Hause!

  • Nähere Informationen zu den Bauten am Heinrich-von-Kleist-Park erhalten Sie hier.