Klimaschutz – Fragen und Antworten

Bäume, die quadratisch zugeschnitten sind, mit Radfahrer im Hintergrund
Bild: Nils Bergmann / fotolia.com

Klimawandel ist ein vielbesprochenes Thema, aber unter vielen Begriffen und Vorgängen kann man sich nicht unbedingt etwas vorstellen. Wir beantworten hier häufig aufkommende Fragen und zeigen Wege, sich stressfrei mit dem Thema auseinander zu setzen.

Wetter und Klima hängen eng zusammen, aber sie sind nicht identisch. Während das Wetter immer den tagesaktuellen Stand beschreibt – Regnet es? Scheint die Sonne? Ist es warm oder frostig kalt? Stürmt es oder weht nur eine leichte Brise? – beschreibt das Klima Wetter über einen längeren Zeitraum, so dass Durchschnittswerte entstehen.

Wenn also beispielsweise am 15. März 2009 5°C herrschten und am 15. März 2019 aber 18°C, bedeutet das noch keinen grundlegenden Wandel des Klimas, es kann auch einfach eine einmalig besonders warme Märzmitte sein. Erst wenn Jahr um Jahr am 15. März die Temperaturen so warm blieben, könnte man von einer Klimaveränderung in der Temperatur sprechen. Dadurch werden bei der Beschreibung des Klimas Ausreißer im Wetter im Durchschnitt mit einbezogen. Erst wenn sich solche Ausreißer sehr häufig wiederholen, kann man von einer neuen Regelmäßigkeit ausgehen. Um das Klima zu beschreiben und Klimaveränderungen festzustellen, wird meist ein Zeitraum von mindestens 30 Jahren betrachtet.

Einfache Merkregel: Wenn es dieses Jahr um diese Zeit schneit, ist es Wetter. Wenn es in den meisten Jahren um diese Zeit schneit, ist es Klima.

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Dass sich das Klima in der langen Geschichte der Erde verändert hat und weiter verändert, ist ein ganz natürlicher Prozess, es gibt Eiszeiten und wärmere Zeiträume zwischen Eiszeiten. Im Moment befinden wir uns in einer natürlicherweise etwas wärmeren Periode nach einer Eiszeit. So gesehen ist es nichts Besonderes, dass es jetzt wärmer ist als vor 10.000 Jahren. Allerdings finden diese natürlichen Klimaänderungen über Hunderttausende und Millionen von Jahren statt.

Wenn wir heutzutage von Klimawandel als Problem für den Planeten sprechen, ist der durch Menschen extrem beschleunigte Klimawandel gemeint, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters mit seinen Maschinen und Fabriken um circa 1850 rapide vor sich geht. Dieser Klimawandel wird an einer unnatürlichen Veränderung in der Temperatur fest gemacht: Innerhalb von 150 bis 200 Jahren steigt die durchschnittliche Temperatur der gesamten Erde im gesamten Jahr wie sie vorher nur in Tausenden bis Zehntausenden Jahren gestiegen ist. Diese Erwärmung kommt durch den Treibhauseffekt zustande.

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Der Treibhauseffekt wird dadurch verursacht, dass sich die Treibhausgase, die unter anderem in den Abgasen von Fabriken, Kraftwerken, Autos und anderen Kraftwägen, Flugzeugen und privaten Haushalten enthalten sind, in der Erdatmosphäre anreichern. Die wichtigsten Treibhausgase, die oft in menschengemachten Abgasen vorkommen, sind Kohlenstoffdioxid (CO₂), Methan (CH4), Lachgas (N₂O), Ozon (O3) und Wasserdampf.

Während die kurzwellige Sonnenstrahlung weiterhin in die Erdatmosphäre eindringen kann, also die Sonnenwärme bei uns ankommt, wird die langwellige Rückstrahlung von der Erde von den Treibhausgasen fast vollständig aufgenommen und nicht wieder ins Weltall abgegeben. Das heißt, durch die vom Menschen in riesigen Mengen produzierten Treibhausgase, bleibt ein weitaus größerer Teil der Wärme innerhalb der Erdatmosphäre als es ohne diese Gase der Fall wäre. Dadurch erwärmt sich die Erde unnatürlich schnell. Dieser Vorgang geht außerdem immer schneller vor sich, weil sich immer größere Mengen von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre ansammeln.

Mehr über die Treibhausgase erfahren Sie beim Umweltbundesamt.

Eine Grafik des Deutschen Wetterdienstes, die den Erwärmungstrend veranschaulicht, ist hier zu finden.

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Da der Klimawandel sich so unterschiedlich auswirken kann, wird inzwischen meistens statt des Begriffs „Globale Erwärmung“ der Begriff „Klimawandel“ verwendet, denn der Klimawandel führt nicht zwingend überall zu einer erhöhten Temperatur, wenn auch zu einer Erhöhung des Gesamttemperaturdurchschnitts auf der Welt.

Die Folgen des Klimawandels sind vielfältig. Generell wird eine Verstärkung der Temperatur- und Wetter-Phänomene bzw. Extreme erwartet. Daraus können sich aber auch viele weitere Folgeerscheinungen entwickeln. So besteht zum Beispiel die Gefahr, dass der warme Golfstrom, der vom Golf von Mexiko entlang der nordamerikanischen Küste und dann über den Atlantik bis hin zur Küste Großbritanniens fließt, als Folge der sich verändernden (Meeres-)Temperaturen seinen Kurs ändert, wodurch die Küsten, an denen er nicht mehr entlang fließen würde, statt einer Erwärmung eher eine Auskühlung erleben würden.

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Es kommen immer wieder hartnäckige Gerüchte und Verschwörungstheorien auf, dass der Klimawandel gar nicht existieren würde und nicht beweisbar wäre. Weltweit sind sich aber mehr als 90% der Klimawissenschaftler einig, dass es den Klimawandel gibt und er durch Menschen verursacht wird.

Seit 1988 untersuchen die Wissenschaftler des Weltklimarates (auch „IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change“ genannt) den Stand der Klimaforschung und ihre Ergebnisse und präsentieren in ihren Berichten diesen Forschungsstand nach überaus gründlichen und langwierigen Prüfungsverfahren. In diesen um die 2.000 Seiten dicken Berichten wird auch ausdrücklich erwähnt, wenn bei einzelnen Themen noch Unsicherheit herrscht und wie diese genau aussieht. Seit dem Bericht 1995 spricht der Weltklimarat offiziell von einem „erkennbaren menschlichen Einfluss auf das globale Klima“.

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Bei der Untersuchung der Folgen des Klimawandels handelt es sich zu gutem Teil naturgemäß um Vorhersagen, die auf komplizierten und sorgfältig erarbeiteten wissenschaftlichen Klimamodellen basieren. Immer mehr dieser erwarteten Folgen lassen sich aber auch jetzt schon beobachten.

Durch den Treibhauseffekt steigt die durchschnittliche Lufttemperatur auf der ganzen Welt und die Gletscher und Eiskappen der Pole schmelzen, wodurch der Meeresspiegel weltweit steigt. Das ist insbesondere für Inseln, Küsten und Küstenorte problematisch, sowie für Landschaften, die teilweise unter dem Meeresspiegel liegen, wie beispielsweise Teile der Niederlande. Auch die Ozeane erwärmen sich, was dazu führen kann, dass Meeresströmungen neue Routen einschlagen und jetzt bereits dazu führt, dass sich mehr und stärkere Hurrikane über dem Wasser bilden und wenn sie auf Land treffen, großen Schaden anrichten können.

Die Erwärmung von Luft und Wasser oder sich ändernde Regenmengen stellen außerdem eine große Herausforderung für die Tier- und Pflanzenwelt dar und führen zu Wanderbewegungen oder auch zum Aussterben der Arten. Auch immer mehr Menschen werden vom Klimawandel dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen: Inseln, Küsten- und tiefgelegene Regionen werden überschwemmt, sich verstärkende Naturkatastrophen wie Dürren, Stürme oder Hochwasser vertreiben die Einwohner mancher Gegenden.

Generell gilt, dass sich Wetterextreme immer weiter verstärken werden: Hitzewellen werden heißer, Kältewellen frostiger, die Niederschläge tendieren immer mehr dazu, sich in bestimmten Zeitfenstern zu konzentrieren, so dass sich Hochwasser- und Dürrezeiten abwechseln.

Aus einem Jahrhundertsommer wie dem 2018 in Berlin wird nur noch ein Jahrzehntesommer mit ernsten Folgen für die Gewässer, die Landwirtschaft und Wälder, genauso wie für Tiere und Pflanzen.

Mehr Informationen zum Klimawandel und seinen Folgen finden Sie beim Umweltbundesamt.

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In Berlin sind genau die oben beschriebenen Phänomene festzustellen. In den letzten 100 Jahren ist die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin um ca. ein Grad gestiegen. Gleichzeitig wurden im letzten halben Jahrhundert mehr heiße Sommertage und –nächte und gleichzeitig weniger Wintertage mit Frost und Eis festgestellt. Die Niederschläge konzentrieren sich in selteneren Ereignissen und die trockenen Zeiten werden länger. Wenn der Trend sich so fortsetzt, wird das Klima um 2100 in Berlin dem Klima des südfranzösischen Toulouse ähneln.

Wenn die Niederschläge ausbleiben, sammeln sich Schadstoffpartikel verstärkt in der Luft an, was gesundheitsschädliche Folgen haben kann – umso mehr bei höheren Temperaturen. Bei Starkregen wiederum können die Gewässer verschmutzt werden. Einerseits wird alles Mögliche hineingeschwemmt, was nicht hinein gehört, und andererseits läuft die Mischkanalisation über und das Abwasser wird in die Spree und die Kanäle gespült. Außerdem werden Tunnel und Keller geflutet.

Sie wollen mehr zu den Folgen des Klimawandels in Berlin wissen? Klicken Sie hier für weitere Informationen vom Umweltbundesamt.

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Kohlenstoffdioxid (CO₂) ist essentieller Bestandteil jeglicher organischer Materie auf dem Planeten und damit jeglichen Lebens. Wenn fossile Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) verbrannt werden, werden große Mengen CO₂ freigesetzt, die vor Millionen von Jahren in die Erde eingeschlossen wurden. CO₂ ist Bestandteil von Industrieabgasen, sowie von Abgasen von Transportmitteln (Auto, Flugzeug, etc.) und spielt auch in privaten Haushalten eine große Rolle, je nachdem welche Energieträger zum Betreiben der Heizung und der Gewinnung des verbrauchten Stroms verwendet werden.

Das bedeutet, dass alles in unserem Leben einen eigenen CO₂-Fußabdruck hat. Jedes einzelne Produkt wurde unter der Emission (dem Ausstoß) von CO₂ hergestellt und transportiert. Ungefähr 84% aller menschengemachten CO₂-Emissionen kommen aus den Bereichen Wärme- und Elektrizitätsproduktion, Landwirtschaft, Industrie und Transport.

Da CO₂ aber nicht das einzige Treibhausgas ist, können die anderen Treibhausgase in CO₂-Äquivalente (CO₂-e) umgerechnet werden, damit man sie besser vergleichen kann. Dabei wird berücksichtigt, dass die unterschiedlichen Gase unterschiedlich zur Erwärmung beitragen und unterschiedlich lang in der Atmosphäre bleiben.

Im Durchschnitt verursachen Deutsche 11,6 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Kopf pro Jahr und liegen damit auf Platz 23 im EU-Vergleich. Nur die Niederlande, die Tschechische Republik, Irland, Estland, und Luxemburg schneiden mit bis zu 17,2 Tonnen pro Kopf schlechter ab. Für circa 1,1 Tonnen der deutschen pro Kopf-Emission kann der/die Einzelne jedoch nichts: Dabei handelt es sich um einen Gemeinschaftsausstoß – zum Beispiel durch Infrastruktur – der auf alle Bürger_Innen umgelegt wird.

Um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, muss der Verbrauch pro Kopf auf 1-2 Tonnen gesenkt werden. Den CO₂-e-Verbrauch von knapp 12 auf maximal 2 Tonnen CO₂-e reduzieren? Das klingt fast unmöglich. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Mit Hilfe des kostenlosen CO₂-Rechners des Umweltbundesamtes können Sie sehen, wie weit Sie auf dem Weg schon sind und wodurch Sie Ihren Verbrauch weiter senken könnten.

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CO₂ baut sich nicht selbst ab. Der natürliche Abbauprozess passiert durch Pflanzen und Gewässer. Pflanzen wandeln mittels Fotosynthese CO₂ in Sauerstoff um. Deswegen kommt den Wäldern auf unserem Planeten eine so wichtige Rolle zu. Umso beunruhigender ist es jedoch, dass alle zwei Sekunden weltweit Waldfläche in der Größe eines Fußballfeldes abgeholzt wird.

Auch Gewässer können CO₂ binden, allerdings gibt es auch da einen Maximalwert, der höchstwahrscheinlich bald erreicht ist. Außerdem werden die Gewässer mit höherem CO₂-Gehalt immer saurer, was für viele Wasserpflanzen und -tiere schwerwiegende Folgen hat.

Ein Beispiel hierfür ist die fortschreitende Korallenbleiche im Pazifik. Korallenbleiche setzt ein, wenn ein Gewässer zu warm wird. Die Algen (Zooxanthellen), die mit den Korallen zusammenleben, für die bunten Farben der Korallen verantwortlich und für ihre Ernährung lebensnotwendig sind, beginnen Gift- statt Nährstoffe zu produzieren, wenn es ihnen zu warm wird. Daraufhin stoßen die Korallen sie ab und verlieren damit gleichzeitig auch ihre Farbe. Wenn die Zooxanthellen nicht innerhalb einiger Wochen zurückkehren, sterben die von ihnen abhängigen Korallen ab, sie verhungern quasi. Einmal abgestorbene Korallenriffe können sich nur unter optimalen Bedingungen wieder erholen und brauchen dafür Jahrzehnte.

Es gibt zahlreiche Projekte, die erforschen, wie CO₂ technisch wieder aus der Luft gezogen und beispielsweise in tiefen Erdschichten abgelagert werden kann, aber bisher wurde auf dem Gebiet noch keine breitenwirksame Lösung gefunden, bei der das Risiko von negativen Nebenwirkungen für das Ökosystem gering genug ist, um einen groß angelegten Einsatz zuzulassen.

Mehr über die Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre (sogenannte „negative Emissionen“) und die Risiken dabei erfahren Sie beim Umweltbundesamt.

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