Die Stiftung Planetarium feiert in diesem Sommer ihr zehnjähriges Jubiläum. Was 2016 als strukturelle Zusammenführung der Berliner Planetarien und Sternwarten begann, hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Zahlreiche Angebote schaffen auch Kindern und Jugendlichen einen Zugang zum Kosmos.
Mit über 370.000 Besucher/-innen verzeichnete das Zeiss-Großplanetarium im vergangenen Jahr das vierte Rekordjahr in Folge: Zusammen mit der Archenhold-Sternwarte, dem Planetarium am Insulaner und der Wilhelm-Foerster-Sternwarte erreicht das meistbesuchte Planetarium im deutschsprachigen Raum sowie das modernste Wissenschaftstheater Europas Menschen in Berlin und über die Stadtgrenzen hinaus.
Mit ihrer Gründung vor zehn Jahren vereinte die Stiftung Planetarium Berlin erstmals die astronomischen Einrichtungen der Stadt. Von Anfang an verfolgte die Stiftung einen klaren Bildungsauftrag und machte eine didaktisch angemessene Vermittlung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, sowohl in der Schul- als auch der Erwachsenenbildung, zu ihren Aufgaben. Heute verfügt sie über ein breit gefächertes Angebot und kindgerechte Formate, die bereits früh einen Zugang zur Astronomie ermöglichen.
So geben eine Vielzahl an live moderierten und auf unterschiedliche Altersgruppen ausgerichteten Veranstaltungen in den Planetarien Einblicke in unser Sonnensystem und seine Planeten, erklären astronomische Phänomene wie Sternschnuppen und Nordlichter, schwarze Löcher und die allgemeine Relativitätstheorie. Bei Führungen durch die Sternwarten haben Kitas und Schulklassen zudem die Gelegenheit, verschiedene Teleskoptechniken kennenzulernen und Ausstellungsstücke aus nächster Nähe zu betrachten. Abseits der Theorie wird es aber auch praktisch: Im Rahmen eines auf Grundschulen ausgerichteten Workshops können teilnehmende Kinder einen eigenen Mars-Rover bauen und diesen anschließend auf einer marsähnlichen Rennstrecke testen. Zur Erweiterung dieser Bildungsangebote stellt die Stiftung Planetarium zudem Programminformationen zu ausgewählten Schul- und Bildungsprogrammen bereit, in denen u.a. die entsprechenden Anknüpfungspunkte für die Rahmenlehrpläne Berlins aufgelistet sind. Arbeitsblätter für die Vor- und Nachbereitung der Programme im Unterricht sowie Bastelanleitungen sind ebenfalls verfügbar.
Mit dem HELLEUM II hat die Stiftung Planetarium im vergangenen Jahr ein Jugendforschungszentrum hinzugewonnen. In Workshops, Projekten und freien Forschungsvorhaben erfahren Schüler/-innen, wie MINT-Fächer mit Fragen aus dem Universum verbunden sind und können diesen forschend nachgehen. Die Lernwerkstatt bietet dafür eine Lernumgebung zwischen Werkstatt, Labor und Sternwarte, die neugierig macht, motiviert und zum Forschen einlädt. Das Angebot erweitert das des benachbarten Kinderforscherzentrums HELLEUM, das sich an Kita- und Grundschulkinder richtet und durch die Alice Salomon Hochschule in Kooperation gemeinsam mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
Familie betrieben wird.
Mit ihrer mobilen Planetariumskuppel INTENSE bringt die Stiftung Planetarium Naturwissenschaften und Astronomie auch direkt an Schulen und Kitas. Die transportfähige Kuppel mit einem Außendurchmesser von neun Metern wird in Aulen oder Turnhallen aufgebaut und stellt Inhalte dank eines hochauflösenden Projektors verzerrungsfrei dar. Für die Dauer des Besuchs kann aus verschiedenen Kursen gewählt werden, Moderator/-innen des INTENSE-Teams geben im interaktiven Dialog mit den Schüler/-innen Einblicke in aktuelle Erkenntnisse von Mensch, Natur und Technik. Auch eine schulinterne Fortbildung für das pädagogische Personal kann im Rahmen des Besuchs gebucht werden.
Auch abseits des Schulkontexts bietet die Stiftung Planetarium mit dem Kinderpodcast „Abgespaced“ einen altersgerechten Zugang zu Fragen rund um Planeten, Sterne und das Weltall. In insgesamt 19 Folgen liefern neugierige Kinderreporter/-innen in Gesprächen mit Wissenschaftler/-innen spannende Geschichten, Entdeckungen und faszinierende Fakten.
Im September 2026 findet zudem der „Kosmos-Campus“ der jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft (jDPG) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) statt. Gemeinsam mit der Stiftung Planetarium Lehramtsstudierende laden sie dazu ein, im Rahmen von Workshops, Experimenten und Vorträgen zu aktuellen Themen der Geo-, Astro- und Klimaphysik Unterrichtsideen mitzunehmen und sich mit anderen angehenden Lehrkräften zu vernetzen. Anmeldungen sind noch bis zum 31. Juli möglich.