13/2026 | Inklusionsberatung an Berliner Grundschulen

Reigen bunter Papierfiguren

24.04.2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Inklusion ist aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb stellen wir im Gespräch mit Ute Mendes, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums im Vivantes-Klinikum Friedrichshain, das Projekt „Inklusionsbegleitung“ vor, das Schulen seit 2019 unterstützt.
Außerdem fassen wir die wichtigsten Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2025/26 zusammen und ordnen sie ein.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre.
Ihre Newsletter-Redaktion

Inklusionsberatung an Berliner Grundschulen

Seit 2019 beraten Mitarbeitende des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) im Vivantes-Klinikum Friedrichshain im Rahmen des Projekts „Inklusionsbegleitung“ Berliner Grundschulen bei der Arbeit mit Kindern mit Förderbedarfen. Wir sprachen mit Dr. med. Ute Mendes, Leiterin des SPZ, über die Ursprünge und Erfahrungen des Projekts.

Frau Dr. Mendes, wie kam es dazu, dass Mitarbeitende eines Sozialpädiatrischen Zentrums an Berliner Grundschulen gehen, um dort zu schulischer Inklusion zu beraten?
In den Sozialpädiatrischen Zentren kümmern sich Ärzt/-innen, Psycholog/-innen, Therapeut/-innen und Pädagog/-innen gemeinsam um Patient/-innen und ihre Familien. Seit vielen Jahren merken wir, dass wir nur dann hilfreich für Kinder und Jugendliche sein können, wenn wir uns über die medizinisch-therapeutische Zuwendung hinaus zusätzlich mit ihrem sozialen Lebensraum vernetzen. Die Schule ist dabei besonders wichtig. Deshalb saßen wir bereits vor Beginn des Projekts regelmäßig mit Lehrer/-innen, Eltern und, je nach Alter, Patient/-innen selbst zusammen. Bei unseren Fachaustauschgesprächen erlebten wir viele dankbare Lehrkräfte. Dankbar deshalb, weil wir oft eine konkrete Beratung für ein konkretes Problem anbieten konnten, dankbar auch, weil durch die Vernetzung Hilfe von „außen“ kam und die Lehrkräfte damit entlastet wurden.

Daraus entstand die Idee, diese Art der Zusammenarbeit intensiver zu gestalten. Also schrieben wir Berliner Grundschulen an und fragten, ob sie eine auf zwei Jahre angelegte wöchentliche Begleitung wünschen. Die Schulen wollten das und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bot uns erfreulicherweise eine Finanzierung an.

Können Sie etwas mehr zu den Rahmenbedingungen sagen?
Im ersten Projektdurchlauf berieten wir jede Woche Lehrkräfte an insgesamt fünf Berliner Grundschulen. Wir verbrachten zu fest verabredeten Zeiten jede Woche 45 Minuten bei Hospitationen im Unterricht. An die Hospitation schloss sich dann ein jeweils 45-minütiges Beratungsgespräch an. Auf diese Weise konnten wir beobachten, was Kindern half, wo sich Hindernisse auftaten und gemeinsam überlegen, wie Situationen und Bedingungen verbessert werden können. Die Begleitung einer Lehrkraft und einer Klasse über den gesamten Projektzeitraum von zwei Jahren war meist gar nicht nötig, stattdessen wechselten wir im Projektzeitraum in andere Klassen und berieten dort weiter.
Die Auswahl der Schulen war von einigen Voraussetzungen abhängig: sowohl Lehrkräfte als auch Schulleitung mussten Inklusion wollen und unterstützen und diese gemeinsam voranbringen. Die Schulen sollten auch tatsächlich inklusiv im Klassenverband mit mindestens zwei inklusiv beschulten Kindern arbeiten und bereit sein, die betreffenden Lehrer/-innen für unsere Beratung vom Unterricht auszuplanen. Im zweiten Projektdurchlauf von 2022 bis 2024 war auch die Bildung eines schulischen Inklusionsteams eine der Voraussetzungen für die Teilnahme, damit die Schulen nachhaltiger vom Projekt profitieren können.

Was sind die grundlegenden Ziele, die das Projekt verfolgt?
Das ganz übergeordnete Ziel, das unser Projekt verfolgt, ist die verbesserte schulische und soziale Teilhabe von Kindern mit Förderbedarf. Das geht nur dann, wenn Lehrkräfte unterstützt werden, schulische Inklusion zu leben und zu gestalten. Wirklich nachhaltig werden die Projektinhalte dann, wenn sich die Mitarbeitenden an einer Schule austauschen, gemeinsam Konzepte entwickeln und sich Hilfe von außen holen. Aus unserer Sicht ist es dafür wichtig, sich regelmäßig zu vernetzen: mit den Eltern und mit den Fachkräften, die das Kind außerhalb der Schule begleiten und betreuen. In den Netzwerktreffen, die einmal pro Schulhalbjahr stattfinden, beraten wir deshalb zu Vernetzung, Austausch und auch zur Gestaltung von Übergängen, damit einmal gefundene Lösungen auch nach einem Klassenstufenwechsel beibehalten werden.

Welche Vorteile hat die inklusive Bildung?
Inklusion bedeutet, dass alle Kinder, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten oder Herausforderungen, gemeinsam in einer Schule lernen. Diese Form der Beschulung bietet zahlreiche Vorteile, nicht nur für Kinder mit, sondern auch für Kinder ohne Behinderungen. Wenn Kinder mit und ohne Behinderungen die Möglichkeit haben, in einem Klassenumfeld gemeinsam zu lernen und zu interagieren, fördert dies nicht nur die sozialen Fähigkeiten dieser Kinder, sondern stärkt auch Verständnis und Akzeptanz bei den Kindern ohne Behinderungen. Studien zeigen zudem, dass alle Kinder, die in inklusiven Umgebungen lernen, ein höheres Maß an Empathie und sozialer Sensibilität entwickeln. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass inklusive Beschulung die Leistungen von Kindern ohne Behinderungen beeinträchtigt, legen Studien außerdem nahe, dass kooperatives Lernen und die Zusammenarbeit zwischen Schüler/-innen mit und ohne Behinderungen positive Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen haben.
Kinder ohne Behinderungen profitieren von der Möglichkeit, ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zu entwickeln, indem sie mit ihren Mitschüler/-innen zusammenarbeiten und ihnen helfen. Kinder ohne Behinderungen lernen durch die Zusammenarbeit ebenfalls, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, was Teamverständnis und soziale Fähigkeiten fördert und sie so auf die Herausforderungen des späteren Lebens vorbereitet.

Häufig wird kritisiert, dass inklusive Beschulung zu einer Überforderung der Lehrkräfte führen würde. Ist da etwas dran?
Es stimmt, dass Lehrer in inklusiven Klassen vor besonderen Herausforderungen stehen. Gezielte Fortbildungen und Unterstützungssysteme können aber dazu beitragen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Genau hier wollen wir mit dem Projekt ansetzen, nicht nur aufgrund der oben genannten Gründe, sondern auch weil Lehrer/-innen, die in inklusiven Umgebungen arbeiten, oft von einer Bereicherung ihrer eigenen Lehrmethoden und einer Verbesserung ihrer pädagogischen Fähigkeiten berichten.

Das Projekt ist mittlerweile in die dritte Runde gegangen. Worauf liegt jetzt der Fokus?
Richtig, im Oktober 2025 startete das Projekt in seine dritte Runde. Wir sind dankbar, dass sich das Projekt verstetigt und setzen den Fokus noch stärker auf die Zusammenarbeit mit den Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren, kurz SIBUZ. Ihnen vermitteln wir in zweitägigen Inhouse-Schulungen auch unseren teilhabeorientierten Ansatz. Aktuell arbeiten wir in den Stadtbezirken Pankow und Lichtenberg. Die SIBUZ-Teams suchen dabei aus den bei ihnen eingehenden Anfragen diejenigen heraus, bei denen sie unser Angebot für erfolgversprechend halten. Davon ausgehend nehmen wir Kontakt mit den Schulen auf und starten den Beratungsprozess. Dieser ist diesmal deutlich kürzer konzipiert und sollte in der Regel nach circa drei Monaten abgeschlossen sein. Bereits nach dem ersten Projektdurchlauf hatten wir die gesammelten Erfahrungen im praktisch orientierten Buch „Inklusion macht Schule“, das allen Berliner Grundschulen durch die Senatsverwaltung zur Verfügung gestellt wurde, niedergeschrieben. In der jetzt verkürzten Beratungszeit im dritten Durchgang ist es für uns ein ganz wesentliches Arbeitsmittel, das wir in den Beratungen gezielt nutzen.

Was nehmen Sie für das SPZ aus den bisherigen Erfahrungen mit?
Für uns ist es ein großer Gewinn, seit inzwischen sieben Jahren inklusive Beschulung in Berlin fördern und begleiten zu dürfen. Wir haben in diesen Jahren viel über Schule lernen dürfen, was auch uns in unserer Arbeit im SPZ hilft und weiterbringt. Wir schätzen die enge Zusammenarbeit mit Schule und Verwaltung, die getragen ist von großer gegenseitiger Anerkennung und einem noch größeren gemeinsamen Ziel.

Berlinkarte mit Bezirken

Schulpsychologische und Inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ)

Deutsches Schulbarometer 2025/26

Psychische Belastung, fehlende Mitbestimmung und Mobbing stellen laut aktuellem Schulbarometer die drängendsten Probleme von Schüler/-innen dar. Die seit 2019 regelmäßig durchgeführte repräsentative Befragung der Robert Bosch Stiftung widmet sich dem psychischen und schulischen Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, der Unterrichtsqualität sowie wechselnden Themen. Wir stellen die wichtigsten Erkenntnisse des neuen Berichts vor.

Psychische Belastung und Lebensqualität
Die Ergebnisse legen nahe, dass Kinder und Jugendliche eine weiterhin hohe psychosoziale Belastung aufweisen: Rund 15 % der Befragten weisen psychische Auffälligkeiten auf, weitere 10 % liegen im Grenzbereich. Damit zeigt etwa ein Viertel aller 8- bis 17-Jährigen Hinweise auf ein hohes psychisches Belastungserleben, was einen Anstieg gegenüber 2024 (21 %) bedeutet. Parallel dazu berichten 26 % der Befragten über eine geringe Lebensqualität (Vergleich 2024: 27 %). Insbesondere Kinder und Jugendliche, die psychisch belastet sind, geben eine niedrige Lebensqualität an. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit sehr niedrigem Einkommen sowie Schüler/-innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf vergleichsweise häufig psychische Auffälligkeiten aufweisen und über eine geringe Lebensqualität berichten.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, psychische Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern, insbesondere bei jenen, deren Lebensbedingungen ein erhöhtes Risikopotenzial mit sich bringen. Dies umfasst neben der Stärkung individueller Ressourcen auch den Ausbau niedrigschwelliger schulischer und außerschulischer Präventions- und Unterstützungsangebote.

Schulisches Wohlbefinden, Unterrichtsqualität und Mitbestimmungsmöglichkeiten
Drei von vier Schüler/-innen fühlen sich in der Schule wohl. 8 % sprechen sogar von einem hohen schulischen Wohlbefinden, 16 % melden ein geringes Wohlbefinden in der Schule. Damit ähneln diese Ergebnisse denen der vorherigen Erhebung (2024: 71 % mittleres, 8 % hohes und 20 % geringes schulisches Wohlbefinden). Kinder und Jugendliche aus finanziell belasteten Familien und solche mit psychischen Auffälligkeiten geben besonders häufig an, sich in der Schule nicht wohlzufühlen. Unterschiede nach Schulform zeigen sich dabei nur geringfügig.

Gleichzeitig legen die Daten nahe, dass die von den Schüler/-innen wahrgenommene Unterstützung durch die Lehrkraft bei gleichzeitiger Betrachtung anderer Unterrichtsmerkmale den bedeutendsten Einfluss auf das schulische Wohlbefinden hat: Je unterstützender und wertschätzender Lehrkräfte wahrgenommen werden, desto wohler fühlen sich Schüler/-innen in der Schule. Zudem gehen sowohl zu niedrige als auch zu hohe Anforderungen mit einem geringeren Wohlbefinden einher, was zeigt, wie wichtig ein individuell angemessenes Anforderungsniveau für positive schulische Erfahrungen ist.

Auch Mitbestimmungsmöglichkeiten der Schüler/-innen hängen laut Schulbarometer mit dem schulischen Wohlbefinden zusammen. So zeigen Schüler/-innen, die über mehr Mitbestimmung in Schule und Unterricht berichten, nicht nur ein höheres schulisches Wohlbefinden, sondern geben insgesamt auch eine höhere Lebenszufriedenheit an. Sowohl Lehrkräfte als auch Schüler/-innen schätzen die derzeitigen Mitbestimmungsmöglichkeiten insgesamt als gering ein. Obwohl beide Gruppen in dieser Hinsicht übereinstimmen, beurteilen Lehrkräfte die bestehenden Möglichkeiten als ausreichend, während die Schülerschaft sich mehr Partizipation wünscht.

Das schulische Wohlbefinden von Schüler/-innen hängt u.a. also davon ab, ob sich Schüler/-innen von ihren Lehrkräften unterstützt fühlen, die schulischen Anforderungen als angemessen herausfordernd erleben und über schulische Prozesse mitbestimmen können.

Diese Ergebnisse sind insofern als positiv zu bewerten, als dass die Förderung von Lernleistungen und die Förderung des schulischen Wohlbefindens nicht miteinander in Konkurrenz stehen müssen. Was die Partizipationsmöglichkeiten betrifft, benötigen Schulen transparente Entscheidungsprozesse sowie klar definierte, altersgerechte und strukturell verankerte Beteiligungsformate. Voraussetzung dafür wäre laut Schulbarometer aber, dass Lehrkräfte und Schulleitungen Partizipation und Mitbestimmung von Schüler/-innen stärker als grundlegendes Prinzip von Schule und Unterricht verstehen.

Mobbing und Cybermobbing
Mobbing und Cybermobbing gehören zu den zentralen psychosozialen Belastungen für Schüler/-innen und beeinträchtigen nicht nur Wohlbefinden und schulische Entwicklung, sondern haben langfristig gravierende Folgen für ihre psychische Gesundheit und ihre soziale Teilhabe. Die Erhebung erfasst Mobbing als wiederholte, gezielte, unerwünschte und negative bis aggressive Handlungen unter Schüler/-innen, die im persönlichen und direkten Miteinander oder über das Handy bzw. über soziale Medien ausgeübt werden. Nach diesen Kriterien berichten 30 % der 11- bis 17-Jährigen im laufenden Schuljahr wiederholt, solchen negativen sozialen Verhaltensweisen ihrer Mitschüler/-innen ausgesetzt gewesen zu sein. Der Anteil ist unter den Jugendlichen um das 14. Lebensjahr am höchsten. Besonders intensive Mobbingerfahrungen, das heißt eine mindestens monatliche Konfrontation mit vier oder fünf unterschiedlichen Varianten des Mobbingverhaltens, berichteten 7 %. Wöchentliche oder sogar alltägliche Schikane wie Beschimpfen, Bedrohen oder das Verbreiten gemeiner Gerüchte erlebten – je nach Art des Mobbingverhaltens – 4 % bis 12 % der 11- bis 17-jährigen Befragten. Mobbing im direkt-persönlichen Kontakt wird häufiger erlebt als Cybermobbing, tritt aber oft in Kombination mit diesem auf. Deutlich wird, dass eigene Mobbingerfahrungen eng mit geringerem schulischem Wohlbefinden, psychischen Auffälligkeiten und einem geringer ausgeprägten Zugehörigkeitsgefühl zur Schule zusammenhängen.

Die Ergebnisse belegen, dass Maßnahmen zur Sensibilisierung sowie Präventions- und Interventionsaktivitäten zu Mobbing und Cybermobbing bereits in der Grundschule unverzichtbar sind. Erfreulicherweise berichten sowohl Schüler/-innen als auch deren befragte Elternteile überwiegend von entsprechenden Unterstützungsangeboten an ihrer Schule. Weiterführende Untersuchungen, heißt es im Schulbarometer, sollten der Frage nachgehen, welche Ergänzungen und Hilfen an Schulen gebraucht werden, um Präventions- und Unterstützungsangebote stärken zu können.

Für das aktuelle Schulbarometer wurden insgesamt rund 1.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil befragt. Die Befragung fand zwischen dem 9. Mai und 3. Juni 2025 statt.

Kurznachrichten

Jetzt für Anerkennungspreis für Berliner Kita- und Schulfördervereine bewerben
Der Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg e.V. (lsfb) vergibt zum vierten Mal den Anerkennungspreis an Berliner Kita- und Schulfördervereine. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark und schlau!“ werden Projekte an Kitas und Schulen mit insgesamt 5.000 Euro ausgezeichnet, in denen Mitbestimmung und Beteiligung aktiv gelebt werden und dadurch den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, Selbstwirksamkeit zu erfahren. Die Auszeichnung würdigt das zivilgesellschaftliche Engagement von Kindern, Jugendlichen, Eltern, pädagogischen Fachkräften und weiteren Engagierten, die sich in den Kita- und Schulfördervereinen gemeinsam für beste Bildung einsetzen. Bis zum 30. April können sich alle gemeinnützigen Kita- und Schulfördervereine aus Berlin bewerben, die Projekte im aktuellen Kita- bzw. Schuljahr umsetzen.

Gruppenangebot „STARK“ für Mütter, trans, inter* und nicht-binäre Elternteile*
Das kostenlose Gruppenangebot „STARK“ wird von StoffBruch angeboten, einer Beratungs- und Behandlungsstelle für suchtmittelkonsumierende oder abhängigkeitserkrankte FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen). Das Angebot richtet sich an Mütter und FLINTA* Elternteile, die sich mit Fragen rund um Erziehung und persönliche Belastungen auseinandersetzen möchten. Im Mittelpunkt stehen Themen wie das Setzen von Grenzen, die Förderung einer positiven Selbstwahrnehmung bei Kindern sowie ein besseres Verständnis für kindliche Gefühle und Bedürfnisse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Sucht und Konsum. Das Angebot richtet sich an Eltern, die ihren Konsum reflektieren, verändern oder beenden möchten. Die Teilnahme erfolgt in einem geschützten Rahmen

Angebote zur mentalen Gesundheit des schulischen Personals werden gestärkt“
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie baut die Unterstützung für die mentale Gesundheit des schulischen Personals gezielt aus. Lehrkräfte, Schulleitungen sowie pädagogisches und nichtpädagogisches Personal erhalten ab sofort über das Netzwerk „Mental gestärkt in Schule“ einen deutlich erleichterten Zugang zu vielfältigen Unterstützungs- und Präventionsangeboten über das Berliner Schulportal. Ziel ist es, gute Arbeits- und Lernbedingungen nachhaltig zu stärken und mentale Gesundheit im Schulalltag systematisch zu fördern. Über das Berliner Schulportal können Beschäftigte im Schulbereich die Angebote direkt, individuell und bedarfsgerecht abrufen. Damit wird ein weiterer Schritt hin zu mehr Prävention, gezielter Unterstützung und besserer Verzahnung im Schulalltag umgesetzt.

Infobrief zu „Schule und AD(H)S“
Die Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Störung (AD(H)S) ist eine der häufigsten psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen. Die Symptome der AD(H)S zeigen sich in der Schule kontextabhängig. Besonders offene Aufgaben mit hohem Anteil an Selbstständigkeit und Selbstorganisation können überfordern. Zugleich können monotone oder als unterfordernd erlebte Aufgaben Auffälligkeiten verstärken. Wird im Unterricht mehr Struktur vorgegeben, kommen die Symptome häufig weniger zum Vorschein. Der aktuelle SIBUZ-Infobrief skizziert zentrale Merkmale von AD(H)S im schulischen Kontext und gibt praxisnahe Hinweise zur Förderung von Aufmerksamkeit, Selbstorganisation und Impulskontrolle – mit dem Ziel, schulische Teilhabe gelingend zu gestalten.

Mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler erwerben Schwimmabzeichen“
Die kostenlosen Schwimm-Intensivkurse in den Osterferien 2026 waren ein voller Erfolg: Mehr als 1.000 Berliner Schülerinnen und Schüler konnten ein Schwimmabzeichen erwerben und damit einen wichtigen Schritt hin zu mehr Sicherheit im Wasser machen. Insgesamt legten 431 Kinder das Seepferdchen ab, 514 erreichten das Bronze-Abzeichen und 145 wurden mit dem Silber-Abzeichen ausgezeichnet. Knapp 1.300 Kinder und Jugendliche – darunter 1.084 Grundschulkinder sowie 213 Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen – nahmen an insgesamt 133 Kursen teil. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr mehr als 6.000 Kinder an den Ferienkursen teil und erwarben insgesamt rund 4.600 Schwimmabzeichen. Die Schwimm-Intensivkurse in den Ferien werden in Kooperation mit dem Berliner Schwimmverband sowie zahlreichen Berliner Schwimmvereinen vom Landessportbund Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie angeboten.

Die Berliner Jugendjury geht in die nächste Runde!
Bei der Berliner Jugendjury erhalten Jugendliche die Möglichkeit, ihre eigenen Projekte umzusetzen. Sie bewerben sich mit ihren Vorschlägen und entscheiden selbst, welche Projekte mit wie viel Geld und Expert/-innenhilfe unterstützt werden sollen. Gesucht werden Projektideen rund um die Themenfelder „Gestaltung von Räumen & Freizeit“ oder „Gesellschaft & Politik“, die auch im Interesse von Jugendlichen aus anderen Stadtbezirken sind oder in mehreren Bezirken stattfinden. Mit ihren Projektideen können sich Projektgruppen ab drei Personen zwischen 12 und 21 Jahren, die von einem Verein oder Träger der Kinder- und Jugendarbeit unterstützt werden, bis zum 20. Mai über das Online-Formular bewerben.

Erfolgreicher Auftakt der U16-Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus
Mit knapp 200 Teilnehmenden ist der Kick-off der U16-Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus erfolgreich gestartet. Kinder und Jugendliche, Fachkräfte aus Schule sowie Freizeit- und Bildungseinrichtungen und politische Vertretungen kamen im Berliner Abgeordnetenhaus zusammen, um gemeinsam den Beginn des U16-Wahljahres einzuläuten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben Grußworten auch fachliche Impulse und praxisnahe Workshops, etwa zu Neutralität in der politischen Bildung, zum Umgang mit Desinformation und zu Methoden rund um die U16-Wahlen. Am 11. September 2026, neun Tage vor dem offiziellen Wahltermin, findet die U16-Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus statt. Im Vorfeld setzen sich Kinder und Jugendliche berlinweit mit politischen Themen auseinander, entwickeln eigene Positionen und erleben den demokratischen Wahlprozess ganz praktisch.

Roman Herzog Preis zeichnet Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt aus
Bis zum 31. Mai können engagierte Berlinerinnen und Berliner ab 18 Jahren sowie Vereine, Stiftungen und Initiativen, die mit einem innovativen Konzept gesellschaftliches Engagement und Unternehmertum verbinden, ihre Bewerbung zum Roman Herzog Preis einreichen. Ausgezeichnet werden innovative Projekte oder Initiativen, die sich für Zusammenhalt, Vielfalt und Offenheit stark machen und damit zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beitragen. Eine Jury ermittelt unter allen Einsendungen drei Finalisten, aus denen das Kuratorium der Stiftung Brandenburger Tor – Die Kulturstiftung der Berliner Sparkasse den Preisträger des Roman Herzog Preises 2026 wählt. Dieser erhält 20.000 Euro, die beiden weiteren Finalisten werden mit jeweils 5.000 Euro geehrt. Die Preisverleihung findet am 26. November 2026 statt.

Termine

28. April, 18.30-20.00 Uhr: Von der Zivilgesellschaft zum Gesetz: Berlins Weg zu mehr Klimagerechtigkeit Seit November 2025 gibt es in Berlin mit dem »BäumePlus-Gesetz« das erste Klimaanpassungsgesetz Deutschlands. Es wurde nach dem erfolgreichen Baumentscheid verabschiedet – einem einmaligen Beispiel für ein parteiübergreifendes Engagement von Bürgerinnen, Parteien und Politik. Der Entscheid verdeutlicht drei zentrale Erkenntnisse: Erstens, dass Zivilgesellschaft stark ist, wenn engagierte Bürgerinnen sich für eine grünere Stadt einsetzen und für den Erhalt von Stadtbäumen und lebendigen Straßen kämpfen. Zweitens, dass Klimapolitik dort wirkt, wo sie konkret und direkt vor der eigenen Haustür ansetzt. Und drittens, dass diejenigen, die im Alltag die Auswirkungen von Hitze, Dürre und fehlendem Schatten erfahren, auch ein tiefes Verständnis für die globalen Ursachen der Klimakrise entwickeln. Gemeinsam mit EPIZ – Zentrum für Globales Lernen lädt die Landeszentrale für politische Bildung zu einer Diskussion mit den Initiator/-innen des Baumentscheids ein.

7. Mai, 9-14 Uhr: Werkstatt gegen Rechtsextremismus In Vorbereitung auf die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September wollen die Courage-Schulen demokratiefeindliche Positionen frühzeitig erkennen und deutlich benennen, um gegen Rechtsextremismus vorzugehen; auch wenn im Schulalltag oft wenig Zeit dafür ist. Auf der Werkstatt gegen Rechtsextremismus präsentiert die Berliner Landeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage verschiedene Werkzeuge und Tools, die beim Engagement gegen Rechtsextremismus unterstützen. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden sich für Diskussionen und Austausch bereit fühlen und sich gestärkt dem Thema in der Schule widmen können.

7. Mai, 18 – 19.30 Uhr: Online-Elternabend: Plan B – wenn mein Kind nichts findet oder nichts tut, um etwas zu finden Die ElternAkademie der Agenturen für Arbeit in Berlin und Brandenburg informiert zu allen Themen, die wichtig werden, wenn das eigene Kind die Schule beendet. Gemeinsam mit Expert/-innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wird diskutiert, wie die Studien- und Berufswahl von Jugendlichen gelingen können. In dieser Ausgabe des Digitalen Elternabends ist eine Psychologin zu Gast, um Fragen von Eltern zu beantworten, deren Kinder noch erfolglos auf der Suche nach einer Abschlussperspektive sind oder wenig Motivation aufweisen, sich darum zu kümmern.

9. + 10. Mai: Gen P Festival Der Kinder- und Jugendbeirat des Theaters an der Parkaue konzipiert und gestaltet ein zweitägiges Theaterfestival für junge Menschen zwischen 8 und 28 Jahren. In Laboren, bei Bühnenshows, Performances und in installativen Räumen können sich Teilnehmende künstlerisch ausprobieren und sowohl neue Erfahrungen sammeln als auch bereits gemachte teilen. Partys und gemeinsames Essen bieten Räume für Vernetzung und den Austausch darüber, was es braucht, um Theater auch zu einem Ort für junge Menschen zu machen. Tickets gibt es beim Theater an der Parkaue.

Fortbildungen / Fachtage

Demokratiegefährdung im Feed? Jugendliche im Umgang mit Desinformation, Hate Speech und Radikalisierung online stärken am 29. April
Gerade junge Menschen bewegen sich selbstverständlich in Online-Medien und informieren sich auch über Politik oder das aktuelle Weltgeschehen. Dabei können sie auf Desinformation, Hate Speech und extremistische Inhalte stoßen. Diese kostenfreie Online-Fortbildung gibt einen Überblick, wie Jugendliche mit demokratiegefährdenden Inhalten in Kontakt kommen und vermittelt Grundlagenwissen über diese Online-Phänomene aus juristischer sowie medienpädagogischer Perspektive. Die Veranstaltung bietet Raum für Fragen und stellt Möglichkeiten vor, das Gelernte in den Unterricht und die Bildungsarbeit zu transferieren.

Fach- und Netzwerkveranstaltung „Wandelbar – kreative Impulse für diskriminierungskritische Räume“ am 6. Mai
Das Projekt „Berlin braucht dich! NEO“ blickt in dieser Veranstaltung auf drei Jahre Projektarbeit zurück und möchte gemeinsam mit Teilnehmenden über Erkenntnisse und Spannungsfelder nachdenken, kreative und fachliche Perspektiven auf Diskriminierungskritik und gesellschaftlichen Strukturwandel beleuchten und diskutieren, was noch passieren muss, damit bestehende Ungleichheiten für (junge) Menschen mit Migrationsgeschichte und/oder Rassismuserfahrungen in Schule, im Übergang Schule-Beruf und in der Arbeitswelt nachhaltig abgebaut werden können.

LERNEN BEGLEITEN – eine Fortbildung für die pädagogische Arbeit in Lernwerkstätten am 7. Mai
Für Pädagog:innen aus allen Schulformen und aus Kita. Sie möchten in Ihrer Schule oder Kita individualisiertes Lernen ermöglichen, die Entdeckerfreude und den Forscherdrang Ihrer Kinder fördern und sogar einen Raum im Sinne einer Lernwerkstatt einrichten? Bei der Infoveranstaltung können Sie die Idee und das Programm der Fortbildungsreihe „LERNEN BEGLEITEN – eine Fortbildung für die pädagogische Arbeit in Lernwerkstätten“ kennenlernen und bekommen im HELLEUM einen Einblick in die Praxis der Lernwerkstattarbeit. Die Fortbildungsreihe soll im Herbst 2026 starten.

Privat ist privat – Datenschutz spielerisch mit Kindern entdecken am 7. Mai
In diesem kostenfreien eintägigen Seminar lernen Teilnehmende wesentliche Bausteine der Grundgesetzgebung kennen, um zum Thema Datenschutz Handlungssicherheit für die Praxis zu erwerben. Darüber hinaus widmet sich die Fortbildung vor allem den medienpädagogischen Perspektiven, Methoden zur spielerischen Auseinandersetzung mit dem Thema und Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung in der frühkindlichen Bildung.

Jobs, Jobs, Jobs

Impressum

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernhard-Weiß-Str. 6, 10178 Berlin

Verpassen Sie keine Meldung mehr von uns. Folgen Sie uns gerne auf X, Facebook, Instagram, Bluesky, YouTube oder LinkedIn.