COSMO-Aus beim WDR: Berliner Integrationsbeauftragte fordert klares Bekenntnis des rbb zu Vielfalt und Teilhabe
Nach der Ankündigung des WDR, Radio COSMO ab April 2027 in seiner bisherigen Form einzustellen, fordert die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial den rbb auf, das mehrsprachige Radioprogramm für Berlin und Brandenburg zu erhalten. Statt Vielfalt zurückzufahren, brauche es jetzt den Mut, COSMO gemeinsam weiterzuentwickeln – als lineares wie digitales Angebot für die Zukunft.
Niewiedzial: „Die Entscheidung des WDR ist falsch. Diesen Weg darf Berlin nicht gehen. In einer Stadt, die durch Migration geprägt ist, brauchen wir Medienangebote, die die Realität unserer Gesellschaft sicht- und hörbar machen.”
COSMO ist ein mehrsprachiges Radioprogramm, das für internationale Perspektiven, kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Debatten steht – Themen, die in anderen Angeboten oft unterrepräsentiert sind. Damit erfüllt der Sender einen wichtigen öffentlich-rechtlichen Auftrag, insbesondere für die vielfältige Gesellschaft in Berlin und Brandenburg.
Die Integrationsbeauftragte begrüßt die Gesprächsbereitschaft des rbb und dessen Ankündigung, die Zukunft von COSMO im Rahmen eines Transformationsprozesses zu beraten. Sie signalisiert ausdrücklich ihre Bereitschaft, diesen Prozess aktiv mitzugestalten.
Niewiedzial: „COSMO muss weiterentwickelt werden. Aber Weiterentwicklung muss gemeinsam mit den Communities geschehen. Ihre Perspektiven und Erfahrungen sind Kern eines zukunftsfähigen öffentlich-rechtlichen Angebotes.”
COSMO leistet einen wichtigen Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Teilhabe und Medienvielfalt. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung und Desinformation braucht es öffentlich-rechtliche Angebote, die unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden und Räume für vielfältige Stimmen sichern.
Hintergrund: Der WDR hat vergangene Woche angekündigt, das COSMO-Programm ab 2027 nicht in seiner heutigen Form fortzuführen, sondern es in neue digitale Formate ohne das aktuelle Mehrsprachigkeitsangebot zu überführen. Die Entscheidung wird in der Medienpolitik als Richtungswechsel bei mehrsprachigen Radioprogrammen diskutiert und hat in den Communities großen Protest ausgelöst. Die Kritik: Mehrsprachige Programme wurden bereits mehrfach Sparzwängen unterworfen, vor allem durch die Fusion von Funkhaus Europa und Radio Multikulti. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach der Zukunft von COSMO beim rbb zusätzlich an Bedeutung.