Presseeinladung: Entgleiste Migrationsdebatte in Deutschland: Was bewegt die deutsch-afghanischen und deutsch-syrischen Communities in Berlin?

Pressemitteilung vom 03.03.2025

Deutsch-afghanische und deutsch-syrische Vertreter*innen von zwölf Beratungseinrichtungen und Organisationen laden mit der Integrationsbeauftragten des Berliner Senats,* Katarina Niewiedzial*, zu einem Pressegespräch ein.

  • Wie erleben die Communities die entgleiste Migrationsdebatte und die verschärfte Asylpolitik?
  • Welche Auswirkungen haben die Rückkehrforderungen nach Syrien und die Forderung nach mehr Abschiebeflügen nach Afghanistan auf die Beratungsarbeit?
  • Was fordern afghanische und syrische Migrant*innenorganisationen?

Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration: „Menschen aus Afghanistan und Syrien, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, haben sich für Deutschland entschieden, weil es ein demokratisches und freiheitliches Land ist.Trotzdem werden sie hier täglich angefeindet und angegriffen. Die Anschläge von Einzeltätern sind entsetzlich. Sie dürfen aber nicht missbraucht werden, um ganze Communities unter Generalverdacht zu stellen. Ich möchte Berliner Migrant*innenorganisationen zu Wort kommen lassen, um ihre Perspektive darzulegen.“

Kava Spartak, Vorstandsmitglied YAAR e.V.: „Afghan*innen in Deutschland schreiben seit Jahren Erfolgsgeschichten – als Unternehmer*innen, Fachkräfte und in zentralen Branchen wie dem Gesundheitswesen. Neuankommende leisten bereits wertvolle Arbeit in kritischen Infrastrukturen, während die hier Aufgewachsenen längst fester Bestandteil der Gesellschaft sind. Wer uns pauschal als Problem sieht, übersieht unseren Beitrag und unser Potenzial.“

Auf dem Panel sprechen Parisa Hosseini, Kava Spartak und Mey Seifan sowie die Integrationsbeauftragte. Nach Statements und Fragen sind Journalist*innen eingeladen, mit den Panelist*innen und neun weiteren Vertreter*innen deutsch-afghanischer und deutsch-syrischer Organisationen ins Gespräch zu kommen.

  • Wann? Mittwoch, 5. März 2025, 10:00-12:00 Uhr
  • Wo? Dienststelle der Integrationsbeauftragten, großer Konferenzraum im ersten Stock, Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin
  • Anmeldung: Wir bitten um Anmeldung bis Dienstag, 4. März 2025, 15 Uhr, unter presse@intmig.berlin.de

Podiumsteilnehmer*innen

Unter den Angaben zu jeder Person finden sich Themen und Perspektiven, zu denen die Personen in den Pressegesprächen schwerpunktmäßig weitere Informationen geben können.

Parisa Hosseini, Etehad e. V., Vorsitzende, Sozialarbeiterin und Dozentin für politische Bildung (Region: Afghanistan)

  • Verfolgung und Lage der Hazara aufgrund ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit und ihre Lage unter dem Taliban-Regime (Pogrome, Anschläge sowie Vertreibungen).
  • Unsicherer rechtlicher Status von Hazara & Ablehnung von Asylanträgen in Deutschland.
  • Diskriminierungen gegenüber Hazara in Deutschland.
  • Situation von Frauen in Afghanistan.

Kava Spartak, Yaar e. V., Gründer und Vorstandsvorsitzender, Politikwissenschaftler (Region: Afghanistan)

  • Anhaltende und stets steigende Diskriminierung gg. Menschen aus Afghanistan durch Politik und Medien, in Behörden / Ämtern, in Integrations- und Sprachkursen
  • Herausforderung bei der Teilhabe durch unsichere Bleibeperspektive, schwerer Zugang zum Wohnungs- und Arbeitsmarkt, „nirgends willkommen und ohne Heimat“

Mey Seifan, NESWA e.V., Mitgründerin und Geschäftsleiterin, Mitglied im Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e. V. (Region: Syrien)

  • Frauenbewegungen und feministische Perspektiven in Politik, Kultur und Gesellschaft.
  • Syrische Aktivistinnen und Frauen in Leitungspositionen.

Weitere Teilnehmer*innen am Pressegespräch

Taman Noor, ZAkï Bildung und Kultur e.V., Sozialberatung für Afghan*innen, Projekt/Co-Leitung „Männerbild im Wandel“ / Männercafé (Region: Afghanistan)

  • Orientierung in Deutschland
  • Status von Geflüchteten

Jalal Mohammed Amin, Yekmal e. V., Rechtsanwalt, Rechtsberater, kurdisch, Oppositioneller gegen das Assad-Regime (Region: Syrien)

  • Lage in Syrien (Fluchtbewegungen, aktuelle bewaffnete Konflikte, Verfolgungen)
  • Politische Kräfte und ihre Ziele in Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes
  • aktuelle rechtliche Situation der Bevölkerung in Syrien insb. von Minderheiten und Frauen

Cornelia Rasulis, Yekmal e. V., Leiterin der Yekmal-Beratungsstelle, stellvertretende Geschäftsführerin, Pädagogin (Region: Syrien)

  • Diversität der syrischen Gesellschaft und Geflüchteten: verschiedene Religionen, Traditionen und Lebensstile, Angehörige verschiedener ethnischer Bevölkerungsgruppen
  • Familien in Bezug auf Teilhabe in der deutschen Gesellschaft
  • Rechtliche Situation der Geflüchteten und Folgen eines Widerrufs des Schutzstatus 

Dr. Gul-Rahim Safi, Das Afghanistan-Komitee e.V., Vorsitzender seit 2011; Naturwissenschaftler (Region: Afghanistan)

  • Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen von afghanischen Migrantinnen & Migranten
  • Erfolgreiche Integration und Gelingensfaktoren durch Partizipation mit den Betroffenen
  • Förderung und Unterstützung sind essenziell: Besonders in Krisenzeiten sind gezielte Maßnahmen erforderlich, um Integration nicht nur zu fordern, sondern aktiv zu fördern

Ahmad Denno, Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e.V., Geschäftsführer (Region: Syrien)

  • Empowerment der syrischen Zivilgesellschaft durch Vernetzung, Qualifizierung, Beratung und Vertretung der Community

Anke Dietrich, Verband afghanischer Organisationen in Deutschland, Geschäftsführerin (Region: Afghanistan)

  • Negative Wahrnehmung und gesellschaftliche Auswirkungen des Rechtsrucks
  • Herausforderungen bei der Integration
  • Unterstützung von Migrantenselbstorganisationen (MSO)
  • Bundesweite Vernetzung der Diaspora
  • Interessensvertretung der Diaspora auf Bundesebene

Abdulaziz Ramadan, DOZ e. V., Gründer und Vorsitzender (Region: Syrien)

  • Bildung, Integration, Kultur, Vielfalt und zivilgesellschaftliches Engagement für Deutsche und Nichtdeutsche in Deutschland

Hani Al Ezaldin, Die Deutsch-Syrische Initiative, Gründungsmitglied und Beisitzer im Vorstand: 28 Jahre alt, Software-Entwickler (Region: Syrien)

  • Förderung der politischen Bildung von Menschen syrischer Herkunft
  • Verstärkung der Teilhabe von Migrant*innen an der politischen Diskussion in Deutschland