Feuerwehr im Klassenzimmer: Neues Wahlpflichtfach „Retten und Schützen“

Pressemitteilung vom 21.11.2025

An der Alfred-Nobel-Schule in Neukölln startet zum Schuljahr 2025/26 das bundesweit erste Wahlpflichtfach „Retten und Schützen“, entwickelt von der Berliner Feuerwehr in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Ziel ist es, Jugendliche für Brandschutz, Erste Hilfe und technische Rettung zu sensibilisieren, Handlungskompetenzen zu fördern und den Respekt gegenüber Einsatzkräften zu stärken.
Das Fach entstand aus dem Projekt „Kiezgespräche“ der Berliner Feuerwehr, das seit 2023 Jugendliche in sozialen Brennpunkten anspricht. Nach positiven Erfahrungen mit einem Projekt der Berliner Feuerwehr im Rahmen des Ganztagsangebots an der Refik-Veseli-Schule in Kreuzberg wurde das Konzept zu einem zweijährigen Wahlpflichtfach weiterentwickelt.

Der Unterricht verbindet Praxis und Theorie: In einer 90-minütigen Praxiseinheit mit Feuerwehrkräften sowie in 45-minütigen Theoriestunden durch die Lehrkräfte der Schule erwerben die Schülerinnen und Schüler alltagsnahe Strategien, um berufliche und persönliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, ihr Leben aktiv zu gestalten und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Zu den Inhalten zählen unter anderem Erste Hilfe, Feuerwehrtechnik und Katastrophenschutz. Das Angebot stärkt soziale Kompetenzen und erfordert ein hohes Maß an Teamarbeit. Übungen auf Feuerwachen, der Einsatz realer Ausrüstung und praktische Lernerfahrungen im Gelände ermöglichen zudem eine fächerübergreifende und interessenorientierte Vertiefung der Inhalte des Pflichtunterrichts.

Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Das neue Wahlpflichtfach Retten und Schützen hat großes Potenzial. Es sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die oft herausfordernde und risikoreiche Arbeit von Rettungs- und Ordnungskräften und vermittelt ihnen wichtiges Wissen sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für tatsächliche Notfallsituationen. Zugleich kann das Fach das Interesse an einer späteren Tätigkeit bei der Berliner Feuerwehr oder anderen Sicherheits- und Ordnungsdiensten fördern.“

Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: „Die Berliner Feuerwehr leistet einen unverzichtbaren Beitrag, um die Menschen in unserer Stadt zu schützen. Ein wichtiger Baustein ist das Thema Prävention, mit dem wir die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung stärken. Dazu gehören das Kiezprojekt, aus dem das heute vorgestellte Wahlpflichtfach entstanden ist, und auch mehr als 20 Präventionsprojekte der Feuerwehr und der Landeskommission gegen Gewalt zu Silvester. Gerade zum Jahreswechsel sind die Aspekte des respektvollen Miteinanders und die Minimierung von Gefahren Punkte, die mir in der Prävention sehr wichtig sind.“

Landesbranddirektor Prof. Karsten Homrighausen: „Mit Retten und Schützen stärken wir die Resilienz junger Menschen und befähigen sie, in Notlagen verantwortungsvoll zu handeln. Gleichzeitig bauen wir Brücken zwischen jungen Menschen und der Feuerwehr und fördern das Verständnis für die anspruchsvolle Arbeit unserer Einsatzkräfte – aus Begegnung entsteht Vertrauen, aus Vertrauen Verantwortung. So stärken wir die Zivilcourage von morgen und bereiten mögliche zukünftige Retterinnen und Retter von heute vor.“

Fünf Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr übernehmen die Praxiseinheiten, während Lehrkräfte die pädagogische Begleitung und Bewertung verantworten. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eng begleitet, um Wirkung und Resonanz zu untersuchen.

Das Wahlpflichtfach vermittelt neben Wissen auch Werte wie Verantwortung, Respekt und Zivilcourage. Es stärkt das Vertrauen zwischen Jugendlichen und Einsatzkräften und gibt Einblicke in mögliche Berufswege.
„Wir betreiben keine Rekrutierung – wir vermitteln Kompetenzen“, so die Projektkoordinatoren Sascha Müller und Dennis Leyss.

Mit Retten und Schützen setzt Berlin auf praxisnahe Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.