Ein Jahr Fachberatungsstelle für minderjährige Opfer von Menschenhandel

Pressemitteilung vom 29.07.2025

Zum Internationalen Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli blickt die Berliner Fachberatungs- und Koordinierungsstelle auf ihr erstes Jahr zurück. Die bundesweit erste spezialisierte Anlaufstelle im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wurde im Frühjahr 2024 von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie initiiert und finanziert. Sie unterstützt Fachkräfte beim Schutz minderjähriger und junger volljähriger Betroffener.

Seit der Eröffnung hat die Stelle über 50 Fälle begleitet – darunter Kinder und Jugendliche aller Geschlechter, mit und ohne Migrationserfahrung. Die gemeldeten Formen der Ausbeutung reichen von sexueller Ausbeutung über Bettelei und ausbeuterische Arbeit bis hin zu Zwangsverheiratung und krimineller Instrumentalisierung.

Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Kinder und Jugendliche vor Ausbeutung und Menschenhandel zu schützen, ist eine zentrale staatliche Aufgabe – und ein Gebot unserer gemeinsamen Verantwortung. Die Fachberatungs- und Koordinierungsstelle ist bundesweit die erste ihrer Art im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und zeigt, wie wichtig spezialisierte Unterstützung ist. In ihrem ersten Jahr hat sie eindrucksvoll bewiesen, dass gezielte Schulung, Beratung und Koordinierung wirken. Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass kein Kind durch das Raster fällt. Dafür bauen wir Strukturen auf, die Schutz bieten, Fachkräfte stärken und Betroffenen konkrete Hilfe ermöglichen.“

Martina Döcker, Leiterin der Fachberatungs- und Koordinierungsstelle: „Nach einem Jahr zeigt sich der Erfolg unserer Unterstützung für Fachkräfte, Schulungen und direkten Arbeit mit jungen Menschen: Mehr minderjährige Betroffene von Menschenhandel konnten identifiziert und durch Schutz-, Gesundheits- und Justizmaßnahmen unterstützt werden. Wir danken allen Kooperationspartnern und wollen diese Zusammenarbeit weiter stärken, um minderjährigen und jungen volljährigen Betroffenen besseren Schutz und Hilfe zu bieten.“

Das Projekt ist Teil des gesamtstädtischen Konzepts zur Verbesserung des Kinderschutzes, Träger ist IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit für das Erzbistum Berlin gGmbH.

Kontakt Fachberatungs- und Koordinierungsstelle bei Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen:
www.invia-berlin.de/fachberatung/