Jugendkriminalität

verzweifelter Mann sitzt im Wald auf einer Bank und stützt die Hände in den Kopf
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Junge Menschen, die Straftaten begehen, brauchen unsere Aufmerksamkeit und Hilfe. Ihnen sollen Wege aufgezeigt werden, wie sie künftig ein Leben ohne Straftaten führen können. Wir informieren Sie über Hilfs- und Beratungsangebote, die Arbeit der Jugendhilfe im Strafverfahren / Jugendgerichtshilfe und der Bewährungshilfe für Jugendliche und Heranwachsende und geben Ihnen einen Einblick in Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz.

Welche Unterstützung bietet die Jugendhilfe?

Erste Anzeichen einer Fehlentwicklung zeigen sich oft unter anderem durch Schulschwänzen, dauerhaftes Misserfolgserleben in der Schule und in der Familie, kaum sinnvolle Freizeitinteressen oder gar Suchtmittelgebrauch.

Wenn junge Menschen in ihrem Verhalten durch das Begehen von Straftaten auffällig sind, ist es ratsam, sich möglichst frühzeitig professionelle Hilfe zu holen. Neben den sozialpädagogischen Fachkräften der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe in den Bezirksjugendämtern beraten die Mitarbeiter in den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten und die Familien- und Erziehungsberatungsstellen.

Tat-Ausgleich für Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren

Beim Projekt “Tat-Ausgleich” lernen Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und Konflikte im Gespräch zu lösen. Für Eltern bietet der “Tat-Ausgleich” eine Unterstützung bei der Reaktion auf Konflikte ihrer Kinder. Der Flyer informiert darüber, wie ein Tat-Ausgleich abläuft und gibt wichtige Tipps für Eltern. Er enthält zudem die detaillierten Kontaktdaten der Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gAG Integrationshilfe.

Was passiert, wenn junge Menschen straffällig geworden sind?

Broschüre 'Erwischt - Was nun?'

Der Ratgeber wendet sich in erster Linie an junge Menschen, die eine Straftat begangen haben oder denen eine vorgeworfen wird. Für diese jungen Menschen soll die Broschüre eine Orientierung sein und das Verstehen des auf die Straftat folgenden Verwaltungshandelns erleichtern.

Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe

In jedem Strafverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende ist die Jugendgerichtshilfe beteiligt (§ 52 SGB VIII). Aufgabe der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Jugendgerichtshilfe ist es, junge Menschen zu beraten und sie im gesamten Verfahren unterstützend zu begleiten sowie dem Gericht und der Staatsanwaltschaft geeignete erzieherische Maßnahmen für die Beendigung des Verfahrens vorzuschlagen.

Zuständig ist die Jugendgerichtshilfe Ihres Wohnbezirks:

Ambulante Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG)

Die ambulanten Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz sind Weisungen und Auflagen des Gerichtes, die sich unmittelbar aus der strafbaren Handlung des Jugendlichen bzw. des Heranwachsenden ableiten und immer Teil des Gerichtsverfahrens sind. Solch eine Maßnahme kann zum Beispiel eine betreute Arbeitsleistung während der Freizeit, ein Anti-Gewalt-Kurs oder ein Verkehrserziehungskurs sein.

Nicht Strafe, sondern Hilfe und Erziehung stehen bei der Entscheidung des Jugendgerichts im Vordergrund.

Bewährungshilfe für Jugendliche und Heranwachsende

Wenn das zuständige Gericht eine Jugendstrafe zur Bewährung oder Führungsaufsicht aussetzt oder eine Weisung zur Betreuung durch einen Bewährungshelfer oder eine Bewährungshelferin erteilt, ist in der Regel die Bewährungshilfe für Jugendliche und Heranwachsende zuständig.

Bewährungshilfe: Buschkrugallee 95, 12359 Berlin
Geschäftsstelle: Telefon (030) 901989 – 203/204
Leitung der Bewährungshilfe: Telefon (030) 901989 – 200

Jugendgerichte geben jungen Straftätern die Möglichkeit, sich in Freiheit zu bewähren. Diese müssen unter der Aufsicht eines Bewährungshelfers dauerhaft nachweisen, dass es richtig war ihnen eine Chance zu gegeben.

Broschüre “Der kleine Finger”

Die Broschüre “Der kleine Finger” informiert Jugendliche und Heranwachsende, die sich vor dem Jugendgericht verantworten müssen oder verurteilt wurden. Sie geht besonders auf die Zusammenarbeit mit einem Betreuungs- bzw. Bewährungshelfer ein.

Aus dem Leitbild der Jugendbewährungshilfe Berlin

Ziel der Jugendbewährungshilfe ist es, junge Menschen zu befähigen, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Etwa 75 Prozent der unterstellten Jugendlichen und Heranwachsenden nutzen die Chance und bewähren sich. Die Jugendstrafe wird dann nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen. Während der Bewährungszeit gelten die Verurteilten als nicht vorbestraft. In der Jugendbewährungshilfe wird davon ausgegangen, dass jeder junge Mensch über das Potenzial verfügt, sich zu verändern und die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. In der Arbeit orientiert sich die Jugendbewährungshilfe an der Straftat, der Persönlichkeit und der Lebenssituation der jungen Menschen.

Darüber hinaus vermittelt die Bewährungshilfe straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende in soziale Projekte, die ihnen helfen und sie dabei unterstützen, in ein Leben ohne Straftaten zurückzufinden.

Es gilt der Leitsatz: Erfolgreiche Bewährungshilfe ist präventiver Opferschutz. Wir fordern von jungen Straftätern, dass sie sich mit den Erfahrungen von Opfern auseinandersetzen und regen sie an, Straftaten aus deren Perspektive zu sehen. Mit dieser Veränderung der Sichtweise wollen wir sie befähigen, zukünftig nach sozial anerkannten Konfliktlösungen zu streben und gewaltfrei zu agieren.

Kostenlose Rechtsberatung für Jugendliche

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Für junge Menschen unter 27 Jahren, die dringend anwaltlichen Rat benötigen, sich aber keinen Anwalt leisten können, gibt es die Möglichkeit der kostenlosen Rechtsberatung.