Das Netzwerk Kinderschutz

Konzept für ein Netzwerk Kinderschutz

Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung kann nur in gemeinsamer Verantwortung getragen werden. Voraussetzung hierzu ist die Kooperation aller am Hilfeprozess Beteiligten. Sie gelingt nur, wenn die vorgegebenen fachlichen Standards eingehalten werden, die jeweiligen Aufgaben klar definiert und verbindliche Zuständigkeiten eindeutig geregelt sind.

Mit dem im Jahr 2007 beschlossenen „Konzept für ein Netzwerk Kinderschutz“ hat das Land Berlin die Verantwortung des Staates für den Schutz junger Menschen vor Vernachlässigung, Misshandlung, sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt ausdrücklich hervorgehoben und wichtige Schritte dazu eingeleitet, dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Mit dem Kinderschutzgesetz wurde das Netzwerk Kinderschutz auf eine gesetzliche Grundlage gestellt sowie ein verbindliches Einladungswesen geschaffen. Berlin setzt auf Bildung und Prävention. Dabei tragen Frühe Hilfen maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe.

Durch die Bundesinitiative FRÜHE HILFEN/Familienhebammen wird seit 2012 das bestehende Netzwerk für den Kinderschutz zu einem „Netzwerk Kinderschutz/Frühe Hilfen“ unter Einbezug des Gesundheits- und Bildungsbereichs erweitert. Zur Sicherstellung der Netzwerke Kinderschutz/Frühe Hilfen und der psychosozialen Versorgung von Familien ab der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren des Kindes soll ab 2016 von der Bundesregierung ein dauerhafter Fonds eingerichtet werden.

Enge und frühzeitige Kooperation

Aufbauend auf das vorhandene Hilfe- und Angebotssystem soll durch Prävention und zielgenaue Hilfen sowie durch enge und frühzeitige Kooperation der verschiedenen beteiligten Institutionen die Effektivität des Kinderschutzes verbessert werden. Hierfür ist eine fachliche Zusammenarbeit der niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hebammen / Entbindungspfleger, Kinderärztinnen und Kinderärzte, Geburtskliniken, der Kinder- und Jugendgesundheitsdienste, der Jugendämter, der Kindertagesbetreuung, Schulen, unter anderem bis hin zum Familiengericht und der Polizei erforderlich.

In allen Berliner Bezirken gibt es eine Stelle für die Netzwerkkoordination. Ihre zentrale Aufgabe ist, die Zusammenarbeit und die Abstimmung der Verfahrensweisen zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen zu koordinieren.

Kinderschutzambulanzen

Die fünf regionalen Kinderschutzambulanzen stärken den medizinischen Kinderschutz und tragen damit zu einer weiteren Verbesserung des Kinderschutzsystems bei.

Ihre Aufgabe ist, ggf. durch Vermittlung von Fachkräften der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens, akute und chronische Formen von körperlicher oder seelischer Misshandlung bzw. Vernachlässigung sowie sexualisierter Gewalt gegen Kinder zu untersuchen.