Qualität in der Kindertagesbetreuung

Erzieherin mit Kindern
Bild: SenBJF/Jannette Kneisel

Die Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung hat entscheidende Bedeutung für den weiteren Lebensweg der Kinder und beeinflusst so die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Den Kindertageseinrichtungen als Orten frühkindlicher Bildung kommt dabei eine besondere Rolle und Verantwortung zu.

Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege

Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in Berliner Kindertageseinrichtungen ist rechtlich in einschlägigen Gesetzen und Verordnungen verankert. Sie erfolgt durch vielfältige Ansätze und Maßnahmen und wird durch die Kitas, die Träger und das Land Berlin gemeinsam gesteuert.

Grundlegend für die pädagogische Qualität in den Berliner Kitas und der Kindertagespflege ist das Berliner Bildungsprogramm, das 2004 erstmals und 2014 in überarbeiteter Auflage erschienen ist.

Das darin beschriebene Bildungsverständnis, die Rolle der Fachkräfte und der Leitung, die Bildungsbereiche sowie Aussagen zur Zusammenarbeit mit den Eltern und zur Gestaltung von Übergängen sind für alle Akteure der Kindertagesbetreuung handlungsleitend. Herausgeberin ist das Land Berlin.

Berliner Bildungsprogramm

für Kita und Kindertagespflege

PDF-Dokument

Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG)

Kinder im Kindergarten freuen sich
Bild: Depositphotos / anatols

Auf der Grundlage des Berliner Bildungsprogrammes haben die Verbände der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Berlin, der Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS), die Eigenbetriebe sowie das Land Berlin die Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten abgeschlossen.

Sie gilt für alle Kindertageseinrichtungen im Land Berlin, die nach dem Kindertagesförderungsgesetz öffentlich finanziert werden. Die Vereinbarung zielt auf eine stetige Qualitätsentwicklung durch die kontinuierliche Implementierung des Berliner Bildungsprogramms in den Berliner Kitas. Dazu wurden die folgenden verbindlichen Maßnahmen verabredet:

Berliner Bildungsprogramm in den Kita-Konzeptionen

In jeder Kindertageseinrichtung ist gemäß § 10 Abs. 9 Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) eine pädagogische Konzeption zu erarbeiten, die die Umsetzung der Aufgaben nach § 1 KitaFöG in der täglichen Arbeit der Einrichtung beschreibt. Dabei müssen sich Zielsetzungen und Qualitätsansprüche der Arbeit an den Vorgaben des Berliner Bildungsprogrammes orientieren (Nr. 3.1. QVTAG).

Weitere Informationen zur Konzeption, einschließlich der “Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeption”, erhalten Sie auf den Internetseiten des Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung.

h.4 Interne und externe Evaluationen

Evaluationen sind Verfahren zur systematischen und fachlich begründeten Überprüfung und Einschätzung der erreichten Qualität der Arbeit. Interne und externe Evaluationen zum Berliner Bildungsprogramm dienen der Qualitätssicherung und -entwicklung in den Berliner Kindertageseinrichtungen. Ihre Durchführung ist in allen öffentlich finanzierten Kindertageseinrichtungen verpflichtend (Nr. 3.2., 3.3. QVTAG).

Interne Evaluation

Die interne Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm ist ein Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung in den Berliner Kindertageseinrichtungen. Sie ermöglicht den Kitateams, ihre fachliche Arbeit zu reflektieren, sich über die erreichte Qualität ihrer Arbeit zu vergewissern und Entwicklungsbedarf aufzuspüren. Dies mündet in die Vereinbarung konkreter Schritte für die Weiterentwicklung der Qualität.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat Materialien für ein internes Evaluationsverfahren zum Berliner Bildungsprogramm herausgegeben, die sich direkt auf die Aufgabenbereiche sowie die Qualitätsansprüche und -kriterien des Berliner Bildungsprogramms beziehen.

Weitere Informationen zur internen Evaluation erhalten Sie beim Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung, das im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie tätig ist.

Externe Evaluation

Ein weiteres Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung in den Berliner Kindertageseinrichtungen ist die externe Evaluation. Diese erweitert und ergänzt die interne Evaluation um eine neutrale Einschätzung von außen.

Die externe Evaluation gibt den Kitas eine fachlich begründete Fremdeinschätzung über die erreichte Qualität. In konstruktiver Form werden Qualitätsstand und Entwicklungsnotwendigkeiten benannt sowie konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Qualität gegeben. Jede Kita in Berlin wird mindestens alle fünf Jahre durch einen von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie anerkannten Anbieter für externe Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm evaluiert.

Weitere Informationen zur externen Evaluation erhalten Sie beim Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung, das im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie tätig ist.

Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi)

Das BeKi ist ein wissenschaftliches Institut unter dem Dach der Internationen Akademie Berlin für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA) und arbeitet im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Das BeKi begleitet und unterstützt die Umsetzung der in der Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG) beschriebenen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und wertet die Prozesse und ihre Ergebnisse wissenschaftlich aus. Auf der Webseite des BeKis finden Sie umfangreiche Informationen rund um die Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen.

Unterstützung der pädagogischen Praxis in der Kindertagesbetreuung

Kita-Kinder mit Erzieherin
Bild: matka_Wariatka/depositphotos

Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg

Das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg wendet sich als landeseigene Weiterbildungseinrichtung an Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe aus Berlin und Brandenburg und trägt dazu bei, dass diese sich den kontinuierlich ändernden Anforderungen in ihrem Beruf stellen können.

Es bietet ein umfangreiches Programm zur fachlichen Qualifikation und unterstützt so die Fachkräfte, sich mit aktuellen Themen und Entwicklungen auseinanderzusetzen und an Wissen und Kompetenz für ihren pädagogischen Arbeitsalltag zu gewinnen.

Konsultationskitas – Pädagogische Qualität praxisnah erleben

Erzieher und angehende Pädagoginnen, Leitungs- und Lehrkräfte, Trägervertretende und andere Interessierte haben die Möglichkeit, die Arbeit nach dem Berliner Bildungsprogramm (BBP) in der Praxis zu erleben und in einen fachlichen Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Schwerpunkten wie die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, das bildnerische Gestalten oder die Auseinandersetzung mit Natur-Umwelt-Technik zu treten.

Die Pädagoginnen und Pädagogen in den Konsultationskitas stehen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen als kompetente Fachkräfte zur Verfügung und freuen sich auf einen Austausch zu praktischen Erfahrungen, Ideen, offenen Fragen und fachlichen Einschätzungen.

Die acht Berliner Konsultationskitas öffnen ihre Türen für einen Hausrundgang mit anschließendem Fachgespräch, für eine Hospitation oder auch für eine fachliche Beratung in kleiner Runde. Im Auftrag des Landes Berlin begleitet das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) das Projekt in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB).

Das Angebot der Konsultationskitas wird über die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie finanziert und steht Ihnen kostenlos zur Verfügung. Die Anzahl der Konsultationskitas wurde im Jahr 2015 mit zusätzlichen Schwerpunkten erweitert. Mehr Informationen finden Sie auf konsultationskitas.de .

Landesprogramm „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“

Im Rahmen des Berliner Landesprogramms „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“ steht die Förderung von Bildung und Gesundheit in Berliner Kindertageseinrichtungen im Mittelpunkt. Das Landesprogramm initiiert einen fortlaufenden Organisationsentwicklungsprozess in den teilnehmenden Kitas. Im Rahmen des Programms erhalten die Kitas die Möglichkeit, kostenfreie Fortbildungen, fachliche Begleitung sowie eine Onlinebefragung für pädagogische Fachkräfte und Eltern zu nutzen.

Unter Einbezug aller am Kita-Alltag Beteiligten leisten teilnehmende Kitas einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bildungs- und Gesundheitsqualität – für das Wohlbefinden der Berliner Kinder. Informationen zum Programm, zu den Kooperationspartnern, den teilnehmenden Bezirken und Kitas erhalten Sie im Info-Flyer. Weitere Informationen finden Sie unter www.gute-gesunde-kitas-in-berlin.de.

Fachliche Informationen zur gesundheitsförderlichen Qualitätsentwicklung können Sie dem Referenzrahmen der guten gesunden Kita entnehmen.

BiSS-Transfer – Bundesprogramm „Bildung durch Sprache und Schrift“

BiSS-Transfer ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Transfer von Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung in Schulen und Kitas. Sie knüpft an „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) an. Die Initiative startete am 1. März 2020 ist ist auf eine Dauer von fünf Jahren ausgelegt.

BiSS war ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm des Bundes, das von 2013 bis 2019 durchgeführt wurde. Im Rahmen des Programms wurden die in den Bundesländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und Effizienz wissenschaftlich überprüft und weiterentwickelt. Der Elementarbereich ist im Land Berlin mit drei sogenannten Verbünden (Projekten) an BISS beteiligt.

Comenius-Regio-Programm „Young children as active learners exploring their world (YALE)“

Seit 2013 ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Trägerin eines EU-Projekts in Partnerschaft mit der Stadt Poznań (Polen) und dem Astrid-Lindgren-Institut in Poznań. Partner in Berlin sind der Träger „Kinder in Bewegung“ sowie das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung. Während der Laufzeit des Programms standen die Möglichkeiten im Vordergrund, Kindern das aktive Gestalten ihrer eigenen Lernprozesse zu ermöglichen. Eine Broschüre zum Projekt ‘YALE wurde von der Kultusministerkonferenz herausgeben und die Ergebnisse können in einen Praxishandbuch nachgelesen werden:

Naturwissenschaftliche Bildung: Haus der kleinen Forscher

Die Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt ist für junge Kinder attraktiv. Viele ihrer ‚Warum‘-Fragen drehen sich um naturkundliche Phänomene. Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt pädagogische Fach- und Lehrkräfte, den Forschergeist von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter qualifiziert zu begleiten. Etliche Berliner Kitas sind zertifiziert als „Haus der kleinen Forscher“, Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten in Netzwerken zusammen und bilden sich fort. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt die Stiftung bei ihrer Arbeit.

KinderKünste-Zentrum

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie unterstützt das KinderKünste-Zentrum. Das Zentrum will die frühkindliche kulturelle Bildung in Berlin nachhaltig stärken. Künstler aus vielen Bereichen arbeiten mit pädagogischen Fachkräften aus Kitas und den Kindern zusammen, beispielsweise in Form von mehrmonatigen Workshops, Mitmach-Ausstellungen, Mini-Festivals oder auch zu innovativen Formen der Elternbildung. Auf Initiative des KinderKünste-Zentrums wurde 2012 das Berliner Netzwerk frühe kulturelle Bildung gegründet, um die unterschiedlichen Akteure in diesem Feld zusammenzubringen.

TUKI – Theater und Kita*

Im August 2011 startete das Projekt Theater und Kita – TUKI berlinweit als Kooperationsprojekt zwischen zehn Kitas und zehn Kindertheatern. Seit 2014 wird TUKI von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie unterstützt. Ziel ist, Kinder dauerhaft an die Theaterkunst heranzuführen. Dabei bildet TUKI sowohl für die Künstlerinnen und Künstler als auch für die Pädagoginnen und Pädagogen in den Kitas ein Forum zur Professionalisierung. Teil des TUKI-Programms ist die aktive Einbeziehung der Eltern.