Qualität in der Kindertagesbetreuung

3 Kinder in einer Sporthalle
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Die Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung hat entscheidende Bedeutung für den weiteren Lebensweg der Kinder und beeinflusst so die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Den Kindertageseinrichtungen als Orten frühkindlicher Bildung kommt dabei eine besondere Rolle und Verantwortung zu. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in Berliner Kindertageseinrichtungen ist rechtlich in einschlägigen Gesetzen und Verordnungen verankert. Sie erfolgt durch vielfältige Ansätze und Maßnahmen und wird durch die Kitas, die Träger und das Land Berlin gemeinsam gesteuert.

Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege

Cover Berliner Bildungsprogramm

Grundlegend für die pädagogische Qualität in den Berliner Kitas und der Kindertagespflege ist das Berliner Bildungsprogramm, das 2004 erstmals und 2014 in überarbeiteter Auflage erschienen ist.

Das darin beschriebene Bildungsverständnis, die Rolle der Fachkräfte und der Leitung, die Bildungsbereiche sowie Aussagen zur Zusammenarbeit mit den Eltern und zur Gestaltung von Übergängen sind für alle Akteure der Kindertagesbetreuung handlungsleitend. Herausgeberin ist das Land Berlin.

Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG)

Auf der Grundlage des Berliner Bildungsprogrammes haben die Verbände der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Berlin, der Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS), die Eigenbetriebe sowie das Land Berlin die Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten abgeschlossen.

Sie gilt für alle Kindertageseinrichtungen im Land Berlin, die nach dem Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) öffentlich finanziert werden. Die Vereinbarung zielt auf eine stetige Qualitätsentwicklung durch die kontinuierliche Implementierung des Berliner Bildungsprogramms in den Berliner Kitas. Dazu wurden die folgenden verbindlichen Maßnahmen verabredet:

Berliner Bildungsprogramm in den Kita-Konzeptionen

In jeder Kindertageseinrichtung ist gemäß § 10 Abs. 9 Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) eine pädagogische Konzeption zu erarbeiten, die die Umsetzung der Aufgaben nach § 1 KitaFöG in der täglichen Arbeit der Einrichtung beschreibt. Dabei müssen sich Zielsetzungen und Qualitätsansprüche der Arbeit an den Vorgaben des Berliner Bildungsprogrammes orientieren (Nr. 3.1. QVTAG).

Weitere Informationen zur Konzeption, einschließlich der “Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeption”, erhalten Sie auf den Internetseiten des Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung.

Interne und externe Evaluationen

Evaluationen sind Verfahren zur systematischen und fachlich begründeten Überprüfung und Einschätzung der erreichten Qualität der Arbeit. Interne und externe Evaluationen zum Berliner Bildungsprogramm dienen der Qualitätssicherung und -entwicklung in den Berliner Kindertageseinrichtungen. Ihre Durchführung ist in allen öffentlich finanzierten Kindertageseinrichtungen verpflichtend (Nr. 3.2., 3.3. QVTAG).

Interne Evaluation

Die interne Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm ist ein Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung in den Berliner Kindertageseinrichtungen. Sie ermöglicht den Kitateams, ihre fachliche Arbeit zu reflektieren, sich über die erreichte Qualität ihrer Arbeit zu vergewissern und Entwicklungsbedarf aufzuspüren. Dies mündet in die Vereinbarung konkreter Schritte für die Weiterentwicklung der Qualität.

Mit den „Materialien für internen Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm”, die durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung (nunmehr Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft) herausgegeben wurden, steht hierfür ein Evaluationsverfahren bereit, das sich direkt auf die Aufgabenbereiche sowie die Qualitätsansprüche und -kriterien des Berliner Bildungsprogramms bezieht.

Weitere Informationen zur internen Evaluation erhalten Sie beim Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung, das im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft tätig ist. Auch in der Broschüre Materialien zur internen Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm finden Sie Informationen zu Verfahren und Instrumenten der internen Evaluation.

Externe Evaluation

Ein weiteres Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung in den Berliner Kindertageseinrichtungen ist die externe Evaluation. Diese erweitert und ergänzt die Innensicht der internen Evaluation um eine neutrale Einschätzung von außen.

Aufgabe der externen Evaluation ist es, den Kitas eine fachlich begründete Fremdeinschätzung über die erreichte Qualität zu geben, die bisher erreichte Qualität wertzuschätzen, durch konstruktive Bewertung Stand und Entwicklungsnotwendigkeiten zu benennen sowie konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Qualität zu geben. Jede Kita in Berlin wird in einem Rhythmus von mindestens fünf Jahren durch einen von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft anerkannten Anbieter für externe Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm evaluiert.

Weitere Informationen zur externen Evaluation erhalten Sie beim Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung, das im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft tätig ist.

Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi)

Das BeKi ist ein wissenschaftliches Institut unter dem Dach der Internationen Akademie Berlin für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA)und arbeitet im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

Das BeKi begleitet und unterstützt die Umsetzung der in der Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG) beschriebenen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und wertet die Prozesse und ihre Ergebnisse wissenschaftlich aus. Auf der Webseite des BeKis finden Sie umfangreiche Informationen rund um die Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Diverse Materialien stehen hier zum Download bereit.

Unterstützung der pädagogischen Praxis in der Kindertagesbetreuung

zwei Kinder mit bunten bemalten Händen
Bild: drubig-photo - Fotolia.com
  • Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg

Das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) als landeseigene Weiterbildungseinrichtung wendet sich an Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe aus Berlin und Brandenburg und trägt dazu bei, dass diese sich den kontinuierlich ändernden Anforderungen in ihrem Beruf stellen können.

Es bietet ein umfangreiches Programm zur fachlichen Qualifikation und unterstützt so die Fachkräfte, sich mit aktuellen Themen und Entwicklungen auseinanderzusetzen und an Wissen und Kompetenz für ihren pädagogischen Arbeitsalltag zu gewinnen.
Zum Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg

  • Konsultationskitas – Pädagogische Qualität praxisnah erleben

Erzieher und angehende Pädagogen, Leitungs- und Lehrkräfte, Trägervertreterinnen und andere Interessierte haben die Möglichkeit, die Arbeit nach dem Berliner Bildungsprogramm (BBP) in der Praxis zu erleben und in einen fachlichen Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Schwerpunkten des BBP zu treten.

Die Berliner Konsultationskitas öffnen ihre Türen zum Beispiel für einen Hausrundgang mit anschließendem Fachgespräch, für eine Hospitation oder auch für eine fachliche Beratung in kleiner Runde. Im Auftrag des Landes Berlin begleitet das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) das Projekt in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB).

Das Angebot der Konsultationskitas findet in Berlin und auch international großes Interesse. Die Anzahl der Konsultationskitas wurde im Jahr 2015 mit zusätzlichen Schwerpunkten erweitert. Mehr Informationen finden Sie auf konsultationskitas.de .

  • Landesprogramm „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“

Im Rahmen des Berliner Landesprogramms „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“ steht die Förderung von Bildung und Gesundheit in Berliner Kindertageseinrichtungen im Mittelpunkt. Das Landesprogramm initiiert einen fortlaufenden Organisationsentwicklungsprozess in den teilnehmenden Kitas. Im Rahmen des Programms erhalten die Kitas die Möglichkeit, kostenfreie Fortbildungen, fachliche Begleitung sowie eine Onlinebefragung für pädagogische Fachkräfte und Eltern zu nutzen.

Unter Einbezug aller am Kita-Alltag Beteiligten leisten teilnehmende Kitas einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bildungs- und Gesundheitsqualität – für das Wohlbefinden der Berliner Kinder. Informationen zum Programm, zu den Kooperationspartnern, den teilnehmenden Bezirken und Kitas erhalten Sie im nachstehenden Info-Flyer .

Fachliche Informationen zur gesundheitsförderlichen Qualitätsentwicklung können Sie dem Referenzrahmen der guten gesunden Kita entnehmen. Mehr Infos finden Sie unter www.gute-gesunde-kitas-in-berlin.de .

  • Bundesprogramm „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BISS)

„Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist ein fünfjähriges Forschungs- und Entwicklungsprogramm des Bundes. Im Rahmen des Programms werden die in den Bundesländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und Effizienz wissenschaftlich überprüft und weiterentwickelt. Der Elementarbereich ist im Land Berlin mit drei sogenannten Verbünden (Projekten) an BISS beteiligt.

  • Comenius-Regio-Programm „Young children as active learners exploring their world (YALE)“

Seit 2013 ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Trägerin eines EU-Projekts in Partnerschaft mit der Stadt Poznań (Polen) und dem Astrid-Lindgren-Institut in Poznań. Partner in Berlin sind der Träger „Kinder in Bewegung“ sowie das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung. Während der Laufzeit des Programms standen die Möglichkeiten im Vordergrund, Kindern das aktive Gestalten ihrer eigenen Lernprozesse zu ermöglichen. Eine Broschüre zum Projekt ‘YALE wurde von der Kultusministerkonferenz herausgeben und die Ergebnisse können in einen Praxishandbuch nachgelesen werden:

  • Naturwissenschaftliche Bildung: Haus der kleinen Forscher

Die Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt ist für junge Kinder attraktiv. Viele ihrer ‚Warum‘-Fragen drehen sich um naturkundliche Phänomene. Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt pädagogische Fach- und Lehrkräfte, den Forschergeist von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter qualifiziert zu begleiten. Etliche Berliner Kitas sind zertifiziert als „Haus der kleinen Forscher“, Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten in Netzwerken zusammen und bilden sich fort. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt die Stiftung bei ihrer Arbeit.

  • Kinder-Künste-Zentrum

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt das Kinder-Künste-Zentrum. Das Ziel des Zentrums ist, die frühkindliche kulturelle Bildung in Berlin nachhaltig zu stärken. Künstler aus vielen Bereichen arbeiten mit Pädagogen aus Kitas und den Kindern zusammen, beispielsweise in Form von mehrmonatigen Workshops, Mitmach-Ausstellungen, Mini-Festivals oder auch zu innovativen Formen der Elternbildung. Auf Initiative des Kinder-Künste-Zentrums wurde 2012 das Berliner Netzwerk frühkindliche kulturelle Bildung gegründet, um die unterschiedlichen Akteure in diesem Feld zusammenzubringen.

  • TUKI – Theater und Kita

Im August 2011 startete das Projekt TUKI berlinweit als Kooperationsprojekt zwischen zehn Kitas und zehn Kindertheatern. Seit 2014 wird TUKI von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt. Ziel ist, Kinder dauerhaft an die Theaterkunst heranzuführen. Dabei bildet TUKI sowohl für die Künstlerinnen und Künstler als auch für die Pädagoginnen und Pädagogen in den Kitas ein Forum zur Professionalisierung. Teil des TUKI-Programms ist die aktive Einbeziehung der Eltern.