Adoption

Sicherheit für Teddys
Bild: Marianne Mayer/Fotolia.com

Die Adoptionsvermittlungsstelle

In Berlin nimmt die Adoptionsvermittlungsstelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie für alle Berliner Jugendämter die Aufgaben der Adoptionsvermittlung wahr. Die Aufgaben werden ausschließlich von sozialpädagogischen/psychologischen Fachkräften wahrgenommen.

Ergänzend zu diesem Angebot gibt es den Adoptions- und Pflegekinderdienst von Caritas und Diakonischem Werk.

Die Adoptionsvermittlungsstelle ist Ansprechpartner für folgende Zielgruppen:

  • Schwangere Frauen, Mütter und Väter, die erwägen, ihr Kind zur Adoption zu geben
  • Ehepaare und Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft lebend, die keine Kinder haben und ein Kind adoptieren möchten
  • Adoptierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf der Suche nach ihren Wurzeln
  • Mütter und Väter, die nach ihren adoptierten Kindern suchen und Kontakt möchten
  • Adoptivfamilien
  • Institutionen

Mit folgenden Angeboten:

  • Beratung der Zielgruppen
  • Vorbereitung und Überprüfung von Bewerberpaaren
  • Vermittlung von Kindern
  • Begleitende Betreuung der Adoptivfamilien in laufenden Adoptionsverfahren und bei Kontakten zwischen Herkunfts- und Adoptivfamilie
  • Vernetzung von Adoptivfamilien
  • Vernetzungsangebot für abgebende Eltern

So erreichen Sie die Adoptionsvermittlungsstelle:

Tel.: (030) 90227 – 6528

Für übergeordnete Aufgaben der Länder Berlin und Brandenburg gibt es die Zentrale Adoptionsstelle Berlin-Brandenburg (ZABB). Die ZABB ist unter anderem für die Zulassung und Beaufsichtigung der Adoptionsvermittlungsstellen in freier Trägerschaft, die Begleitung von Adoptionsverfahren mit Auslandsberührung und Unterstützung der Adoptionsvermittlungsstelle zuständig.

Informationen für Abgebende

Die Broschüre “Adoption – Eine Chance” widmet sich den Fragen und Unsicherheiten von Eltern, die erwägen, Ihr Kind zur Adoption freizugeben. So verweist die Broschüre auf verschiedene Beratungsangebote und versucht Antworten auf drängende Fragen zu geben, wie beispielsweise: Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich mein Kind zur Adoption freigebe? Wann muss ich mich entscheiden? Was bedeutet die Adoption rechtlich für mich und mein Kind? Wann erfährt mein Kind von mir?

Informationen für Annehmende

Die Broschüre “Adoption – Ein Weg?!” informiert über den Ablauf eines Adoptionsverfahrens sowie über die Situation der vermittelten Kinder. Sie erklärt, welche Voraussetzungen Adoptivbewerber erfüllen müssen und beantwortet darüber hinaus Fragen zum Ablauf bei der Adoption eines ausländischen Kindes.

Stiefkindadoption

Die sogenannte Stiefkindadoption ist die häufigste Art der Adoption in Deutschland. Wenn Sie in einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft mit einem Elternteil des Kindes, welches Sie adoptieren möchten, leben, handelt es sich um eine Stiefkindadoption.

Eine Stiefkindadoption ist nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und eine dauerhafte Verbesserung seiner Lebensumstände zu erwarten ist.

Allgemeine Voraussetzungen, um das Kind Ihrer Partnerin oder Ihres Partners zu adoptieren sind:

  • Als Annehmender sollten Sie eine angemessene Zeit mit dem Kind zusammenleben, so dass ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist.
  • Beide Elternteile, auch wenn der andere Elternteil nicht das Sorgerecht hat, müssen Ihrem Antrag zustimmen. Wenn das Kind das 14. Lebensjahr erreicht hat, ist zudem auch seine Zustimmung erforderlich.
  • Das Kind sollte über die bestehende Stiefelternschaft aufgeklärt sein, da das Gericht gehalten ist, es anzuhören.

Der Antrag ist bei einem Notar, beispielsweise für Familienrecht und Erbrecht, zu stellen. Dieser wird Sie auch darüber informieren, welche Unterlagen erforderlich sind und die Unterlagen an das zuständige Familiengericht weiterleiten.

Wenn alle Beteiligten die deutsche Staatsangehörigkeit haben, so wird das Jugendamt Ihres Bezirkes in Berlin vom Familiengericht zur Stellungnahme aufgefordert. Hat einer von Ihnen eine ausländische Staatsbürgerschaft, nimmt die Adoptionsvermittlungsstelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Stellung.

Identitäts- und Wurzelsuche

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte ist Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung jedes jungen Menschen. Hierbei geht es vor allem darum, sich selbst zu verstehen und anzunehmen sowie den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Adoptierte haben leibliche Eltern und Adoptiveltern. Fragen wie Warum wurde ich weggegeben oder verlassen? Was habe ich vom Aussehen und Wesen der leiblichen Eltern? bewegen die meisten Adoptierten. Nähere Informationen über die damalige Lebenssituation der leiblichen Eltern sowie etwaige persönliche Kontakte zu diesen können hier hilfreich sein, die Hintergründe der Entscheidung zur Abgabe nachzuvollziehen und sich damit auseinandersetzen zu können.

Der Einblick in die Adoptionsakte kann der erste Schritt sein. Ein Adoptionsvorgang wird bis zu 60 Jahre nach Geburt aufgehoben und liegt bei der vermittelnden Adoptionsvermittlungsstelle. Wenn Sie nicht in Berlin wohnen, können Sie sich auch an die für Ihren Wohnort zuständige Adoptionsvermittlungsstelle wenden. Diese wird dann Kontakt zur vermittelnden Stelle aufnehmen.

Adoptierte haben das Recht, mit 16 Jahren ohne Zustimmung ihrer Adoptiveltern ihre Akte einzusehen. Sie werden dabei durch eine Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle begleitet.

Leibliche Eltern möchten oft nach Jahren auch wissen, wie es den adoptierten Kindern geht. Auch wenn es sich um eine “Inkognitoadoption” handelte, werden dennoch auch abgebende Mütter und Väter bei Kontaktwünschen unterstützt.
Wenn Adoptierte und leibliche Eltern lange keinen Kontakt hatten, geht es zunächst darum zu klären, ob die gesuchte Person diesen Kontakt auch möchte. Hier übernimmt die Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle eine vermittelnde Rolle und begleitet den Prozess, wenn dies gewünscht wird.

Adoptierte wie auch abgebende Eltern sollten sich mit ihrem Anliegen schriftlich an die Adoptionsvermittlungsstelle wenden. Sie sollten alle bekannten Angaben zur gesuchten Person sowie zur eigenen Erreichbarkeit (Telefon oder Mail) machen und einen Identitätsnachweis von sich (Kopie der Geburtsurkunde oder des Personalausweises) beifügen.

Sobald die Akte aus dem Archiv vorliegt, wird mit ihnen das weitere Verfahren abgesprochen.