Mit dem Start des Schuljahres 2026/27 setzt Berlin weitere wichtige Schritte für starke und zukunftsfähige Schulen um. Im Mittelpunkt stehen eine höhere Bildungsqualität und verlässliche Rahmenbedingungen für gutes Lehren, Lernen und Erziehen. Dazu gehören die gezielte Stärkung der sprachlichen und mathematischen Kompetenzen, eine konsequentere datengestützte Schulentwicklung ebenso wie Investitionen in Schulbau, Personal, Entlastung und moderne Strukturen.
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Gute Bildung braucht klare Ziele, starke Schulen und vor allem engagierte Pädagoginnen und Pädagogen, die unsere Kinder und Jugendlichen jeden Tag begleiten und fördern. Deshalb arbeiten wir an beidem: an einer höheren Bildungsqualität und an verlässlichen Rahmenbedingungen für unsere Schulen und unsere Beschäftigten. Wir schaffen neue Schulplätze, gewinnen und qualifizieren Personal, sorgen für Entlastung und investieren in moderne Strukturen. Gleichzeitig richten wir den Blick konsequent auf die Qualität von Unterricht und Förderung. Unser Anspruch für das neue Schuljahr ist klar: Berlins Schulen Schritt für Schritt besser zu machen – mit guter Bildung für unsere Kinder und Jugendlichen und guten Rahmenbedingungen für alle, die Schule jeden Tag gestalten.“
I. Konkrete Umsetzung der Gesamtstrategie zur Steigerung der Bildungsqualität:
1. Frühe Bildung
Bildungsqualität beginnt bereits vor der Schule. Deshalb stärkt Berlin die frühkindliche Bildung und verbessert die Bedingungen für eine gezielte Förderung der jüngsten Kinder. Seit dem 1. August 2026 greift die Verbesserung des Personalschlüssels in der U3-Betreuung vollständig. Damit steht für eine Kindergruppe nun eine zusätzliche pädagogische Fachkraft zur Verfügung. Dafür stellt Berlin rund 2.500 zusätzliche Vollzeitstellen beziehungsweise rund 170 Millionen Euro bereit. Der verbesserte Personalschlüssel schafft mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder und entlastet zugleich die Beschäftigten.
Mit dem neuen Kita-Jahr startet zudem der Willkommensgutschein. Anfang September werden die Gutscheine erstmals automatisch an Familien versandt, deren Kinder bislang weder eine Kindertageseinrichtung noch eine Kindertagespflege besuchen. Damit geht Berlin gezielt auf Familien zu und erleichtert Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung und Sprachförderung. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu erreichen, ihre sprachliche Entwicklung zu unterstützen und sie bestmöglich auf den Schulstart vorzubereiten.
2. Zentrale Testungen und datengestützte Schulentwicklung
Berlin nutzt vorhandene Daten künftig noch konsequenter für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Ziel ist es, Lernstände frühzeitig zu erkennen, gezielte Fördermaßnahmen abzuleiten und anschließend zu überprüfen, ob diese wirken. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Vergleichsarbeiten VERA 3 und VERA 8. Im Schuljahr 2026/27 werden erstmals Wiederholungstestungen in den Jahrgangsstufen 4 und 9 durchgeführt. Sie machen sichtbar, wie sich die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler nach erfolgter Förderung entwickelt haben und in welchem Umfang die nationalen Bildungsstandards erreicht werden. Die Vergleichsarbeiten werden digital durchgeführt und entlasten damit auch die Lehrkräfte bei Durchführung und Auswertung. Drittklässlerinnen und Drittklässler werden altersgerecht auf das digitale Testformat vorbereitet.
Ab dem Schuljahr 2027/28 werden zudem berlinweit jahrgangsgleiche Klassenarbeiten in Deutsch und Mathematik eingeführt – in Jahrgangsstufe 5 im zweiten und in Jahrgangsstufe 6 im ersten Schulhalbjahr. Für eine präzisere Diagnostik soll darüber hinaus BILUB (Berliner individuelle Lernverläufe und Bildungsmonitoring) weiterentwickelt werden. Das Testinstrument bildet die Entwicklung mathematischer Kompetenzen in den Jahrgangsstufen 3 bis 6 über einen längeren Zeitraum ab. So können individuelle Lernverläufe sichtbar und Fördermaßnahmen noch gezielter am jeweiligen Lernstand ausgerichtet werden.
3. Verbindlicher Schulvertrag
Die Schulverträge werden stärker datenbasiert und verbindlich weiterentwickelt. Im Fokus stehen die Verbesserung der sprachlichen und mathematischen Kompetenzen, die berufliche Orientierung und erfolgreiche Schulabschlüsse. Künftig werden Ziele und Maßnahmen auf Grundlage vorhandener Daten vereinbart, ihre Umsetzung im Schuljahresverlauf begleitet und die Ergebnisse gemeinsam von Schulleitung und Schulaufsicht ausgewertet. Daraus werden weitere Ziele und Maßnahmen für die Schulentwicklung abgeleitet.
4. Lese- und Matheband
Das Leseband ist insbesondere an den Startchancen-Schulen weitgehend etabliert. Dort wird nun auch das Matheband auf die Jahrgangsstufen 3 bis 7 ausgeweitet, um mathematische Basiskompetenzen gezielt zu stärken; auch andere Schulen können das Angebot nutzen. Zusätzlich werden die bundesweit einmaligen Fachleitungsstellen für Deutsch und Mathematik an Grundschulen sukzessive besetzt.
Auch der Ganztag wird qualitativ weiterentwickelt. Die Rolle der koordinierenden Erzieherinnen und Erzieher wird gezielt gestärkt durch vertiefende Qualifizierungsangebote im Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (BLiQ). Die ergänzende Förderung und Betreuung (eFöB) wird künftig als Bildung, Erziehung und Betreuung (BEB) bezeichnet, um ihren Bildungsauftrag stärker hervorzuheben. Den bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllt Berlin bereits – der Fokus liegt deshalb auf der weiteren Verbesserung der Ganztagsqualität, auch durch das Investitionsprogramm Ganztagsausbau.
5. Begleitung durch das BLiQ
Das Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (BLiQ) unterstützt Schulen mit Qualifizierungsangeboten zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Angebote richten sich insbesondere an Lehrkräfte, Fach- und Fachbereichsleitungen sowie Qualitätsbeauftragte und sind über die Fort- und Weiterbildungsdatenbank abrufbar. Dazu gehören beispielsweise „Datenbasierte Unterrichts- und Förderungsplanung nach VERA 3 bzw. VERA 8 (Qualifizierungen + Materialien)“ sowie innerhalb der Qualifizierung für die Fachleitungen Deutsch an Grundschulen ein spezielles Modul „Datengestützte Unterrichtsentwicklung im Fach Deutsch“.
6. Berufliche Orientierung
Berlin stärkt die berufliche Orientierung und den Praxisbezug an weiterführenden und beruflichen Schulen. Dazu gehören ausgeweitete Betriebspraktika und das 11. Pflichtschuljahr. An den beruflichen Schulen werden zudem das personalisierte Lernen und die Zusammenarbeit mit der IHK ausgebaut, unter anderem durch Kooperationsmanagerinnen und -manager im 11. Pflichtschuljahr.
7. Digitalisierung
Auch die Digitalisierung unterstützt die datengestützte Qualitätsentwicklung an den Schulen. Mit LUSDik-Visio können schulische Daten in Dashboards übersichtlich dargestellt und analysiert werden. So sollen Schulen zukünftig schneller einen Überblick über relevante Entwicklungen erhalten und können daraus gezielt Maßnahmen für ihre weitere Schul- und Unterrichts-
entwicklung ableiten. Die Nutzung der Dashboards soll weiter ausgebaut werden.
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