Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der organisierte Sport in Berlin entwickeln ihre Angebote zum Schwimmenlernen weiter und bauen sie gezielt aus. Frühes Schwimmenlernen in Kita und Grundschule ist der Leitsatz des neuen berlinweiten Kooperationsprojekts. Über die geplanten Maßnahmen informierten heute Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Thomas Härtel, Präsident des Landessportbunds Berlin, Ricardo Haas, Leiter Betrieb der Berliner Bäder-Betriebe, Dr. Markus Kienscherf, Vizepräsident Bildung des Berliner Schwimm-Verbands, und Christian Krull, Vorsitzender der Sportjugend Berlin, bei einem Pressetermin im Kombibad Seestraße.
Schwimmen kann Leben retten, deshalb sollte jedes Kind das Schwimmen möglichst frühzeitig erlernen. Perspektivisches Ziel des neuen Kooperationsprojekts ist, dass jedes Kind in Berlin sich mit Freude, sicher, kompetent und selbstbewusst im Wasser bewegen kann. Von der Wassergewöhnung in Kitas über die Grundschule, die Schwimm-Intensivkurse in den Schulferien bis hin zu den Schulschwimm-Zentren und den neu zu etablierenden Talentschwimm-Zentren werden die Kinder über Jahre systematisch begleitet. Ergänzend werden die Maßnahmen durch das neue Niveaustufenkonzept „Seesternchen“ begleitet, das die individuelle ‚Schwimmbiografie‘ jedes Kindes über Jahre dokumentiert und somit Kinder zusätzlich motiviert.
Qualifizierte Schulschwimmtrainer/-innen des Berliner Schwimm-Verbands führen die Angebote in Kitas durch, begleiten den Übergang in die Grundschulklassen und sichern gemeinsam mit Schulen und Lehrkräften die Schwimmausbildung qualitativ ab. Das Pilotprojekt der Anna-Lindh-Schule für das Schwimmen ab der 1. Klasse zeigte erste positi-ve Ergebnisse. Von 81 Kindern in den vier 1. Klassen haben über 80 Prozent mindestens das „Seepferdchen“ erworben.
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Schwimmen zu können, kann Leben retten. Und deshalb ist für mich der Ausgangspunkt sehr klar: Jedes Berliner Kind muss die Chance haben, sicher schwimmen zu lernen. Deshalb bieten wir die kostenlosen Schwimm-Intensivkurse an und aus diesem Grund bauen wir die Berliner Schulschwimm-Zentren aus. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Lizenzierte Trainerinnen und Trainer des Berliner Schwimm-Verbandes unterstützen unsere Lehrkräfte bei der Durchführung des Schulschwimmunterrichts. Damit haben wir zusätzliche fachliche Kompetenz direkt am Beckenrand. Der Betreuungsschlüssel kann verbessert werden und die Kinder können intensiver und individueller begleitet werden. Ich bin überzeugt, dass wir mit solch gezielten Angeboten die Nichtschwimmer-Quote zukünftig weiter absenken können. Unser langfristiges Ziel ist dabei klar: Jedes Kind muss schwimmen können.“
Thomas Härtel, Präsident des Landessportbunds Berlin: „Die Schwimmintensivkurse in den Berliner Schulferien sind stets ausgebucht und vor allem gehen die meisten Kinder mit einem Schwimm-Abzeichen wieder zur Schule. Sie können dann schwimmen. Das ist in einer Stadt des Wassers, wie Berlin eine ist, manchmal lebenswichtig. Die Ausweitung der Schwimmausbildung für Kinder ist ein extrem wichtiger Schritt, um ihnen Grundlagen für ein sicheres Sporttreiben zu vermitteln.“
Christian Krull, Vorsitzender der Sportjugend Berlin: „Die Schwimmintensivkurse sind ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Sportverbänden und Vereinen perfekt funktionieren kann. Gemeinsam kreative Ideen zu entwickeln, um Kindern nicht nur das Schwimmen so früh wie möglich beizubringen, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, das ist unmittelbare Förderung des Sports und des Zusammenhalts in Berlin.“
Dr. Markus Kienscherf, Vizepräsident Bildung des Berliner Schwimm-Verbands: „Schwimmen lernen im günstigsten Lernalter bringt Sicherheit. Dazu begleiten wir das 1.-Klasse Projekt in der Anna-Lindh-Schule und testen die Wassergewöhnung in den Kitas – beides mit sehr guten Ergebnissen. Warum? Weil Schwimmen lernen, Gesundheit und Teilhabe originäre Ziele des Verbandes sind.“
Ricardo Haas, Leiter Betrieb der Berliner Bäder-Betriebe: „Die neuen Niveaustufen der Seesternchen sind eine sehr gute Ergänzung zum Seepferdchen. Sie schließen eine Lücke und tragen dazu bei, die Schwimmausbildung weiter zu verbessern und die Kinder auf die Bronze-, Silber- und Goldabzeichen vorzubereiten. Sie sorgen auch dafür, dass Kinder den Spaß am Schwimmen entdecken und im Idealfall Lust haben, Rettungs-schwimmer/in oder Fachangestellte für Bäderbetriebe zu werden.“