Sicherheitspolitik im Klassenzimmer: Land Berlin und Bundeswehr schließen Kooperationsvereinbarung

Pressemitteilung vom 08.06.2026

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und das Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr formalisieren ihre langjährige Zusammenarbeit im Bereich der politischen Bildung. In Berlin besteht die Kooperation der Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere mit Schulen sowie pädagogischen und bildungspolitischen Institutionen seit Jahrzehnten. Mit der Kooperationsvereinbarung erhält diese Zusammenarbeit nun einen verbindlichen und transparenten Rahmen.

Die Vereinbarung wurde am Montag, den 8. Juni 2026, von Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Brigadegeneral Horst Busch, Kommandeur des Landeskommandos Berlin, sowie Major Sebastian Nothing, Fachbereichsleiter Ost im Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr, gezeichnet.

Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere können auf Einladung der Schulen als externe Referentinnen und Referenten für Sicherheitspolitik in den Unterricht eingebunden werden. Voraussetzung ist eine inhaltliche Anknüpfung an die Rahmenlehrpläne des Landes Berlin, schulinterne Curricula und die aktuelle Unterrichtsgestaltung vor Ort. Die Angebote richten sich an allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufen I und II sowie berufliche Schulen; in Berlin sind sie für Lerngruppen ab Jahrgangsstufe 9 beziehungsweise ab 14 Jahren vorgesehen.

Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Junge Menschen wollen verstehen, was in der Welt um sie herum geschieht. Fragen von Frieden, Sicherheit und internationaler Verantwortung bewegen viele Schülerinnen und Schüler und werfen wichtige Fragen auf. Schule ist der richtige Ort, um diese Themen aufzugreifen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und sich ein eigenes, fundiertes Urteil zu bilden. Die Zusammenarbeit mit den Jugendoffizierinnen und Jugendoffizieren der Bundeswehr leistet hierzu seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag. Mit der Kooperationsvereinbarung geben wir dieser bewährten Zusammenarbeit nun einen transparenten und verlässlichen Rahmen – wie ihn zahlreiche andere Bundesländer bereits seit Langem haben. Unser gemeinsames Ziel ist es, politische Bildung zu stärken und junge Menschen dabei zu unterstützen, sich informiert, reflektiert und verantwortungsbewusst in unsere Demokratie einzubringen.“

Brigadegeneral Horst Busch, Kommandeur des Landeskommandos Berlin: „Als Landeskommando Berlin stehen wir für den Dialog der Bundeswehr mit Politik, Verwaltung und Gesellschaft in der Hauptstadt. Berlin ist ein besonderer Ort für sicherheitspolitische Debatten: Hier werden politische Entscheidungen sichtbar, hier begegnen sich Parlament, Regierung, internationale Partner und Zivilgesellschaft. Die Kooperationsvereinbarung schafft einen transparenten und verlässlichen Rahmen, um sicherheits- und verteidigungspolitische Fragen an Schulen sachlich, kontrovers und im Sinne politischer Bildung zu be-handeln. Gerade angesichts aktueller Krisen ist es wichtig, junge Menschen durch Information, Einordnung und offene Diskussion bei ihrer politischen Urteilsbildung zu unterstützen. Für die Garnisonsstadt Berlin ist diese Vereinbarung ein echter Meilenstein.“

In Berlin sind derzeit Hauptmann Mike Siebert und Hauptmann André Wunderlich als Jugendoffiziere tätig. Sie stehen Schulen als Ansprechpartner für sicherheitspolitische Themen zur Verfügung.

Hauptmann Mike Siebert, Jugendoffizier in Berlin: „Als Jugendoffiziere leisten wir einen Beitrag zur sicherheitspolitischen Bildung. Wir erklären Zusammenhänge, beantworten Fragen und diskutieren mit Schülerinnen und Schülern offen über Frieden, Sicherheit, Bündnisse und internationale Verantwortung. Die Meinungsbildung findet bei den Schülerinnen und Schülern statt – unser Beitrag ist Information, kritische Auseinandersetzung und Einordnung.“