Mit dem heutigen Richtfest auf dem Campus Kladow geht das Land Berlin einen weiteren wichtigen Schritt im Platzausbauprogramm Jugend und schafft neue Plätze für junge Menschen mit komplexen Hilfebedarfen. Der Umbau des Hauses wird mit Mitteln aus dem Platzausbauprogramm gefördert. Das Förderprogramm schafft dringend benötigte, spezialisierte Plätze mit komplexem Unterstützungsbedarf an der Schnittstelle zur Psychiatrie, für Kinder und Jugendliche in akuten Krisensituationen sowie für unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Rund 87 neue Plätze wurden bereits geschaffen oder befinden sich aktuell im Ausbau.
Der zunehmende Bedarf an spezialisierten stationären Angeboten erfordert eine deutliche Ausweitung der verfügbaren Plätze für junge Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe. Dafür wurde durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in enger Abstimmung mit den bezirklichen Jugendämtern sowie der LIGA als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege das Platzausbauprogramm entwickelt.
Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie: „Mit dem Umbau auf dem Campus Kladow entsteht ein neues geschütztes Zuhause auf Zeit für Jugendliche mit psychischen Beeinträchtigungen. Mit dem Berliner Platzausbauprogramm schaffen wir genau die Plätze, die wir in Berlin so dringend benötigen, damit junge Menschen gut, sicher und mit Blick auf ihre individuellen Bedarfe aufwachsen können. Der heutige Baufortschritt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Verwaltung, Träger und Fachpraxis gemeinsam handeln: Wir schaffen Raum für Rückzug und Sicherheit, ebenso für Teilhabe, Bildung und Gemeinschaft.“
Insgesamt stehen im aktuellen Doppelhaushalt 2024/2025 5,1 Millionen Euro für das Programm bereit. Daraus erhält das Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk für die Sanierung, Ausstattung und zur Personalgewinnung auf dem Campus Kladow 836.700 Euro. Mit den Mitteln entstehen 17 neue Plätze für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren mit komplexen Hilfebedarfen. Vorgesehen sind zwei Intensivwohngruppen und eine Kleingruppe, ausgestattet mit Einzelzimmern und einem barrierefreien Bereich im Erdgeschoss. Hier werden junge Menschen rund um die Uhr durch pädagogische und psychologische Fachkräfte zeitlich befristet im Rahmen der Hilfen zur Erziehung begleitet.