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Ferienzeit

Platz in Charenton
Bild: Anke Penski-Ghani

In der dritten Woche habe ich die Mitarbeiter der Médiation auf einem ihrer Rundgänge begleitet. Das Team ist Donnerstag bis Samstag nachmittags in der Stadt unterwegs , ermahnen die Kinder nach der Schule auf dem Heimweg zur Ruhe, schlichten bei Streiteren, weisen lärmende Jugendliche auf das Ruhebedürfnis der Anwohnerschaft hin. Dabei passieren sie sowohl die Schulen zum Unterrichtsende, als auch die relevanten Stadtplätze, die Einkaufspassage und die Bolzplätze. Die beiden arbeiten im Auftrag der Stadt, sind jedoch bei einem Träger angestellt.

Unsere Tour beginnt in Charenton-Haute neben einer Einkaufspassage. Die Anwohner haben sich hier in letzter Zeit vermehrt über größere Gruppen von Jugendlichen beschwert, die am Wochenende auf dem Bänken sitzen und sich dabei lautstark unterhalten. Die Stadt ist sehr gepflegt, überall gibt es kleine Plätze mit Pflanzenkübeln, Beeten und Bänken, die zum Sitzen und “Abhängen” einladen. Heute allerdings ist der Platz sehr ruhig, es sitzen nur ein paar Jungs auf einer Bank und hören Musik auf ihren Handys. Die Mediatoren übergeben die Nummer ihres Diensthandys an die Anwohner, damit diese sich im Notfall direkt an sie wenden können, bevor sie die Polizei rufen. Mehr ist hier im Moment nicht zu tun. Da die Ferien bereits begonnen haben, sind anscheinend viele Familien in den Urlaub gefahren, außerdem entfallen auf der heutigen Tour die Schulen. Daher geht es direkt weiter in die nächste Einkaufspassage, danach zu einem großen Spiel- und Bolzplatz in Charenton-Bas. Mehrere Jungen spielen hier Basketball, ein paar Väter kicken mit ihren Söhnen auf zwei kleine Tore, nebenan spielen einige Kinder verstecken. Die Jungen fragen, ob die Stadt nicht mal die Linien auf dem Spielfeld nachziehen könnte, aber ansonsten gibt heute auch hier keinen Einsatz für die Mediatoren.

Viele der Jugendlichen, die wir auf unserem Rundgang treffen, kennt das Team persönlich, hält einen kurzen Plausch mit ihnen, fragt nach den Ferien, nach der Schule. Die Jugendlichen grüßen artig mit Handschlag. Die Mediatoren sind eindeutig Respektpersonen für sie. Schließlich ist meine Arbeitszeit vorbei, das Team hat dagegen noch eine weitere Runde vor sich. Aber auch diese wird sicherlich ruhig verlaufen.