Delegationsreise nach San Rafael del Sur, Nicaragua

07.11.2019

Nicaragua Lagune zur Wassergewinnung
Bild: Erich Köpp

Seit Anfang dieser Woche besuchen Elisabeth Simmon aus dem Umweltamt, Helena Jansen, Beauftragte für Kommunale Entwicklungspolitik, Katja Frenz, zuständig für Umweltbildung und Erich Köpp vom Städtepartnerschaftsverein die Partnergemeinde San Rafael del Sur in Nicaragua. Anlass des Besuchs ist ein Projekt zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an den Klimawandel, das von der Stadtverwaltung San Rafael del Sur und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg seit 2017 partnerschaftlich durchgeführt wird. Ziel des Projekts ist die Aufforstung eines 30ha großen Gebiets, in dem jahrelang Kalk abgebaut wurde und die Biodiversität stark zurückgegangen ist, sowie die anschließende Ausweisung als Naturschutzreservat.

Die Delegation wurde am Montag, 05. November von Bürgermeister Noel Cerda und rund 30 Repräsentanten des kommunalen Rates, sowie verschiedener Ministerien hoch offiziell willkommen geheißen.

In den folgenden zwei Tagen wurden die aktuellen Projektaktivitäten präsentiert und das Projektgebiet besucht. Rund 40.000 Setzlinge gebietsheimischer Baumarten werden aktuell in der Baumschule gezogen und 25.000 zugekaufte Bäume werden bereits in den kommenden Wochen im Rahmen von Aufforstungsaktionen mit der lokalen Bevölkerung ausgepflanzt. Darüber hinaus hat die Verwaltung mit den Projektmitteln direkt im Kerngebiet des Reservats ein Umweltbildungszentrum gebaut, in dem Workshops zu den Themen Klimawandel und Biodiversität für die lokale Bevölkerung stattfinden. Zusätzlich entwickelten Lehrer*innen und kommunale Angestellte erste Ideen zur Vernetzung von Biotopen und Vorschläge für strengere Auflagen und Kontrollen für Umweltschäden wie zum Beispiel Vermüllung und Holzeinschlag.

Die Delegation ist begeistert von den Fortschritten des Projekts und den umfassenden Maßnahmen, die bereits stattgefunden haben.

Für die folgenden Tage stehen verschiedene Exkursionen auf dem Programm. Beispielsweise soll ein 300 ha großes Naturreservat in Estelí, im Hochland des Nordens von Nicaragua besucht werden, um von den dortigen Erfahrungen zu profitieren. Weiterhin steht eine Exkursion in das Institut für Biologie der Universität in Managua an, um deren Konzepte zur Aufzucht und Auswilderung von Leguanen kennen zu lernen. Ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Artenvielfalt im Projektgebiet, dem wir gespannt entgegen sehen.

Dieses Projekt wird gefördert durch die Engagement Global gGmbH/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Wir freuen uns auf die kommenden Tage!

Viele Grüße aus San Rafael del Sur, Nicaragua.

Helana Jansen

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Lguana Verde - Grüne Leguane

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Die Grünen Leguane sind in der freien Wildbahn auf Grund des Rückgangs der Biodiversität selten geworden. Der Lebensraum der bis zu 2m großen Tiere ist bedroht. Im Rahmen des Projekts wird daher mit dem biologischen Institut der Universität Managua kooperiert, um Leguane im Reservat zu züchten und später auszuwildern. Ziel ist es, dass sich die Bestände der Tiere in ihrem ursprünglichen Lebensraum erholen.