Kulturelle Teilhabeforschung
Bild: Institut f. Kulturelle Teilhabeforschung
Das Thema Kulturelle Teilhabeforschung wurde von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die Etablierung des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung bei der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung maßgeblich gestärkt. Kulturpolitik und -verwaltung sowie Kultureinrichtungen benötigen für die Entwicklung von Teilhabestrategien und deren praktischer Umsetzung dauerhaft umfassende aktuelle Kenntnisse über (potenzielle) Nutzer*innen von Kulturangeboten. Für eine bestmögliche Nutzung dieser Kenntnisse ist eine kontinuierliche und vertiefende Beratung zu Auswertungs- und Interpretationsmöglichkeiten von Daten und Studien erforderlich, wie auch zu der Umsetzung von deren Ergebnissen in die praktische Arbeit. Auf diese Weise sollen Kultureinrichtungen und Kulturpolitik ihre Entscheidungen auf gesicherter Grundlage treffen können, um (auch) in Zukunft eine möglichst breite kulturelle Teilhabe in Berlin zu bewirken.
Repräsentative Bevölkerungsbefragung zur Kulturellen Teilhabe in Berlin
Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt führt seit 2019 zweijährlich eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durch (vorbehaltlich zur Verfügung stehender Haushaltsmittel). Gesucht werden Antworten auf die Fragen, was die Berlinerinnen und Berliner über das öffentlich geförderte Kulturangebot denken, wie sie es nutzen – oder warum nicht. Kulturpolitik und Kulturinstitutionen erhalten auf diesem Wege wertvolle Hinweise zur Entwicklung der Kulturellen Teilhabe und deren Verbesserung. Die Befragung wird vom Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf) der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung (SKWK) ausgewertet. Die Ergebnisse werden in der Studienreihe „Kulturelle Teilhabe in Berlin“ in umfassenden Berichten vorgestellt.
Kulturelle Teilhabe in Berlin 2019
Kulturelle Teilhabe in Berlin 2021
Kulturelle Teilhabe in Berlin 2023
Kulturelle Teilhabe in Berlin 2025 (Veröffentlichung im 4. Quartal 2025)
Da Daten erst durch ihre Reihung Rückschlüsse auf Entwicklungen zulassen, ist eine regelmäßige Wiederholung der Befragung unabdingbar.
Publikumsbefragungen mit KulMon
Die Ausweitung der Teilhabe am öffentlich geförderten Kulturangebot gehört zu den Schwerpunkten der Berliner Kulturpolitik. Sowohl für Kulturpolitik und -verwaltung als auch für die Berliner Kultureinrichtungen selbst sind aussagekräftige Daten eine Voraussetzung, um den Kulturbetrieb zukunftsfähig und resilient in Bezug auf die gesellschaftlichen Herausforderungen aufzustellen. Um öffentlich geförderte Kultureinrichtungen darin zu unterstützen, sowohl professionelles Marketing als auch evidenzbasierte Teilhabestrategien zu entwickeln, stellt das Land Berlin mit dem KulturMonitoring (KulMon) eine shared-service-Infrastruktur für Kultureinrichtungen bereit, die kontinuierlich und partizipativ weiterentwickelt wird. Teilhabe- und Marketingstrategien können anhand der empirischen Erkenntnisse evidenzbasiert entwickelt und in der Folge auf die Wirksamkeit geprüft werden.
Das Forschungssystem KulMon hat das Ziel, Publikumsdaten zu erheben. Diese Daten werden über persönliche Befragung der Besucherinnen und Besucher der entsprechenden Einrichtungen gewonnen. Durch regelmäßige Befragungen, einen einheitlichen Fragenkatalog und einheitliche Methodik können Publikumsentwicklungen im Zeitverlauf beobachtet und analysiert werden.
In Berlin nehmen über 50 Kultureinrichtung an KulMon teil (KulMon-Einrichtungen), darüber hinaus nutzen zunehmend auch überregional Einrichtungen das shared-service-System. KulMon wird vom Institut für Kulturelle Teilhabeforschung als unabhängige Forschungseinrichtung geleitet und als Langzeitstudie wissenschaftlich betreut. Das System passt sich kontinuierlich den Bedürfnissen der Kultur- und Freizeiteinrichtungen an. Dafür wurden verschiedene Beteiligungsformate etabliert. Dazu gehören insbesondere das regelmäßige KulMon-Forum zum Austausch und zur Vernetzung der Nutzerinnen und Nutzer von KulMon sowie die Unterstützung durch zertifizierte Expertinnen und Experten bei der Auswertung, Interpretation und Präsentation der Daten. Darüber hinaus wird das System durch einen KulMon-Beirat begleitet.
Begleitforschung zu Förderprogrammen und Modellprojekten
Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTF) begleitet Förderprogramme und Modellprojekte wissenschaftlich unter der Fragestellung, mit welchen Strategien und Methoden Einrichtungen und Projekte sowie die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Zusammenspiel Kulturelle Teilhabe befördern können.
Die teilnehmenden Initiativen und Einrichtungen sollen prozessbegleitend in ihrem Bemühen um Kulturelle Teilhabe unterstützt werden. Es soll zudem an Hinweise gelangt werden, wie Kulturpolitik und -verwaltung Förderprogramme und Modellprojekte bestmöglich aufstellen können. Die Erkenntnisse sollen auch in die Weiterentwicklung anwendungsorientierter Forschung rund um den Kulturbereich und von Theorien zu Kultureller Teilhabe zurückgespielt werden. Ergebnisse solcher Modellvorhaben sind auch für Wissenschaft und Forschung von übergreifender Bedeutung. Bisher wurden u.a. die folgenden Studien durchgeführt:
- Digitale Entwicklung im Kulturbereich
- Vermittlungs- und Outreach-Kuratorinnen und Kuratoren in den Berliner Landesmuseen und -gedenkstätten (Curators of Outreach)
- Eintrittsfreier Museumssonntag der Berliner Museen (geplant)
- Förderprogramm „Initiative Draußenstadt“
- Pilotphase einer Jugendkulturinitiative
- Kulturelle Bildung in Berlin 2024