Kerstin Grimm: Kinderspiele

Ausstellung vom 26.05. bis 26.06.2010

Kerstin Grimm: Kinderspiele, 2008, Zeichnungscollage, 118 x 160 cm
Kerstin Grimm: Kinderspiele, 2008, Zeichnungscollage, 118 x 160 cm

Kerstin Grimm, geb. 1956, entwirft in ihren Zeichnungscollagen Welten, die grotesk und intim zugleich wirken. Ihr Thema ist nur augenscheinlich „unschuldig“, ihre Motive nur ober­flächlich kindlich-naiv. Was sich jedoch hinter den zarten Zeichnungen und Bronzen mit ihrer formalen Zurückhaltung verbirgt, ist die nicht zu bändigende Urkraft des Traumes.

Kerstin Grimms bühnenhafte Inszenierungen sind gespickt mit Anspielungen auf traditionelle Märchen und moderne Mythen, sie spannen ein Netz aus surrealen Verstrickungen und asso­ziativen Beziehungen, die je nach Lesart erschreckend, einschüchternd, schön oder schauer­lich wirken. Durch knittern, falten und kleben überträgt Kerstin Grimm Ihre Erkundung der Ober­fläche und vor allem dessen was darunterliegt auf das Papier.
Ergänzt werden ihre großformatigen Arbeiten durch die 1989 begonnene, und hier in Aus­schnitten gezeigte Werkgruppe „Die Große Flussfahrt“. Die ausschließlich auf Booten ange­siedelten bronzenen Allegorien begleiten die Zeichnungen wie schweigende Wächter auf ihrer Fahrt ins Ungewisse.

Kerstin Grimm studierte zunächst Germanistik an der Humbold-Universität Berlin und beging dann ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin bei Rolf Winkler. Sie erhielt zahlreiche Stipendien (u.a. des Kultursenats von Berlin, der Stiftung Kulturfonds und des Kultur­ministe­riums des Landes Brandenburg) und stellt seit 1991 regelmäßig deutschlandweit aus.
Kerstin Grimm lebt und arbeitet in Berlin.