IHK-Forderung: U-Bahn-Netz deutlich ausbauen

IHK-Forderung: U-Bahn-Netz deutlich ausbauen

Die Berliner Wirtschaft hat erfreut auf Überlegungen von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) zum Ausbau des Berliner U-Bahn-Netzes reagiert. «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagte der Geschäftsführer Wirtschaft und Politik der Industrie- und Handelskammer (IHK), Jörg Nolte, der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig forderte er, jetzt nicht nur die U7-Verlängerung in den Blick zu nehmen, sondern auch andere Linien.

Zwei Menschen laufen an der U-Bahn-Station am Bundestag vorbei

© dpa

Zwei Menschen laufen an der U-Bahn-Station am Bundestag vorbei.

«Kein anderes Stadtverkehrsmittel ist so zukunftstauglich wie die U-Bahn: Leise, emissionsarm, platzsparend und schnell», sagte Nolte. Leider sei der Netzausbau in den vergangenen Jahrzehnten sträflich vernachlässigt worden. «Deshalb begrüßen wir es, dass die zuständige Senatsverwaltung zumindest die Verlängerung der U7 als Option auf die Tagesordnung setzt.»
Allerdings dürften die Planungen hier nicht stehenbleiben. «Neben der U7-Verlängerung nach Spandau und zum BER sollten zum Beispiel auch endlich die U8 ins Märkische Viertel und die U9 nach Pankow weiterführen», so Nolte. Besonders wichtig wäre aus seiner Sicht aber ein Abzweig der U6 zum künftigen Technologie-Campus auf dem früheren Flughafengelände in Tegel. «Einen Zukunftsort kann man nicht entwickeln ohne zukunftstaugliche Verkehrsanbindung.»
Der Berliner Senat will sich am heutigen Dienstag mit den Ergebnissen von vier sogenannten Machbarkeitsstudien zum U-Bahn-Ausbau befassen. Am Wochenende wurde bekannt, dass Verkehrssenatorin Günther nach Auswertung dieser Untersuchungen zunächst den Ausbau der U-Bahnlinie 7 in Spandau bis zur Heerstraße sowie am anderen Ende von Rudow zum Flughafen BER befürwortet.
Vorerst zurückgestellt werden soll hingegen die Streckenerweiterung der U8 ins Märkische Viertel. Statt eines Abzweigs der U6 zur Urban Tech Republic auf dem früheren TXL-Gelände plädiert Günther für eine Tram-Anbindung. Noch offen lässt sie, ob im Südwesten die U-Bahnlinie U3 bis zum S-Bahnhof Mexikoplatz verlängert werden sollte.
Laut Machbarkeitsuntersuchung würde die bevorzugte Trassenvariante der U7-Verlängerung vom Rathaus Spandau zur Heerstraße 4,26 Kilometer lang sein, fünf neue Stationen umfassen und 578 Millionen Euro kosten. Am anderen Ende geht es von Rudow aus um 8,56 Kilometer neue Strecke mit sieben Stationen. Geschätzte Kosten: 704 Millionen Euro, von denen Brandenburg den größten Teil stemmen müsste.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Februar 2021 08:16 Uhr

Weitere Meldungen