Verfolgungsfahrt in Neukölln: Fahrer fuhr ohne Führerschein

Verfolgungsfahrt in Neukölln: Fahrer fuhr ohne Führerschein

Der 20-Jährige, der sich im Berliner Ortsteil Neukölln eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hat, ist ohne gültigen Führerschein unterwegs gewesen.

Verfolgungsfahrt in Neukölln endet mit Unfall und Verletzten

© dpa

Zwei nach einem Zusammenstoß zerstörte Fahrzeuge in Neukölln.

Der Verdächtige trug ein Messer und eine kleine Menge Betäubungsmittel bei sich, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. In dem Mietwagen, den er fuhr, fand die Polizei zudem eine Machete. Zu den Hintergründen der Verfolgungsjagd machten die Beamten zunächst keine Angaben und verwiesen auf das laufende Verfahren. Unter anderem solle ermittelt werden, warum der 20-Jährige den Polizisten am Dienstagabend (05. Januar 2021) davongefahren war.

Gewalt bei der Festnahme? Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt

Die Polizei ermittelt auch wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Während der Festnahme des Fahrers soll es zu unrechtmäßiger Anwendung von körperlicher Gewalt gekommen sein, sagte eine Sprecherin. Demnach hatte eine Einsatzkraft einen anderen Polizisten angezeigt. Was genau passiert sein soll, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Polizisten und Autofahrer erlitten leichte Verletzungen

Bei der Verfolgungsjagd waren fünf Polizisten und der 20-Jährige leicht verletzt worden. Nach Angaben der Beamten war einer Streife die unsichere Fahrweise eines Autofahrers in der Hermannstraße aufgefallen. Als die Polizisten ihn per Haltesignal zum Anhalten aufforderten, beschleunigte er seinen Wagen. An der Kreuzung Lichtenrader Straße/Selchower Straße stand ein Wagen einer Zivilstreife mit eingeschaltetem Blaulicht, um den Flüchtenden an der Weiterfahrt zu hindern. Das Fluchtauto krachte in den Polizeiwagen, der nachfolgende Einsatzwagen fuhr auf das Fluchtauto.

Mehrere Ermittlungsansätze nach Festnahme

Der Fahrer und ein Begleiter stiegen aus dem Wagen und versuchten, zu Fuß zu fliehen. Der 20-Jährige wurde festgenommen, der bislang unbekannt gebliebene Beifahrer entkam. Die sechs Leichtverletzten kamen zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Da der Verdacht des Fahrens unter Einfluss von berauschenden Mitteln im Raum steht, wurde dem 20-Jährigen Blut abgenommen, hieß es. Die Polizei ermittelt zudem wegen des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz

Sprecher der Polizeigewerkschaft: Einsatz zeigt Risiken des Berufs auf

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, twitterte am Abend: «Es sind genau diese Einsatzszenarien, die das enorme Risiko des Berufes offenbaren. Eine zunächst harmlos anmutende Maßnahme kann binnen Sekundenbruchteilen eskalieren.» Es gebe leider immer wieder Leute, die Straftaten begingen und sich dafür nicht zur Rechenschaft ziehen lassen wollten. Er wünschte den fünf verletzten Kollegen alles Gute.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 6. Januar 2021 16:34 Uhr

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