Weltkriegsbombe in Kreuzberg entschärft

Weltkriegsbombe in Kreuzberg entschärft

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe mussten Tausende Menschen am Samstag (14. November 2020) für mehr als zehn Stunden ihre Wohnungen in Kreuzberg verlassen.

  • Evakuierung© dpa
    Ein Einsatzfahrzeug der Polizei informiert Anwohner mit einer Leuchtschrift über eine Evakuierung.
  • Polizisten stehen an der Ecke Neuenburger Straße in Kreuzberg© dpa
    Polizisten stehen an der Ecke Neuenburger Straße in Kreuzberg.
  • Evakuierung wegen Entschärfung von Kriegsbombe in Kreuzberg© dpa
    Wegen der Bombenentschärfung fordern Einsatzkräfte Anwohner auf, ihre Wohnungen zu verlassen.
Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes (LKA) machten den 250 Kilogramm schweren Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich, wie die Polizei um 17:22 Uhr twitterte. Die Bombe musste schließlich zum Sprengplatz Grunewald abtransportiert werden. Dann erst sollten die Menschen zurück in ihre Wohnungen gelassen werden.

Einschränkungen im Nahverkehr

Während der Entschärfung an der Neuenburger Straße nahe des U-Bahnhofs Prinzenstraße wurden die U-Bahnlinien 1 und 3 zwischen den Bahnhöfen Kottbusser Tor und Hallesches Tor (U1) beziehungsweise Nollendorfplatz (U3) unterbrochen. Zuvor wurden bereits die Buslinien M41 und 248 umgeleitet.
Der Blindgänger war am Freitag bei Bauarbeiten auf dem Hof des Patentamtes gefunden worden. Der große Komplex erstreckt sich zwischen der Gitschiner Straße und der Neuenburger Straße. Der Sperrkreis rund um den Fundort hatte einen Radius von 300 Metern.

Evakuierungen bis in den Nachmittag

Ab 8 Uhr morgens hatte die Polizei die Menschen in Sicherheit gebracht. Rund 350 Polizisten waren im Einsatz. 7500 Menschen verließen mehr oder weniger freiwillig ihre Wohnungen. Die Polizei teilte mit, der Bezirk habe unter anderem drei Hotels gemietet, um genügend Platz für Corona-Infizierte, Menschen in Quarantäne und Hilfsbedürftige zu schaffen. Auch soziale Einrichtungen und Kirchen stünden für den Aufenthalt zur Verfügung.
Polizisten gingen von Tür zu Tür, um die Menschen einzeln anzusprechen. Lautsprecherwagen der Polizei fuhren durch die Straßen. Es gab Durchsagen auf Deutsch, Türkisch und Arabisch. Auf elektronischen Anzeigetafeln an den Polizeiwagen stand «Blindgänger aufgefunden» und «Evakuierung». Auch auf Twitter veröffentlichte die Polizei Informationen auf Türkisch.

Kreuzberger mussten ihre Wohnung für fast 10 Stunden verlassen

Vor allem der Krankentransport von Hilfsbedürftigen benötige Zeit, sagte eine Polizeisprecherin. Menschen, die Hilfe benötigten, seien nach und nach aus den Wohnungen gebracht worden. Unterstützung kam von der Feuerwehr und Hilfsorganisationen wie der DLRG und dem Malteser Hilfsdienst. Das Rote Kreuz twitterte: «Wer lange von zu Hause fern bleiben muss, bekommt sicher irgendwann Appetit. Unsere DRK Helfer:innen kümmern sich um das leibliche Wohl der Untergebrachten mit kleinen Carepaketen. Fast wie Roomservice!»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 14. November 2020 20:10 Uhr

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