Schulze geht davon aus, dass Pop-up-Radwege Bestand haben

Schulze geht davon aus, dass Pop-up-Radwege Bestand haben

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) geht davon aus, dass die Pop-up-Radwege in Berlin Bestand haben werden.

Pop-up-Radwege in Berlin

© dpa

Eine Radfahrerin ist auf dem Pop-up-Radweg unterwegs.

Sie seien zwar während der Corona-Pandemie eingerichtet worden, der eigentliche Grund sei aber der Gewinn an Sicherheit, sagte sie am Freitag in einem Grußwort bei einem Online-Symposium des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Bei der digitalen Veranstaltung wurden Radverkehrsprojekte aus dem Ausland vorgestellt, die der ADFC als mögliches Vorbild für deutsche Kommunen sieht. «Das hätte man hier und da in der Begründung vielleicht noch etwas deutlicher herausstellen können», sagte Schulze.

Pop-up-Radwege als Ausweichmöglichkeit in Corona-Pandemie

Im April hatten Senat und Bezirke damit begonnen, sogenannte Pop-up-Radwege auf Parkstreifen oder Autospuren zu markieren und entsprechende Schilder aufzustellen. An vielen Stellen wurden die Wege mit Warnbaken abgetrennt. Begründet wurde das mit der Corona-Pandemie. Viele Berliner hätten kein Auto und in Bussen und Bahnen sei es zu eng.

Oberverwaltungsgericht entschied zugunsten des Senats

Die Klage eines Abgeordneten gegen die Pop-up-Radwege sei «kleinkariert und widersinnig», sagte Schulze. Gegen acht kurzfristig angelegte Fahrradwege in mehreren Bezirken hatte der AfD-Abgeordnete und Verkehrspolitiker Frank Scholtysek geklagt. Im September hatten Richter des Verwaltungsgerichts Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Radwege vorgebracht, im Oktober entschied das Oberverwaltungsgericht zugunsten des Berliner Senats und hob die Entscheidung der Vorinstanz auf.

Auch Autofahrer würden von mehr Radverkehr profitieren

Schulze sagte zudem am Freitag: «Kein vernünftiger Mensch kann etwas gegen mehr Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer und im Straßenverkehr insgesamt haben. Ich gehe deshalb auch davon aus, dass diese Radwege Bestand haben werden.» Auch Autofahrer würden letztendlich von mehr Radverkehr profitieren. «Sie stehen vor allen Dingen deshalb im Stau, weil es zu viele Autos und noch zu wenige Radfahrende gibt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 13. November 2020 15:20 Uhr

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