SUV-Unfall: Senat verspricht Verbesserungen am Unfallort

SUV-Unfall: Senat verspricht Verbesserungen am Unfallort

Der fürchterliche Unfall mit vier Toten sorgte für großes Aufsehen. Die Verkehrssituation war laut Nachbarn in dem Kiez schon vorher anstrengend - bis hin zu gefährlich. Angesichts der Empörung reagiert nun der Senat.

Tempo-30-Zone

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Ein Verkehrsschild für eine Tempo-30-Zone steht an einer Straße. Foto: Jens Büttner/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Drei Wochen nach dem tödlichen SUV-Unfall in Berlin-Mitte und nach einer großen Internet-Petition hat der Senat schnelle Verbesserungen der Verkehrssituation rund um die Unfallstelle zugesagt. So bald wie möglich solle in dem Abschnitt der Invalidenstraße Tempo 30 eingeführt werden. Außerdem werde es einen sogenannten geschützten Fahrradweg auf beiden Straßenseiten geben, teilte die Senatsverkehrsverwaltung am Freitag mit. Die Maßnahmen könnten noch bis Ende des Jahres umgesetzt werden. Weitere Verbesserungen seien geplant.
Die Änderungen sind das Ergebnis eines Treffens des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), der Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) und des Bezirksbürgermeisters von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), mit dem Initiator der Internet-Petition am Freitag. Der Aufruf «Sichere Wege für Schul- und Kita-Kinder auf der Invalidenstraße» wurde inzwischen von fast 12 000 Menschen unterzeichnet.
Der Initiator, Julian Kopmann, teilte mit: «Ich freue mich sehr über die heute vereinbarten Maßnahmen und die Ziele der gemeinsamen Projektgruppe. Dafür möchte ich Herrn Müller, Frau Günther und Herrn von Dassel ausdrücklich danken. Jetzt heißt es den Worten Taten folgen zu lassen.»
Auch der Senat lobte das einstündige Gespräch in einer Volkshochschule in der Linienstraße als lösungsorientiert und sachbezogen.
Am 6. September war der SUV über die Gegenfahrbahn hinweg von der Invalidenstraße abgekommen. Er rammte eine Ampel, überfuhr und tötete vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den vier Todesopfern war auch ein dreijähriger Junge.
Gegen den 42-jährigen Fahrer wird - wie üblich in solchen Fällen - wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Sein Anwalt wies in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft auf eine «akute gesundheitliche Notlage» hin. Ob es sich um Krämpfe oder einen epileptischen Anfall handelte, ist unklar. Die Polizei hatte die Wohnung des Fahrers durchsucht.
Die Tempo-30-Zone und der Radweg sollen auf der Invalidenstraße zwischen Nordbahnhof und Brunnenstraße eingerichtet werden. «Um rasch Verbesserungen zu erreichen, sollen auch provisorische Lösungen zum Einsatz kommen», hieß es zu dem Radweg. Dafür werden wohl Parkplätze wegfallen.
Für weitere Verbesserungen wollen Senat, Bezirk und die Initiatoren des Aufrufs eine Projektgruppe Invalidenstraße bilden. Ziel sei die Verbesserung der Verkehrssicherheit in dem Kiez. Am Beispiel der Invalidenstraße sollen dann «modellhafte Lösungen für mehr Verkehrssicherheit und eine neue Mobilität in verdichteten Kiezen» entwickelt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 27. September 2019 16:20 Uhr

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