Strenge Verkehrskontrollen: Polizei lobt mobile Blitzgeräte

Strenge Verkehrskontrollen: Polizei lobt mobile Blitzgeräte

In Berlin stehen deutlich mehr Blitzgeräte gegen Rotlichtsünder und zu schnelles Fahren als früher. Senat und Polizei wollen aber weiter aufrüsten. Besonders effektiv sind Hightech-Geräte, die unauffällig an wechselnden Stellen platziert werden.

Unfall

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Ein Fahrrad liegt vor einem Lkw an einer Kreuzung. Foto: Paul Zinken/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Polizei will die Geschwindigkeit von Autofahrern künftig stärker mit neuen, unauffälligen und mobilen Blitzgeräten kontrollieren. Wegen des «hohen Überraschungeffekts» werde man zunehmend auf mobile Überwachungen setzen, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss. Der Chef der Verkehrspolizei, Markus van Steegen, lobte die beiden neuen, automatisch funktionierenden Blitzgeräte, die seit Februar an immer wieder wechselnden Orten getestet werden. «Es ist eine tolle Ergänzung.»
Innensenator Andreas Geisel (SPD) beklagte, dass das Klima im Berliner Straßenverkehr «in den letzten Jahren insgesamt angespannter» geworden sei. Es gebe mehr Konflikte und mehr Aggressivität. Daher kontrolliere die Polizei intensiver und überwache den Verkehr stärker. Das hatten die Regierungsfraktionen von SPD, Linken und Grünen gefordert, weil viele Raser und Rotlicht-Sünder nicht erwischt würden.
Slowik betonte, es existierten inzwischen 32 fest aufgebaute Blitzer an allen unfallrelevanten Stellen. «Bei diesen stationären Anlagen gibt es Verkehrserziehungseffekte, aber schon drei Meter nach der Anlage nicht mehr. Unsere mobilen Anlagen sind da deutlich effektiver.»
Auch van Steegen sagte, die üblichen Blitzgeräte würden «für einige hundert Meter Wirkung» entfalten. «Wenn wir mobile Überwachung einsetzen, haben wir ein anderes Entdeckungsrisiko.» Mit 94 Einsätzen der neuen Blitzgeräte, die in Anhängern untergebracht und unauffällig am Straßenrand abgestellt werden, seien 89 000 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Die Geräte bräuchten wenig Platz und funktionierten Tag und Nacht, ohne dass Polizisten ständig daneben stehen müssten.
Knapp zwei Wochen vor der geplanten Erlaubnis für Elektro-Tretroller rechnet der Senat mit neuen Problemen im Straßenverkehr. «Das dürfte ein hohes Konfliktpotenzial sein, das auf uns zukommt», sagte Geisel. Zwar sehe die Regelung vor, dass die Roller auf der Straße und auf Radwegen, nicht aber auf Gehwegen fahren dürften. Daran dürften sich aber nicht alle Rollerfahrer halten, sagte Geisel. «Zwischen Festlegung und Realität werden gewisse Unterschiede feststellbar sein.»
Seit Montag ist die Fahrradstaffel der Berliner Polizei nicht nur in Mitte, sondern auch in Friedrichshain-Kreuzberg im Einsatz. Die Ausweitung des Gebiets war schon länger geplant und angekündigt. Die Polizei twitterte: «In Mitte bekannt, geliebt und gefürchtet, wird sie ab sofort auch an Schwerpunkten in Friedrichshain-Kreuzberg den sicheren Radverkehr im Auge behalten.»
Bisher gehören 20 Polizisten zu der Radstaffel, die vor fünf Jahren ihre Arbeit begann. Ab 2020 und 2021 soll sie deutlich personell aufgestockt werden, sagte Geisel. Die Polizisten auf Fahrrädern kümmern sich vor allem um Autofahrer und Radler, die falsch abbiegen, falsch parken, rücksichtslos oder ohne Licht fahren und rote Ampeln ignorieren.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobte die Ausweitung des Einsatzgebiets und forderte, die Polizei müsse in allen Bereichen präsent sein. «Wir sollten auch die Themen berittene Polizei, Cybercops und zeitnah E-Roller in den Fokus rücken.»
Parallel begann die Polizei am Montag mit einer fünftägigen Schwerpunktaktion gegen verbotswidriges Halten und Parken. Polizisten kontrollieren besonders intensiv die Straßen, die häufig von Falschparkern auf Radwegen, Busspuren und in zweiter Reihe blockiert werden. Unterstützt wird die Aktion vom Ordnungsamt und der BVG. Mehr als 130 000 Halte- und Parkverstöße wurden nach Angaben der Polizei im vergangenen Jahr angezeigt.
Weil Berlin in den vergangenen Jahren um fast 400 000 Einwohner wuchs, wurde auch der Straßenverkehr dichter. Die Zahl der Unfälle stieg im Vergleich zur Einwohnerzahl allerdings nicht entsprechend, sondern wuchs deutlich langsamer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 3. Juni 2019 14:10 Uhr

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