Fahrer von E-Tretroller bei Unfall schwer verletzt

Fahrer von E-Tretroller bei Unfall schwer verletzt

Die sogenannten E-Scooter sind schick, schnell und angesagt. Fast lautlos und umweltfreundlich durch die Städte flitzen klingt auf den ersten Blick attraktiv. Doch sind die Tretroller mit Elektromotor auch sicher?

E-Tretroller

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Ein Fahrrad steht in einer Innenstadt neben einem E-Tretroller. Foto: Steffen Trumpf/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Ein schwerer Unfall mit einem E-Tretroller in Berlin hat einen Vorgeschmack auf Probleme mit den künftig erlaubten E-Fahrzeugen gegeben. Ein 24-jähriger Mann war mit dem Roller mit Elektromotor am Mittwoch gegen 11.50 Uhr bei Rot über einen Fußgängerüberweg an der Straße des 17. Juni gefahren. Ein 22-jähriger Fahrer eines Kleinwagens fuhr bei Grün in Richtung Großer Stern, wie Zeugen berichteten. Das Auto und der Rollerfahrer stießen zusammen. Der Fahrer des E-Tretrollers erlitt eine schwere Kopfverletzung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Autofahrer erlitt einen Schock. Die Polizei stellte den E-Roller zur Erstellung eines technischen Gutachtens sicher.
Tretroller und Skateboards mit Elektromotor sind auf Straßen und öffentlichen Fußwegen derzeit noch verboten. Nach langen Vorbereitungen sollen sie aber noch in diesem Frühjahr grundsätzlich erlaubt werden. Die sogenannten E-Scooter sollen rechtlich wie Fahrräder behandelt werden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h dürfen sie künftig auf Radwegen oder der Straße fahren. Die langsameren Modelle bis 12 km/h sollen auch auf Bürgersteigen fahren dürfen.
Umweltschützer hoffen, dass die Roller Menschen dazu bringen, für Kurzstrecken ihr Auto stehen zu lassen. Kritiker bemängeln, die Roller seien nur etwas für Menschen, die zu faul seien, zehn Minuten zu Fuß zu gehen.
In Großstädten wie Berlin wird diskutiert, ob die E-Roller und E-Skateboards auf schon jetzt vollen Fußwegen und Radwegen zu einer Gefahr werden könnten. Mehrere Firmen hatten angekündigt, zahlreiche E-Roller als Leihfahrzeuge anzubieten. In vielen amerikanischen und einigen europäischen Großstädten gibt es das Modell schon länger - zum Teil mit deutlich erhöhten Unfallzahlen.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) forderte, der Bürgersteig müsse ein geschützter Raum für Fußgänger bleiben. Die Senatsverkehrsverwaltung überlegt, ob bestimmte Bürgersteige und Radwege für die E-Tretroller und E-Skateboards verboten werden.
In Spanien wurden die Regeln für Fahrer von Tretrollern nach ersten Erfahrungen bereits erheblich verschärft. Im vergangenen Sommer wurde eine 90-jährige Frau in der Nähe von Barcelona von einem E-Scooter erfasst und tödlich verletzt. Seit Jahresanfang dürfen die Vehikel in Madrid nicht mehr auf Bürgersteigen, den meisten Straßen und den Busspuren benutzt werden. Erlaubt sind sie noch auf Radwegen und zum Teil in Tempo-30-Zonen. Auch in anderen Städten wie Barcelona oder Valencia gibt es bereits Begrenzungen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 18. April 2019