Kontrollwoche: 3000 Anzeigen gegen Autofahrer und Radfahrer

Kontrollwoche: 3000 Anzeigen gegen Autofahrer und Radfahrer

Bei Schwerpunktkontrollen gegen falsch abbiegende Autofahrer sowie Fahrrad-Rowdys hat die Polizei knapp 3000 Anzeigen erstellt. Die Polizei betonte außerdem am Dienstag, es sei erschreckend, «wie sorglos und leichtfertig Radfahrer die Fahrbahn selbst unmittelbar vor abbiegenden Lkw queren». 1845 Auto- und Lastwagen-Fahrer wurden in der vergangenen Woche angezeigt. Meist ging es um Verstöße beim Abbiegen, das Ignorieren roter Ampeln, verbotene Handynutzung am Steuer und Missachtung der Gurtpflicht. Polizisten in Zivil erwischten aber auch zahlreiche Radfahrer beim Fahren auf Bürgersteigen und über Kreuzungen bei Rot. Das führte zu 1102 Anzeigen.

Radfahrer und Autos fahren über eine Kreuzung

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Fahrradfahrer, Autos und Busse fahren am Abend über eine Kreuzung. Foto: Jens Kalaene/Archivbild

Die Polizei forderte Auto- und Lkw-Fahrer auf, bereits vor dem Abbiegen aufmerksam auf den parallelen Radverkehr zu achten und beim Abbiegen sorgfältig nach hinten zu sehen. Aber auch die Fahrradfahrer müssten an Kreuzungen und Einmündungen viel aufmerksamer sein. Dazu sollten sie besonders «das stark eingeschränkte Sichtfeld bei Lkw berücksichtigen und im Zweifelsfall lieber auf den eigenen Vorrang verzichten».
Die Schwerpunktaktion der Polizei zum Schutz von Radfahrern lief vom 1. bis zum 12. April. In der ersten Woche ging es um Aufklärung, in der zweiten Woche folgten gezielte Kontrollen. Im letzten Jahr wurden allein in Berlin durch Abbiegeunfälle 1553 Radfahrer verletzt und 4 getötet.
Die Fahrrad-Organisation ADFC startet in diesen Tagen eine bundesweite Kampagne unter dem Motto «MehrPlatzFürsRad». Die Bedingungen für den Radverkehr in Deutschland seien unbefriedigend, teilte der ADFC am Dienstag mit. Es fehle der politische Mut, dem Radverkehr genügend Platz einzuräumen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 16. April 2019