Mehr als 1000 Menschen protestieren gegen Erdogan in Berlin

Mehr als 1000 Menschen protestieren gegen Erdogan in Berlin

Mehr als 1000 Menschen haben sich am Freitagnachmittag in Berlin am Potsdamer Platz versammelt, um gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu protestieren. Die Demonstration stand unter dem Motto: «Erdogan not welcome». Angemeldet waren 10 000 Teilnehmer.

Demonstrantin

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Eine Demonstrantin protestiert in der Innenstadt gegen den Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan. Foto: Michael Kappeler

Zur Auftaktkundgebung hatten sich gegen 16.30 Uhr laut Polizei aber erst etwas mehr als 1000 Teilnehmer eingefunden. Der Demonstrationszug sollte zum Großen Stern führen. Wenige hundert Meter von dort entfernt liegt das Schloss Bellevue mit dem Sitz des Bundespräsidenten, wo am Abend das Staatsbankett zu Ehren Erdogans stattfinden sollte.
Aufgerufen zu dem Protest hatten deutsche, türkische und kurdische Parteien, Initiativen und Verbände. Auf Transparenten der Demonstranten stand: «Keine Deals mit Erdogan - Rüstungsexporte stoppen» und «Schluss mit dem Genozid gegen die kurdische Gesellschaft». Demonstranten hatten auch einen Modell-Panzer aus Styropor mit aufgemalter türkischer und deutscher Flagge und dem Schriftzug «Made in Germany» aufgebaut.
Die Stimmung war friedlich. Demonstranten schwenkten kurdische Fahnen und bewegten sich zur Musik. Die Polizei hielt sich mit einigen Dutzend Kräften im Hintergrund.
Der Berliner Linken-Abgeordnete Hakan Taş sagte als Redner, die Demonstration sei ein Zeichen, «dass wir Diktatoren in dieser Stadt nicht dulden». Taş nannte Erdogan einen «faschistischen Diktator» und «Massenmörder vom Bosporus». An jedem Anschlag der Terrororganisation IS sei auch Erdogan beteiligt. «Dieser Mann gehört nicht auf den roten Teppich, sondern nach Den Haag.»
4200 Polizisten aus Berlin, sieben weiteren Bundesländern und von der Bundespolizei waren wegen der Sicherheitsvorkehrungen und der Demonstrationen im Einsatz. Erdogan war am Donnerstag zum Staatsbesuch in Berlin eingetroffen und sollte am Samstag weiter nach Köln fliegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 28. September 2018